05.06.2019 - 12:36 Uhr
FalkenbergOberpfalz

145 Jahre im Zeichen der Blasmusik

Die Blaskapelle Falkenberg feiert an diesem Wochenende ihr 145-jähriges Bestehen. Zu den Höhepunkten im Festprogramm zählen der Sternmarsch mit Massenchor am Sonntagnachmittag und das Livekonzert mit "Labrassbanda" am Montagabend.

Dieses Foto von einer Maifeier aus dem Jahr 1902 ist die älteste bekannte Aufnahme der Blaskapelle Falkenberg.
von Werner RoblProfil

Die Vorbereitungen für das mehrtägige Spektakel laufen auf Hochtouren. Derzeit wird auf der Festwiese - "Droht" genannt - fleißig gearbeitet. Tag für Tag, jeweils ab 7 Uhr in der Früh, treffen sich die Helfer zum Aufbau. Das Festzelt wurde bereits am Dienstag unter der Leitung von Schloßbrauerei-Zeltmeister Horst Straub aufgestellt. Seither wird fleißig eingeräumt und gewerkelt.

Verbunden ist die 145-Jahrfeier der Blaskapelle, die vom 7. bis zum 10. Juni über die Bühne geht, mit dem Kreismusikfest. Dazu werden viele befreunde Blaskapellen und Musikgruppen erwartet. Den Fest-Auftakt jedoch machen die "Stoapfälzer Spitzbuam", die am Freitagabend ab 20.30 Uhr für Stimmung auf der "Droht" sorgen werden. Der Eintritt kostet 7 Euro. Regionale Schmankerl bietet der Jubelverein an, wenn er zusammen mit der Musikkapelle aus Dießfurt am Samstag, 8. Juni, ab 19 Uhr zu einem bayerischen Abend einlädt. Hier beträgt der Eintritt 2 Euro.

Unter freiem, hoffentlich weiß-blauem Himmel formiert sich nach dem musikalischen Sonntags-Frühschoppen, bei dem die Bärnauer Grenzlandbuam zu Gast sind, ab 13 Uhr der Sternmarsch. Ziel ist der Marktplatz, wo sich die teilnehmenden Musikkapellen zu einem Massenchor zusammenfinden. Gleich drei Musikkapellen, nämlich "Mission Böhmisch", die Stadtkapelle aus Kemnath und die Falkenberger Blaskapelle, runden den Sonntag ab, der mit einem Festabend seinen Ausklang findet. Zum Abschluss steht am Montag mit dem Livekonzert der Band "Labrassbanda" ein weiterer Höhepunkt im Festkalender. Die Eintrittskarten zum Preis von 33 Euro sind unter der Telefonnummer 0151/15 613 867 bei der Blaskapelle Falkenberg erhältlich.

Information:

Blick in die Chronik

Bereits um das Jahr 1860 bestand in Falkenberg eine Blaskapelle, die unter ihrem Leiter Engelbert Zöllner – einem Schuster – bis hinein ins Egerland Bekanntheit erlangte. Die Musiker wanderten alljährlich zu Fuß von Falkenberg „ins Böhmische“, um dort zur Kirchweih, bei Taufen oder bei Hochzeiten aufzuspielen. Die Kapelle musizierte fast ausschließlich nach Noten, die Zöllner selbst geschrieben hatte. Zu verdanken ist die Vereinsgründung aber dem Falkenberger Musiktalent Johann Kreil. Der engagierte Musikmeister stammte aus dem Kreil-Hofner-Haus Nr. 94. Die kinderreiche Familie besaß eine kleine Landwirtschaft und eine Hafnerei. Kreil rückte als junger Mann zum 6. Königlich-Bayerischen-Infanterieregiment nach Amberg ein, wo er bei den sogenannten 6-ern zum Militärmusiker ausgebildet wurde. Nach seiner Entlassung im Jahr 1874 kehrte er nach Falkenberg zurück und machte sich den weiteren Aufbau und die Gründung der bereits bestehenden, damals aber noch kleinen Blaskapelle zur Lebensaufgabe.

Während des Ersten Weltkriegs war es um das Musikgeschehen schlecht bestellt, nach 1918 startete man neu durch. Man traf sich zum Proben, den Raum dafür – die Küche der Familie Fischer – stellte der „Kramer-Gust“ zur Verfügung. Man zeigte sich auch wieder bei kirchlichen und weltlichen Festen im Ort. Kleine Tanzabende und Gartenfeste wurden auf die Beine gestellt. Nach den Nöten und Wirren des Zweiten Weltkriegs und dem damit verbundenen Rückschlag wagte die Blaskapelle mit kleinen Standkonzerten einen weiteren Neuanfang. Man musizierte bei Gartenfesten, die im Mühlwastl-Garten stattfanden. Unvergessen aus dieser Zeit sind auch die Veranstaltungen in der „Schwaige“ und später an der Naab hinter der Schoppermühle.

In Anerkennung ihrer Leistungen wurde der Blaskapelle Falkenberg vom 31. Mai bis zum 3. Juni 1974 die Ausrichtung des Bundesbezirksmusikfestes des Nordbayerischen Musikbundes für den Bezirk Oberpfalz übertragen. Gleichzeitig feierte die Kapelle ihr 100-jähriges Bestehen. Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildete ein Massenchor, an dem sich rund 600 Musikerinnen und Musiker beteiligten. Im Laufe dieser Festtage wurden 157 Hektoliter Bier ausgeschenkt und 9 Zentner Bratwürste verzehrt. Dieser Umsatz blieb den Behörden aber nicht verborgen. Die Steuernachzahlung – so erzählen die Falkenberger – sei empfindlich gewesen.

Gefeiert wird auf der „Droht“, wie die Festwiese an der Waldnaab von den Einheimischen genannt wird. Derzeit laufen die Vorbereitungen.
Beim Aufbau werden viele Hände benötigt: Am kommenden Wochenende wird auf der Festwiese Geburtstag gefeiert.
Zeltmeister Horst Straub ist für den reibungslosen Aufbau des Festzeltes verantwortlich.
Falkenberg zeigt sich für die 145-Jahr-Feier gut gerüstet. Auf der „Droht“ ist dafür reichlich Platz.
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