21.07.2020 - 17:33 Uhr
EtzelwangOberpfalz

Stromtrasse der Deutschen Bahn stört Uhu-Brutgebiet im Lehental

Die Stromtrasse der Deutschen Bahn kreuzt auch das Gebiet der Gemeinde Etzelwang. Dort berührt sie eine romantische Ecke im Lehental und verläuft unweit eines Uhu-Brutplatzes.

Diesen landschaftlich besonders reizvollen Abschnitt im Lehental (links der Rißturm und rechts die Brosinnadel) soll nach ersten Planungen der Deutschen Bahn die neue Stromtasse überqueren.
von Leonhard EhrasProfil

Ausführlich diskutierte der Gemeinderat Etzelwang in seiner jüngsten Sitzung das Vorhaben der Deutschen Bahn, eine neue Stromtrasse zu verlegen, die auch die Gemeinde Etzelwang durchquert.

Der derzeitige Planungsstand sehe, berichtete Gemeinderat Gerhard Pirner, eine Trasse von Bürtel - eine Albhöhe mit Aussicht nach Franken und in die Oberpfalz hinein - nach Deinsdorf vor. Anschließend solle sie zwischen den markanten Kletterfelsen Rißturm und Brosinnadel das Lehental überqueren. Dabei störe sie nicht nur das romantische Bild dieses engen Tales, sondern gefährde außerdem das schutzwürdige Brutgebiet des Uhus. Dieser gravierende Eingriff in ein Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet erfolge im übrigen nicht, weil die Strecke Nürnberg - Schwandorf elektrifiziert werden solle. Diese Trasse solle Strecken ab Regensburg mit Strom versorgen. Pirner forderte die Zuhörer in der Turnhalle auf, ihren Unmut zu äußern und auf Alternativen für die Stromleitungen zu pochen.

Im westlichen Landkreis Amberg-Sulzbach formiert sich Widerstand gegen die Bahnstromtrasse

Illschwang

Keile in Kirchenreinbach

Gepflasterte Keile zur Unterbrechung der Teerdecke sollen in Kirchenreinbach für eine Verkehrsberuhigung sorgen. Angebracht werden sie in der Dorfstraße zwischen den Hausnummern 20 und 28, legte der Gemeinderat fest.

Sanierung im Leichenhaus

Die Fraktion SPD/FWG stellte den Antrag, die Leichenhalle in Etzelwang, vornehmlich im Innenraum, zu sanieren. Bürgermeister Roman Berr will Mauer- und Streicharbeiten durch den Bauhof ausführen lassen. Gleichzeitig fragte die SPD/FWG nach der künftigen Nutzung des Schulhauses Etzelwang. Der Bürgermeister kündigte in Kürze Informationen über den neuesten Stand der Verhandlungen an.

Hauptausschuss bleibt bestehen

Gemeinderätin Regina Kliem störte am neu eingeführten Hauptausschuss, dass damit die demokratische Entscheidungsaufgabe des Gemeinderats ausgehebelt werde. Der Hauptausschuss besteht aus dem Bürgermeister und den Fraktionsvorsitzenden und soll in Ausnahmesituationen einspringen, wenn eine Gemeinderatssitzung nicht möglich ist. Bürgermeister Roman Berr stellte klar, dass der Hauptausschuss nur im Extremfall tätig werde und dabei nur unaufschiebbare Beschlüsse fassen dürfe. Regina Kliem hakte nach: "Was darf der Hauptausschuss entscheiden, und was ist unaufschiebbar?" Hier erkannten Dritter Bürgermeister Günther Renner und Gemeinderat Harald Heinl den Bedarf eines Katalogs, in dem die Fälle aufgelistet sind. Der Antrag, den Hauptausschuss wieder abzuschaffen, wurde abgelehnt.

Infos zu Krippenplätzen und Straßenlampen

Bürgermeister Roman Berr kündigte an, dass bei neuen Straßenlampen oder Reparaturen an vorhandenen Leuchten künftig auf insektenfreundliches Licht Wert gelegt werde. In der Gemeinde reichen zurzeit die Kinderkrippe- und Kindergartenplätze für alle Anmeldungen aus. Neukirchen biete ab 1. November zusätzliche Plätze in der Krippe.

Im Zweckverband zur Wasserversorgung der Schmidtstadtgruppe ist Zweite Bürgermeisterin Lydia Zahner zur Vorsitzenden und Bürgermeister Roman Berr zu ihrem Stellvertreter gewählt worden. Deshalb muss die Gemeinde Etzelwang einen Stellvertreter für Berr in den Zweckverband delegieren. Diese Aufgabe übernimmt Dritter Bürgermeister Günther Renner.

Besorgt wegen Rasern und Mobilfunkstrahlen

Gemeinderat Karl Adelmann forderte Geschwindigkeitsmessungen an den Ortseingängen von Etzelwang. Sorgen macht sich Gemeinderätin Regina Kliem über Gefahren durch Strahlungen beim Mobilfunk. Sie verteilte an die Gemeinderatsmitglieder eine Informationsschrift über dieses Thema.

Pläne für drei Einfamilienhäuser

Keine Einwendungen gab es gegen den Bau von Einfamilienhäusern in Gerhardsberg und in Kirchenreinbach. Ein Tekturantrag betraf eine Grundstücksbefestigung samt Auffüllung und Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage und Doppel-Carport im Baugebiet Schlossblick. Hier sah der Gemeinderat von den Abweichungen im Bebauungsplan ab.

Die roten Striche kennzeichnen die Stelle, wo in Kirchenreinbach der Einbau gepflasterter Keile die Teerdecke unterbrechen und somit die Kraftfahrer zur Verringerung der Geschwindigkeit veranlassen sollen.
Gemeinderat nimmt Rücksicht auf Neulinge:

Haushalt für Einsteiger

Zur Tagesordnung meldete sich Gemeinderat Harald Heinl mit einem Vorschlag zu Wort. Als einer von fünf Neulingen im Gremium wünschte er sich, die komplizierte Welt der Kommunalfinanzen ausführlicher dargestellt zu bekommen, bevor er über den Haushalt 2020 mitentscheidet. Ältere Gemeinderäte schlossen sich seiner Anregung an, den Tagesordnungspunkt in einer separaten Sitzung zu behandeln. Der Haushalt wurde somit abgesetzt und seine Verabschiedung auf Mittwoch, 22. Juli, um 19.30 Uhr im Gemeindestadel verschoben.

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