Denkt Altbürgermeister Herbert Bauer zurück, erinnert er an ein halbes Leben, das er unter anderem dem Verein „Forum Falkenberg – Freunde der Burg“ widmete. Der 74-Jährige ist eines der Gründungsmitglieder des Vereins. Damals war Eduard Zrenner Marktoberhaupt, Bauer war Lehrer und politisch engagiert. Warum der Verein sein musste, erklärt der Mitbegründer im Gespräch mit Oberpfalz-Medien mit wenigen Worten: „Wir wollten Zugang zur Burg.“ Herbert Bauer spricht von gut 40 Mitgliedern anfangs. „Die leider schnell wieder verschwunden sind.“
1990 taten sich in dem kleinen beschaulichen Ort Falkenberg mit der imposanten Burg 40 Leute zusammen, um das Gemäuer mit Leben zu erfüllen. „Der gemeinnützige Verein 'Forum Falkenberg – Freunde der Burg e.V.' gründete sich mit dem Ziel, kulturelle, wissenschaftliche und künstlerische Veranstaltungen im Geist des Grafen Friedrich Werner von der Schulenburg anzubieten.“ So steht es auf der Vereins-Homepage. Welche unglaublich umfangreiche Arbeit das werden sollte und welche Dynamik entstand, ahnte niemand.
Blasmusik, Klassik und Pop
Zuerst monatlich startete der Verein mit Kultur im idyllischen Burghof hoch oben auf dem Burgfelsen über den Dächern von Falkenberg. Regelmäßig erklang nun von den Burgmauern herab Musik in unterschiedlichsten Facetten. Irische Folkmusik war darunter, ebenso wie Blasmusik, Klassik, Pop oder Rock. In lauschigen Sommernächten wurde der Burghof Schauplatz von kulturellem und kultigem Leben auf dem Land.
In Herbert Bauers Amtszeit, der das Vereinsleben dann auch als Bürgermeister von Falkenberg mitgestaltete, platzte die Nachricht über den Verkauf der Burg. Für den Verein war nicht nur dies eine kritische Phase. „Das 'Forum Falkenberg' hat sich hoch verschuldet. Wir mussten überlegen, wie wir aus der Misere rauskommen", erklärt Bauer, der zu dieser Zeit schon Vorsitzender des Vereins war. Die beste Lösung lag ganz nah: Der Markt Falkenberg kauft sich die Burg. Allen, auch dem Förderverein, war klar: Falkenberg kauft damit eine immense Herausforderung und Verantwortung. Die maroden Gemäuer mussten saniert werden. Und das war extrem teuer. Der Mut einer kleinen Marktgemeinde und eines kleinen Vereins sollte mit Erfolg gekrönt werden. Herbert Bauer berichtet stolz von einer äußerst sensibel sanierten Burg, deren jetziges Ambiente und deren Konzept über die Region hinaus nur gelobt würden.
Im Zuge der Sanierung bekam Falkenberg sogar ein Tagungszentrum. Damit und mit den neu renovierten Burgsälen konnte das "Forum Falkenberg" wieder durchstarten. Aber: Die Burg war nun auch ein Hotel und musste bewirtschaftet werden. Wieder bewies "Forum Falkenberg - Freunde der Burg" viel Mut und pachtete die Burg. Seither gibt es noch mehr Vereinsarbeit, die weit ins Wirtschaftliche hineinragt. Gut, dass auch dem aktuellen Falkenberger Bürgermeister Matthias Grundler die Burg sehr am Herzen liegt. Grundler, vorher bereits Burgbeauftragter, ist Zweiter Vereinsvorsitzender.
Ziel: 500 Mitglieder
Seit der "frische Wind weht", gehe es auch mit den Mitgliederzahlen aufwärts, freut sich Bauer. „Aus höchstens noch 15 Leuten wurden 250 Mitglieder." Der Vorsitzende zeigt sich ehrgeizig: "Wir streben 500 an."
Gebremst und gestoppt wurde das unermüdliche Team lediglich von der Corona-Pandemie. Zwei Jahre lang blieben die Burgfenster dunkel und im Burghof ertönte keine Musik mehr. Im Frühjahr 2022 kehrte wieder Leben ein. Das Team von "Forum Falkenberg - Freunde der Burg", darunter Eva Gibhardt als Kulturbeauftragte, stellte für 2022 ein zwar etwas abgespecktes, aber feines Kulturprogramm zusammen. Und auch 2023 dürfen sich Besucher wieder auf attraktive Veranstaltungen freuen, verrät Herbert Bauer.
Damit nicht genug: Aufgabe von "Forum Falkenberg - Freunde der Burg" ist es auch, Burgführungen anzubieten. In der Burg wird geheiratet, es werden Geburtstage gefeiert und Tagungen gebucht. Man kümmert sich um die Belegung der Burghotelzimmer und darum, dass der Markt Falkenberg sein Burg-Jahr nicht mit einem Defizit abschließen muss. All diese Aufgaben müssen auf viele Schultern verteilt werden. Deshalb ist "Forum Falkenberg - Freunde der Burg" Arbeitgeber und baut auf viele ehrenamtliche Mithelfer.
"Forum Falkenberg - Freunde der Burg"
- Gegründet: 1990
- Zweck: gemeinnütziger Verein zur Belebung der Burg
- Mitglieder: Start mit 40 Mitgliedern, heute rund 250
- Führung: Vorsitzender Altbürgermeister Herbert Bauer, Zweiter Vorsitzender Bürgermeister Matthias Grundler
- Aufgaben: kulturelle, wissenschaftliche und künstlerische Veranstaltungen; Burgführungen; Hotelbetrieb





















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