Etzgersrieth bei Moosbach
15.06.2022 - 11:38 Uhr

Organistin mit Leib und Seele: Trauer um Maria Schnupfhagn aus Etzgersrieth

Die ehemalige Organistin von Etzgersrieth: Maria Schnupfhagn Archivbild: gi
Die ehemalige Organistin von Etzgersrieth: Maria Schnupfhagn

Die älteste Einwohnerin von Etzgersrieth ist verstorben. Ein langer irdischer Lebensweg sei für Maria Schnupfhagn mit 92 Jahren zu Ende gegangen, sagte Pfarrer Udo Klösel beim Requiem in der Ortskirche St. Georg. Geboren wurde Schnupfhagn am 7. November 1929 als viertes von sechs Kindern der Landwirtseheleute Georg und Anna Bauer. Neben der Landwirtschaft übte ihr Vater das Amt des Mesners aus, und so wuchs die „Palersn Mare“ in der Kirche auf und erlernte mit 14 Jahren vom damaligen Pfarrer Eusebius Bock das Orgelspiel.

Die Liebe zur Kirchenmusik begleitete Schnupfhagn ihr ganzes Leben. Über 65 Jahre war sie mit Leib und Seele Organistin in der Ortskirche. Nach der Schulzeit besuchte sie die klösterliche Haushaltungsschule in Vohenstrauß. Danach arbeitete sie im Pflanzgarten der Bayerischen Staatsforsten, bei der Firma Hölzl und schließlich im Krankenhaus in Vohenstrauß.

Am 6. Juni 1961 heiratete sie Franz Schnupfhagn aus Etzgersrieth. Über Jahrzehnte hat sie die Leidenschaft für das Theaterspielen auf der Dorfbühne mit ihm geteilt. Dem Ehepaar wurden fünf Kinder geschenkt. Neben ihrer Tätigkeit als Hausfrau hatte Schnupfhagn kräftig in der Landwirtschaft mitzuarbeiten. Ihre größte Freude waren ihre zehn Enkel und vier Urenkel.

In den letzten Jahren machte sich das Alter immer mehr bemerkbar. Gepflegt wurde Schnupfhagn von Schwiegertochter Andrea, ihren Kindern und ihrer Nichte Lissi als Ärztin und „Nothelferin“. Große Kraft gab ihr die monatliche Krankenkommunion, und es war ihr eine große Freude, die Erstkommunion ihrer jüngsten Enkelin in der Wieskirche noch miterleben zu können. Nachdem sie kurz im Krankenhaus war, empfing Schnupfhagn daheim im Kreise ihrer Familie am Pfingstmontag die Krankensalbung. Am 6. Juni endete ihr Lebensweg.

Die Fürbitten in der Kirche trugen die Enkel vor. Musikalisch wurde das Requiem vom Kirchenchor Etzgersrieth unter der Leitung von Hans Uschold, Sängerin Wilma Wallner und an der Orgel Markus Mathy mitgestaltet. Der Katholische Frauenbund würdigte sein ältestes Gründungsmitglied durch zweite Vorsitzende Hildegard Balk. Auch Uschold dankte Maria Schnupfhagn. Seit 1942 spielte sie die Kirchenorgel. Über Jahrzehnte hat sie ihn musikalisch unterstützt, auch als er 1972 mit Jugendlichen wieder einen neuen Chor gründete. Aus gesundheitlichen Gründen hörte sie 2008 auf.

 
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