06.07.2020 - 16:42 Uhr
Fahrenberg bei WaldthurnOberpfalz

Zweites Fahrenbergfest: Ruhig werden bei Gott

"Gerade das Wort ‚Heimsuchung' hat man in den letzten Monaten mit Coronapandemie und Kontaktverbot in Verbindung gebracht”, meint Dekan Alexander Hösl. Beim zweiten Fahrenberger Fest feiern die Gläubigen eine andere Bedeutung des Wortes.

Dekan Alexander Hösl zelebriert den Festgottesdienst in der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung.
von Franz VölklProfil

"Maria ist uns Vorbild, auch sie musste ihre innere Ruhe finden, um Gott zu verstehen”, sagte der Vohenstraußer Stadtpfarrer Alexander Hösl am vergangenen Sonntag beim Festgottesdienst zum Patrozinium Mariä Heimsuchungin der Fahrenberger Wallfahrtskirche. Der Evangelist Lukas berichtet, wie Maria wenige Tage nach der Verheißung der Geburt des Gottessohnes durch den Engel Gabriel ihre Verwandte Elisabeth besucht. Bei der Begrüßung wird Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und preist Maria und ihr Kind. Darauf stimmt Maria einen Lobgesang an, der nach dem Anfangswort der lateinischen Fassung "Magnificat" heißt.

Im alltäglichen Leben könne man am Abend ein Loblied auf Gott nur dann anstimmen, wenn man mit ihm tagsüber auch in Berührung gekommen war. Leider sei unser Alltag sehr fordernd und mache oft ein Leben mit Gott unmöglich. Beruf und Freizeit, alles sei vorprogrammiert, man sei durch soziale Netzwerke 24 Stunden erreichbar. “In der vergangenen Coronazeit wurden wir zurückgeworfen und konnten uns auf unsere Familie einlassen, was durchaus ein positiver Aspekt war”.

Pilgern mal ganz anders

Tirschenreuth

Leider könne man aber aus dem Hamsterrad des Alltags schwer aussteigen. Die Stille zwinge die Menschen zum Nachdenken, wovor viele auch Angst haben. Selbst in der Stille suche man immer wieder nach Dingen, an denen wir herumwerkeln können. Zu Jesus Christus könne man auch mit innerer Unruhe kommen, er verfolge keine Leistung und kein Therapieziel. “Ein Gottesdienst bringt den Einzelnen auf intensive Weise mit Gott zusammen”. Bei jedem Gottesdienst können man auch mit Stress zu Gott kommen. So ermöglichte der Geistliche während der Predigt den anwesenden Gläubigen hinsichtlich ihrer Sorgen und Lasten eine Minute der Stille, um diese Gott zu überlassen. Währenddessen hörte man die Vögel rund um die Wallfahrtskirche freudig und beruhigend zwitschern, was die Stille noch bewusster machte “Gehen sie zu Orten wo sie ihre Lasten loslassen können”.

Sarah Klos begleitete mit ihrer anmutigen Stimme den Festgottesdienst, Ferdl Völkl und Sandro Reil begleiteten an der Orgel. Die Spielberger Wallfahrer und Pilger der Kolpinggruppe Oberviechtach feierten den Festgottesdienst mit. Landvolk – Kreisvorsitzender Manfred Kellner aus Albersrieth sprach die Lesung, Fürbitten und auch einen meditativen Text.

Dekan Alexander Hösl zelebriert den Festgottesdienst in der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung.
Dekan Alexander Hösl zelebriert den Festgottesdienst in der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung.
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