Den Skiliftbetreibern vom TV Vohenstrauß und dem Förderverein Skilift Wurmstein Flossenbürg blutet das Herz. Jetzt gibt es endlich Schnee, und die Temperaturen würden eine Beschneiung der Hänge zulassen – aber Corona bremst alle Bemühungen aus. Liftbetrieb und damit Skifahren bleiben vorerst verboten. Der Lockdown macht sich auch auf diesem Gebiet bemerkbar. Nicht betroffen sind jedoch die Schlittenfahrer. Seit dem Jahreswechsel stürmen sie die Hügel der Region.
Schon am Neujahrstag packten viele Familien ihre Schlitten ins Auto und steuerten den Fahrenberg an. Das wilde Parken an der Straße am Gegenhang der Abfahrt rief die Polizei auf den Plan. Martin Zehent, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Vohenstrauß, machte sich selbst ein Bild von der Lage: "Es wurde beidseits der Straße geparkt. Also mussten wir konsequent dazu übergehen, Verwarnungen auszusprechen. Das hat dann bald gefruchtet. Seitdem fahren wir stündlich Streife." Die Polizei registrierte rund um den Fahrenberg fast mehr Wintersportler als zu Zeiten, in denen der Lift geöffnet hat. Zehent beobachtete Eltern, die quasi als "Lifttaxi" fungierten. Sie setzten einige junge Schlittenfahrer am Gipfel ab und ließen sie unten im Tal wieder einsteigen, um sie erneut nach oben zu transportierten.
Hinweisschilder am Parkplatz
Auf dem offiziellen Parkplatz des Ski- und Snowboardzentrums würde oftmals der vorgeschriebene Abstand von 1,5 Metern zwischen den Autos nicht eingehalten. Auch hier werde die Polizei weiterhin konsequent durchgreifen. "Denn offensichtlich reicht es nicht aus, Hinweisschilder aufzustellen", erklärt Zehent. "Sollte der Liftbetrieb in diesem Winter noch erlaubt werden, muss sich der TV Vohenstrauß da etwas einfallen lassen", meint der Polizeichef. Beim Ein- und Ausladen der Fahrzeuge dürften sich die Ausflügler nicht zu nahe kommen. Dies gelte auch am Hang. "Wir mussten schon Lautsprecherdurchsagen machen und die Leute darauf hinweisen, die Mindestabstände einzuhalten." Bei allem Verständnis für die Lage der Familien, die mit ihren Kindern an die frische Luft wollen, müsse die Polizei immer wieder an die Vernunft der Leute appellieren: "Wir dürfen uns jetzt nicht alles kaputt machen, was wir unter großen Entbehrungen geschafft haben."
Klaus Nigg, Vorsitzender des TV Vohenstrauß, hat sich ebenfalls am Fahrenberg ein Bild von der Lage gemacht. Die Situation sei schlimm: Jetzt hätte man endlich die Voraussetzungen für einen Liftbetrieb, und nun dürfe man nicht öffnen. Gegen die Schlittenfahrer sei nichts einzuwenden, zumal sie hauptsächlich Hänge benutzen, für die der TV gar nicht zuständig sei. "Man muss ja sehen, dass für die Kinder das normale Sportprogramm tot ist. Das ist schon tragisch – auch für unseren Verein. Mir tut das alles so weh." Die Entscheidung, die Piste zu beschneien, um für eine mögliche Öffnung des Lifts gerüstet zu sein, sei enorm schwierig. "Wir müssen bei den anfallenden Stromkosten natürlich auch an den gesamten Verein und die anderen Abteilungen denken", so Nigg. Die Schneekanonen müssten eine Woche lang rund um die Uhr laufen, um den gesamten Hang für die Skifahrer präparieren zu können. Dies sei angesichts der unklaren Lage hinsichtlich eines Lockdowns bis Ende Januar wohl zu riskant.
Liftanlage betriebsbereit
Ähnlich ergeht es den Liftbetreibern in Flossenbürg. Auch der Wurmstein war in den vergangenen Tagen ein beliebtes Ausflugsziel für Schlittenfahrer - auch aus Weiden. Karl-Heinz Grundler, Vorsitzender des Fördervereins Skilift Wumstein Flossenbürg steht mit seinen ehrenamtlichen Helfern in den Startlöchern: "Natürlich hoffen wir noch darauf, dass wir den Lift aufmachen dürfen. Allerdings können wir aktuell keine großen Investitionen im Hinblick auf die Vorbereitung und das Präparieren des Hangs machen." Der Lift sei betriebsbereit, die Fahrzeuge wie Pistenraupe ebenso. Mit dem in dieser Phase der Winters zu erwartenden Kälteeinbruch könnten laut Grundler die Schneekanonen loslegen. Corona und ein verlängerter Lockdown würden jedoch einen Strich durch die Rechnung machen.
Grundler habe nichts dagegen, wenn sich Kinder und Erwachsene beim Schlittenfahren auf dem Hang vergnügen: "Dafür ist die Fläche ja da." Die Situation am Wurmstein sei bislang relativ entspannt. Allerdings frage er sich, ob es angesichts des unkontrollierten Andrangs auf vielen Hügeln in Deutschland nicht besser wäre, zumindest die Schlepplifte öffnen zu lassen. "Wenn man diese Auswüchse in manchen Orten sieht, wäre es doch besser, einen regional begrenzten Liftbetrieb mit einem kontrollierten Ablauf und geordnetem Anstell-System zuzulassen." Auch auf der Silberhütte würde der Ansturm der Wintersportler und Familien an manchen Tagen nicht mehr mit den Coronaregeln konform gehen: "Die Leute kommen mit Picknickkörben, da werden teils Gelage gefeiert." Die nächsten Tage würden zeigen, wie der Winter für die Liftbetreiber ende: "Wir hoffen immer noch auf den einen oder anderen Skitag am Wurmstein."
"Wenn man diese Auswüchse in manchen Orten sieht, wäre es doch besser, einen regional begrenzten Liftbetrieb mit einem kontrollierten Ablauf und geordnetem Anstell-System zuzulassen."




















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