Ein großartiges Fest hatte der Frauenbund Etzgersrieth gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft auf die Beine gestellt. So stand der kleine Ort am vergangenen Sonntag ganz im Zeichen der Segnung der neuen Fahne des Katholischen Frauenbunds Etzgersrieth. Bei herrlichem Wetter wurde dieses große Ereignis im Pfarrgarten mit einem Festgottesdienst durch Pfarrer Josef Most und Diakon Herbert Sturm gefeiert. In die Messe mit eingeschlossen waren auch die verstorbenen Mitglieder. Zahlreiche Vereine auch aus den Nachbarorten waren erschienen. Darunter der Frauenbund Moosbach, Vohenstrauß, Altenstadt/Voh, Schönsee und der Evangelische Frauenbund Vohenstrauß. 15 Fahnenabordnungen nahmen in Nähe des Altares Stellung und sorgten dadurch für ein buntes Bild. Der Pfarrgarten und die vorbeiführende Dorfstraße waren völlig überfüllt, als der Jubelverein mit den Vereinen, den Ehrengästen und den Geistlichen mit vielen Ministranten, angeführt von der Festmusik „Bayerisch Blech“ vom Dorfplatz kommend einzogen. Der Singkreis des KDBF Moosbach unterstützt von Sängerinnen des KDBF Etzgersrieth unter der Leitung von Petra Zielbauer gestalteten die Feier mit.
Pfarrer Josef Most freute sich über die vielen Gäste. In seiner Festpredigt ging der Geistliche auf die Bedeutung von Vereinsfahnen ein. Sie seien ein wichtiges Zeichen für jeden Verein, der etwas auf sich halte. Vom Zustand einer Fahne könne man viele Schlüsse über die ziehen, die hinter der Fahne gehen. Das ältere Christentum kenne als religiösen Siegeszeichen nur das Kreuz. Erst Kaiser Konstantin führte die Fahne ein. Most wünschte sich, dass die neue Fahne ein Zeichen für den Frauenbund Etzgersrieth sei.
Sie soll den Verein bei Festen und Jubiläen begleiten und sich über das Grab verstorbener Mitglieder senken. Die Mitglieder, die hinter ihrer Fahnen gehen, sollen auch hinter dem Verein stehen. Die Fahne sei aber auch ein Zeichen nach innen. Sie sei Zeichen der Gemeinschaft. Die Segnung gelte deshalb nicht einen leblosen Gegenstand, sondern lebendigen Menschen, die sich zusammen geschlossen haben, weil sie sich zu einem gemeinsamen Ideal, zu einer gemeinsamen Aufgabe bekennen. Somit gelte der Segen nicht nur für die Fahne, sondern für die Frauen, die mit ihr gehen. Das gelte aber nur, so der Geistliche, wenn eine gute Gemeinschaft bestehe. „Segne diese Fahne und schließe alle, die diesem Zeichen folgen, zu einer Gemeinschaft des Friedens und der Hilfsbereitschaft zusammen“, bat Most um die Hinwendung zu Gott. Er nannte die Segnung der Fahne auch eine Verpflichtungserklärung aller Mitglieder. Die Fahne wäre wertlos, wenn sie nicht mehr Zeichen einer inneren Verbundenheit ihrer Mitglieder wäre – mag sie äußerlich noch so schön und wertvoll sein. Die Segnung der Fahne verpflichte jedes einzelne Mitglied auf das Ziel der Gemeinschaft. „Ja ich bekenne mich zu dieser Fahne, zu den Zielen des Frauenbunds. Ja, ich trete ein für Solidarität, Mitverantwortung und Sorge um das Gemeinwohl. Wenn ich hinter dieser Fahne gehe, zeige ich gleichsam selbst Flagge und bin stolz, dazuzugehören“, rief Pfarrer Josef Most den Frauen zu und mit dem Zeichen des Kreuzes segnete er die neue Fahne. Zeigt Flagge als Mitglieder des Frauenbundes, zeigt aber auch Flagge als Christen“, wünschte er sich.
„Wir übernehmen die gesegnete Fahne in der Zuversicht, dass die Mitglieder des Katholischen Deutschen Frauenbundes stets solidarisch sind in Kirche und Welt. Wir stellen uns unter den Schutz Gottes, der uns Vater und Mutter ist und uns mit seinem Heiligen Geist begleite“, erklärte die Vorsitzende des Frauenbundes Etzgesrieth Lisa Ach nach dem Segnungsakt. Vorsitzende Lisa Ach begrüßte alle Anwesenden und bedankte sich im Namen aller Mitglieder bei Pfarrer Josef Most für die Segnung der Fahne. Besonders bedankte sie sich beim Pfarrer für seine Hartnäckigkeit, die Fahne anzuschaffen. „Sie haben uns überzeugt, dass wir eine Fahne brauchen“. Es sei keine leichte Entscheidung gewesen. „Aber sie haben uns schließlich diesen Schritt erleichtert, weil Sie die Kosten für die Fahne übernommen haben“.
Ach freute sich über die Anwesenheit von Bürgermeister Hermann Ach und des Frauenbunds Moosbach, der die Patenschaft übernahm. Sie begrüßte die Pfarr- und Gemeinderäte sowie Kirchenverwaltungen aus Etzgersrieth, Moosbach, Tröbes und Böhmischbruck. Die Sprecherin dankte den örtlichen Vereinen, deren Mitarbeit diese Festlichkeit überhaupt ermöglichte sowie Organisator Fritz Steinhilber. Ach erinnerte schließlich auch an die Gründungsmitglieder, die vor 27 Jahren den Frauenbund Etzgersrieth ins Leben rief. Besonders hob sie dabei die anwesende Ehrenvorsitzende Agnes Leipold heraus. Sie verstand es, die Bedürfnisse, Charaktere und Talente so vieler Frauen „unter einem Hut zu bringen“. Dank sagte sie auch den Damen des Führungskreises für die Vorbereitung des Fests.
Die Vorsitzende des Patenvereins, des Frauenbundes Moosbach, Angela Striegl überbrachte Glückwünsche. „Mit der Fahne seid ihr nun endlich komplett“, wünschte sie ein weiteres Gedeihen der Gemeinschaft. Als Patengeschenk überreichte sie eine Kerze. „Diese soll euch bei heiligen Messen, Veranstaltungen und Beerdigungen leuchten“. Beim „Großer Gott wir loben Dich“, gespielt Mit dem Frauenbundgebet endete der kirchliche Akt. Nun ging es beim Festzug durchs Dorf zurück zum weltlichen Teil auf dem Dorfplatz zum Weißwurstfrühstück.














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