17.02.2020 - 14:38 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Eintauchen in den ganz normalen Wahnsinn

Mit beliebten Themen wie SUV oder Emanzipation unterhält Kabarettistin Barbara Weinzierl beim "Schwoazhanslzoigl" ein großes Publikum.

Mit ständig wechselnden Kostümen verstärkte Barbara Weinzierl immer wieder ihre Thesen zum ganz normalen Alltagswahnsinn.
von Ulla Britta BaumerProfil

Die überfüllten Schränke der Frauen und die nicht enden wollenden Diskussionen über Emanzipation waren ebenso Ziel des Spotts wie das gängige Kabarett-Thema "SUVs, braucht's das?". Die Kabarettistin Barbara Weinzierl konnte mit ihrer Comedy beim Falkenberger "Schwoazhanslzoigl" den Beifall eines großen Publikums gewinnen.

Sie geizte nicht mit unterschiedlichen Dialekten, was nicht von ungefähr kommt. Weinzierl, die auch Schauspielerin ist und in München lebt, stammt aus Österreich. Beim "Schwoazhanslzoigl" nahm sie unter anderem unter dem Titel "Wir müssen reden! Sex, Geld und Erleuchtung" witzig-frech die reiche Gesellschaft und Auswirkungen auf die Umwelt auf die Schippe.

Vor allem den Frauen sprach sie aus der Seele - beim Ausräumen der Schränke nach japanischem Vorbild. Weinzierl zog sich zur Erheiterung der Zuschauer jedes noch so skurrile Kleidungsstück, darunter ein roter Slip und BH, vor dem Publikum über und wollte sich partout nicht davon trennen. Den ersten Büstenhalter mit 13 und den Tanga, mit dem sie ihren Führerschein erreicht habe, könne man doch nicht einfach wegwerfen, sinnierte sie.

Zum Sparen von Ressourcen für die Umwelt hatte Weinzierl gleich mehrere brauchbare Ideen. Laut gelacht wurde, als sie vom Nachbarehepaar Peintinger erzählte, das jetzt eine ganz besondere Partnersuche mache. Ihre Frage "Fährt jemand einen SUV?" wollten nicht viele beantworten. Vielleicht gibt's die wirklich nur in gut betuchten Kreisen. Ober aber das "Schwoazhanslzoigl"-Publikum ahnte, was kommt, und hielt sich lieber zurück. Weinzierl ließ kein gutes Haar an den SUV-Fahrerinnen, die bei der Einkaufsfahrt den Sprit verschleudern und dann im Bioladen tun, als wären nur sie die wahren Umweltretter. Immer wieder schlüpfte die Kabarettistin nicht nur mit Gesten und Mimik in andere Rollen. Sie hatte extra ein komplettes Klamottenregal dabei, um entsprechend gekleidet, den "Hubert aus Wien", die Yoga-Tussi aus dem Youtube-Videoclip oder die Oma aus dem Seniorenheim zu mimen. Der "Hubert aus Wien" klagte im netten Wiener Dialekt dem Publikum sein Leid über seine jetzt emanzipierte Frau, die sich einen Flüchtling ins Haus geholt habe. Daheim müsse jetzt der Kühlschrank Kühlschränkin heißen, während der Wasserhahn zur Wasserhenne wurde.

Auch die Seniorenpolitik bekam ihr Fett weg. Die "Oma" wetterte über Stützstrumpf-Erotik in Apotheken-Zeitschriften und ging dann zum Senioren-Survivaltraining mit der Trauerhilfe. Weiter ging's mit vielen humorigen Anschauungen über "Gott und die Welt".

Ein großes Publikum ließ sich von Kabarettistin Barbara Weinzierl bestens unterhalten.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.