04.10.2018 - 12:15 Uhr
Oberpfalz

Fahrbericht Kia Stinger

Was ist ein Gran Tourismo? Ein Sportwagen zum Reisen, könnte man sagen. Ja, das ist der Stinger auch. Packen wir noch ein paar Buchstaben rein, dann wird er zum Stin[kefin]ger. In Richtung deutscher Premiumhersteller nämlich.

Kia Stinger GT 3.3 T-GDI
von Michael Ascherl Kontakt Profil

Niemals würde Kias Chefdesigner Peter Schreyer (65) den Mittelfinger zeigen. Schon klar. Er, der den Audi TT und den VW Beetle - und viele andere Ikonen - für den VW-Konzern geschaffen hat, lässt lieber Taten sprechen und stellt seit 12 Jahren für den koreanischen Multi-Konzern Träume auf Räder. Seit Schreyer für Kia entwirft, haben die Autos ein Gesicht - die Tigernase - und sind für viele erstrebenswert geworden, nicht nur weil sie günstiger sind als viele Europäer und mit sieben Jahren Garantie ein Sorglospaket dabei haben, sondern weil sie sie einfach haben wollen. Den Stinger ganz besonders.

Schön, schnell

Denn der ist atemberaubend schön. Ein echter GT mit langer Haube, knackigem Heck, kurzen Überhängen und klassischer Coupé-Silhouette. Vier Personen, zur Not auch fünf, reisen im Stinger schnell und komfortabel von A nach B. Im Falle unseres Testwagens, einem V6 mit 3,3 Liter Hubraum und 370 PS, mit maximal 270 Kilometern pro Stunde. Serienmäßig leitet das Topmodell die Kraft von 510 Newtonmetern an alle vier Räder. Die schwächeren Stinger - ein Diesel mit 200 PS (45 590 €) und ein Benziner mit 255 PS (44 490 €) gibt es mit Heckantrieb, den Diesel auf Wunsch auch mit Allrad (plus 2000 €). Alle Stinger wechseln die acht Gänge automatisch; manuelles Eingreifen über Schalt-Paddel am Lenkrad ist möglich.

Alles drin

Kurz nicht nur die Überhänge, sondern auch die Liste der Extras. Der Testwagen hat Metallic-Lackierung (890 €) und ein Glas-Schiebedach (690 €) - das war's. Auf der Rechnung stehen dann 57 480 Euro. Was für sich betrachtet viel Geld, angesichts der Fahrleistungen und der vielen Ausstattungs-Details aber nachgerade ein Schnäppchenpreis ist. Die wichtigsten zählen wir auf: 19-Zoll-Räder mit Brembo-Hochleistungsbremsen, adaptives Fahrwerk, Fahrmodus-Schalter, Launch-Control, Müdigkeitswarner, Abstandsradar (bis 200 km/h und im Stau selbstständig wieder anfahrend), dreistufiger Spurhalte-Assistent bis hin zum aktiven Lenkeingriff auch um Kurven, Querverkehrswarner, elektrisch verstellbare Nappaledersitze mit Heizung und Belüftung, Sitzheizung hinten, Harman/Kardon-Audio-Anlage, Tom-Tom-Navi mit 7 Jahren Karten-Update, Apple Carplay und Android Auto, dynamisches Kurvenlicht, elektrische Heckklappe, Fernlichtassistent, Head-Up-Display, Rundumkamera, LED-Lichter vorne und hinten, Smart-Key und, und, und.

Der Kofferraum ist reisetauglich; die hinteren Sitze lassen sich geteilt umklappen. Für uns ein Novum: Wir haben die Verbrauchsangaben des Herstellers unterboten. Kia gibt für den scharfen Stinger einen Durchschnittswert von 10,6 Liter Superbenzin an; wir kamen im Schnitt auf 9,6 Liter, und das bei nicht immer zurückhaltendem Umgang mit dem Gaspedal. Freilich bestand das Gros aus langen Autobahn-Touren, bei denen wir den Tempomaten auf 150 Sachen eingeregelt hatten.

Was fällt noch auf? Der Stinger fällt auf. Selten genoss ein Testwagen derart große, wertschätzende Aufmerksamkeit wie dieser GT. Klebte man die Kia-Schrift rundum ab, so würden viele Passanten den Wagen wohl auch als italienisches Edel-Modell eintaxieren. Peter Schreyer, der Vater des Stinger, hat sich von Fahrzeugen wie dem Maserati Ghibli aus den 70er Jahren inspirieren lassen. "Damit fuhr man schnell und komfortabel von Paris nach St. Tropez". Südfrankreich im Herbst? Eigentlich keine schlechte Idee. Druck auf den Startknopf - und Adieu.

Kia Stinger GT 3.3 T-GDI
Technische Darten

Bilder vom Kia Stinger

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