12.02.2021 - 16:18 Uhr
MünchenOberpfalz

Faktencheck: Kein auffälliger Anstieg der Krankheitstage in "Münchner Kliniken"

In den Münchner Kliniken soll angeblich reihenweise das Personal nach der Impfung ausfallen. Die Kliniken widersprechen dem Gerücht.

Auch Kliniken in Nürnberg und Erlangen haben der dpa mitgeteilt, dass es dort nach Impfungen zu keinem größeren Ausfall von Ärzten und Pflegepersonal gekommen sei.
von Agentur DPAProfil

Seit Ende Dezember 2020 wird in Deutschland gegen das Corona-Virus geimpft. Da der Impfstoff knapp ist, werden zunächst nur bestimmte Gruppen geimpft - dazu gehört vor allem auch medizinisches Personal, das in Einrichtungen mit hohen Ansteckungsrisiko arbeitet. In einem Facebookpost wird behauptet, infolge der Nebenwirkungen der Impfung könnten viele MedizinerInnen nicht mehr arbeiten, konkret in der Stadt München: "In den Münchner Kliniken fällt reihenweise das Personal nach der Impfung aus", heißt es in einem Sharepic eines Tweets. Ist das so?

BEWERTUNG:

Die "Münchner Kliniken" haben die Behauptungen zurückgewiesen. Im Rahmen der Impfungen habe es keine auffällige Entwicklung im Bereich der Krankheitstage gegeben.

FAKTEN:

Der Verbund der Krankenhäuser Münchens, die "Münchner Kliniken", hat die Behauptung zurückgewiesen. "Es gibt auch im Rahmen der aktuellen Impfungen beim Personal keine auffällige Entwicklung im Bereich der Krankheitstage. Dass ,reihenweise Personal ausfalle' können wir nicht bestätigen", teilte der Pressesprecher des Verbundes der Deutschen Presse-Agentur (dpa) auf Anfrage mit. Stattdessen deckten sich Beobachtungen nach der Impfung mit den verfügbaren Daten aus den bestehenden Impfstudien: "Aus den Studiendaten geht hervor, dass Impfreaktionen bei der Covid-Schutzimpfung vermehrt bei jüngeren Menschen und bei der zweiten Impfdosis etwas häufiger und stärker auftreten", teilte der Pressesprecher mit.

Kein größerer Ausfall von Ärzten und Pflegepersonal

Auch Kliniken in Nürnberg und Erlangen haben der dpa mitgeteilt, dass es dort nach Impfungen zu keinem größeren Ausfall von Ärzten und Pflegepersonal gekommen sei.

Begleiterscheinungen wie vorübergehende Müdigkeit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder Schmerzen an der Einstichstelle sind bei Impfungen üblich - so auch bei dem Biontech/Pfizer-Impfstoff. In den ersten fünf Wochen seit Beginn der Impfungen (27. Dezember 2020 bis 31. Januar 2021) traten nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) bezogen auf die Gesamtzahl nach wie vor bei weniger als einem Promille der Impfungen schwerwiegende Nebenwirkungen auf.

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