20.03.2020 - 11:23 Uhr
EtzenrichtOberpfalz

Etzenricht hat neue Ortschronik

Die neue „Dorfchronik Etzenricht“ sollte beim Kommersabend zum 750-jährigen Jubiläum am 21. März vorgestellt werden. Das wird nun im Herbst nachgeholt. Die Chronik ist trotzdem schon Ende März im Rathaus erhältlich.

Titelbild der neuen Ortschronik der Gemeinde.
von Redaktion ONETZ Kontakt Profil

Aufbauend auf der 1938 veröffentlichten „Chronik des Bauerndorfs Etzenricht“ von Ökonomierat Friedrich Wölfinger beschreibt das Verfasserteam auf 318 Seiten das Leben und die Geschehnisse in der Gemeinde nach 1900 bis in die Neuzeit. Seit 2014 durchleuchteten die anfangs bis zu 20 Beteiligten in vielen Zusammenkünften und Beratungen die neuere Geschichte des Orts, beginnend mit mittlerweile bis zu 1500 nun digitalisierten Fotos aus Gemeinde, Schule und Privatbesitz. Für das Konzept, den Text, die Gestaltung und Umsetzung zeichnen sich Margit Anspann, Josef Bauer, Michael Feige, Liane Heinze, Renate Müller, Anneliese Neumann und Martin Schregelmann verantwortlich.

Die Chronik gliedert sich in drei große Teile. Das Gemeinwesen wurde von Josef Bauer aus Engleshof aus viel Zahlenmaterial, Privatchroniken und einer Bilderfülle zusammengestellt. Es betrifft die Entwicklung der Kommune, die Siedlungsgeschichte, den Wandel in der Landwirtschaft, die Ansiedlung von Gewerbe, die Infrastruktur, den Straßenbau, das Dorfleben mit Kirchen und Schule und das Vereinswesen. Auf 45 Seiten fasst Anneliese Neumann ihre Gespräche und Interviews mit 20 Zeitzeugen zusammen. Diese meist 80- bis 90-jährigen Mitbürger lassen Geschichte lebendig werden: spannende Erinnerungen an Schulzeit und Lehre, an die Kriegstage, den Einmarsch der Amerikaner und an die Nachkriegszeit. Margit Anspann führte die Häuserchronik von Wölfinger weiter, ergänzte sie und versuchte, aus den Kirchenbüchern von über 400 Jahren unter Einhaltung der Datenschutzverordnung die Personen den jeweiligen Häusern zuzuordnen. Sie nennt über 50 Hausnamen, von denen heute immer noch 14 gebräuchlich sind, beschreibt die Familien und berichtet über Regeln bei der Entstehung dieser Namen. Für Interessierte und Historiker zum Nachvollzug wurde zudem ein USB-Stick mit dieser Häuserchronik erstellt.

„Atzariad“ – wie es in der Mundart genannt wird – entstand aus einer Rodungsinsel und wurde 1270 erstmals urkundlich als „Aechswinreuth“ erwähnt. Das Wappen weist auf die damaligen Wirtschaftsformen hin: die Rodungshaue, der Bienenstock und der Fisch. In der Chronik sind zudem einige originelle oder weniger bekannte Beiträge enthalten.

Im Rathaus können ab 31. März die neue Ortschronik, der USB-Stick mit der Häuserchronik und vielen Bildern und auch der Reprint der Chronik aus dem Jahr 1933 während der üblichen Geschäftszeiten erworben werden.

Die Verfasser der Chronik (hinten, von links) Martin Schregelmann, Anneliese Neumann, Michael Feige, Liane Heinze sowie (vorne von links) Margit Anspann und Renate Müller stellen noch vor der Coronakrise die Chronik vor.
Die Verfasser der Chronik Renate Müller, Anneliese Neumann, Michael Feige, Liane Heinze, Margit Anspann und Martin Schregelmann (von links) stellen noch vor der Coronakrise die Chronik vor.
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