08.08.2019 - 15:15 Uhr
EtzenrichtOberpfalz

Alfons Grünbauer: Ein aktives Leben ist zu Ende

Als Gemeindebote war Alfons Grünbauer im Ort bekannt. Doch auch bei OWV, SV und an manch anderer Stelle war er aktiv und geschätzt.

Alfons Grünbauer.
von Autor WARProfil

Nach kurzer schwerer Krankheit starb am Montag Alfons Grünbauer aus der Weiherhammerstraße. Er wurde 89 Jahre alt. Mit Ehefrau Maria, den Töchtern Gislinde und Ulrike, trauern die Schwiegersöhne, fünf Enkel und vier Urenkel. Dazu seine drei Schwestern und dem aufgrund seines auch am Lebensabend weit auslaufenden Aktionsradius auch ein großer Freundes- und Bekanntenkreis. Am Mittwoch wurde er beerdigt.

Alfons Grünbauer galt als Universaltalent. „Egal wie ich es drehe und wende, das Alter bleibt und spricht Bände – Bände von Freud und auch von Leid“, hatte er zu seinem 85. Geburtstag gereimt. Über sechs Jahrzehnte nahm seine Gesangsstimme eine tragende Position im Gesangsverein und im Kirchenchor ein. Mit dem Keyboard, dem Schifferklavier oder mit der Trompete wusste Grünbauer über den Hausgebrauch hinaus zu musizieren, spielte in den Nachkriegsjahren in einer Tanzkapelle, war Mitglied bei der Blaskapelle Oberwildenau.

Den OWV schätzte er als Kulturträger und führte ihn 15 Jahre als Vorsitzender. Als Allrounder brachte sich der „Radschiner“ im Vorstand des 1927 gegründeten Sportverein ein, verschaffte sich als exzellenter Kicker Respekt im Klub und bei der Konkurrenz. Legendär waren vier Tore in einem Match gegen seinen Schwiegervater und Gastwirt Hans Meiler im Tor des SC Luhe-Wildenau. Es drohte zunächst Hausverbot, die Beziehung zu seiner Braut schien gefährdet. Der Wind drehte sich bald, Grünbauer schlüpfte in den Part als Wirt und Nachfolger, gab aber die Doppelbelastung mit seinem erlernten Beruf schnell wieder auf.

Von den handwerklichen Fertigkeiten profitierte der Arbeitgeber, das Hüttenwerk. Dort war er nach der Schlosserlehre 45 Jahre in der Instandsetzung tätig. Die Lehrzeit unterbrach der Zweite Weltkrieg. Als knapp 16-jähriger wurde er in die Wehrmacht rekrutiert, erlebte den Rückzug der Armee in der Slowakei und geriet in Gefangenschaft.

Nicht nur als Zeitzeuge für historische Rückblicke auf viele Schattierungen der Dorfkultur war Grünbauer ein großartiger Gesprächspartner mit einem präzisen Gedächtnis und einigem Bildmaterial. Er gestaltete sein Rentnerleben aktiv, sein Interesse an aktueller Technik war ungebrochen breit, die Nutzung des Computers war für ihn völlig normal.

Das ein oder andere Zwicken in den Gelenken kompensiert er damit, dass er von einem normalen Radl auf ein E-Bike aufrüstete. Ab 1995 war er als Gemeindebote unterwegs, seine Chefs betitelten ihn als „die Zuverlässigkeit in Person“. Leider verliert Bürgermeister Martin Schregelmann einen eloquenten Augenzeugen für die in Arbeit befindliche Dorfchronik.

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