07.07.2019 - 18:29 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Falkenberg feiert Primiz mit einem „Fest des Glaubens“

Neupriester Jaime-Pasqual Hannig hatte einen besonderen Wunsch: „Ich möchte das Fest mit „meinen Falkenbergern“, meiner Familie und Freunden feiern. „Es soll ein Fest des Glaubens werden.“

von Werner RoblProfil

Bereits in den frühen Morgenstunden herrschten am "Boder-Anwesen", wo Hannigs Großvater lebt, wenige Schritte daneben an der Kirche, zudem auch entlang der alten Fleischbank reges Treiben.

Motive wurden gezeichnet, Blumen herangeschafft, um sie danach, fein säuberlich in den Kreidemustern zu verteilen. An den Straßen wurden Birkenbäumchen, am Kirchplatz wurden Buden, Tische und Bänke aufgestellt. Entlang der alten Fleischbank erstreckte sich zudem - als besonderer Blickfang - ein überlanges Glaubenssymbol, das an die Sakramente erinnerte. "In ganz Falkenberg ist seit diesem Wochenende kein blühender Garten mehr zu finden", bedankte sich der Primiziant, Jaime-Pasqual Hannig, bei den Blütenspendern, die mit dazu beitrugen, dass aus der Primiz ein feierlicher und unvergesslicher, wenn auch nicht gerade sonniger Tag werden konnte.

Festlich herausgeputzt

Herausgeputzt hatte sich auch das Hannig-Haus, das unweit der geschmückten Pfarrkirche steht und wo der Primiziant auf seine Abholung geduldig wartete, um von dort mit dem Festzug zu starten. Ziel des "Kirchen-Rundganges", angeführt von der Blasmusik, den Vereinen und Fahnenabordnungen und begleitet von vielen Gläubigen, Vertretern der Kommunalpolitik und der Geistlichkeit, war die Pfarrkirche Sankt Pankratius, wo dort bereits die Glocken läuteten. Für einen reibungslosen und geordneten Ablauf sorgte ein Zeremoniar, Marc Eylitz, der die Abläufe genau erklärte. Der Primizgottesdienst für Jaime-Pasqual Hannig war ein großer Augenblick, eine Konzelebration mit vielen Geistlichen, die der Kolpingchor und der Gesangverein aus Schönhaid feierlich umrahmten. "Das Priesteramt ist ein großes Abenteuer", sagte Pfarrer Maximilian Roeb den Gottesdienst einleitend. "Seit deiner Priesterweihe am vergangenen Samstag, hast du - lieber Jamie - dich endgültig auf dieses Abenteuer eingelassen und uns zu einem Fest des Glaubens eingeladen." Der Einladung sei man gerne gefolgt. "Feiern wir auch gemeinsam die Heilige Messe."

Das Wort Gottes im Evangelium verkündete Diakon Andreas Kolb aus Mühldorf. Um die Festansprache hatte der Primiziant bereits vor Monaten den Münchner Universitäts-Professor und Pastoraltheologen, Dr. Andreas Wollbold, gebeten. "Ich hatte Gänsehaut, als ich um die Festpredigt gebeten wurde", gestand er. Die Ernte sei groß, aber es gebe nur wenige Arbeiter, zitierte er das vorangegangene Evangelium. "Danken wir Gott für den Neupriester und halten sie ihm die Treue und das über Jahre und Jahrzehnte hinweg." Ein Priester brauche Wurzeln. "Er braucht Hilfe, aber auch - wenn es einmal sein muss - jemanden, der ihm den Kopf wäscht." An die Gläubigen gewandt mahnte er: "Das ist ihr Job und ich glaube, das ist auch Ehrensache. Versprochen? - Ich glaube, sie versprechen das, Dankeschön."

Erster Beter der Gemeinde

Wollbold fügte noch ein allen vertrautes "Vergelt's Gott hinzu." Pfarrer hätten keine 5-Tage-Woche. "Nein gewiss nicht und heute erst recht nicht." Pfarrer seien eine Brücke, die sie zwischen dem hier und dem "Diesseits" bilden, fügte er an anderer Stelle hinzu und mahnte: "Mach dir den Altar zu deiner Heimat, werde zum ersten Beter in deiner Gemeinde. Wie sich das Wasser im Kelch mit dem Wein verbindet, so sollen mit Christus alle verbunden werden."

Hannig, der am Ende des Gottesdienstes auch die Fahnenbänder segnete und den allgemeinen Primizsegen spendete, bedankte sich bei allen Helfern. "Feiern sie mit mir", lud er zur Andacht am Nachmittag und anschließend nach draußen ein, wo bereits die Gratulanten, Geschenke, das Essen und danach - bei Kaffee und Kuchen - auch die eigens für den festlichen Tag gebackene Primiz-Torte warteten.

Dazu gesellte sich auch ein Marien-Messgewand, das Martina Mark im Namen der Kolpingsfamilie überreichte. "Am 1. September trete ich eine Kaplanstelle in der Wolfratshausener Pfarrei Sankt Andreas an", erklärte der Neupriester während sich allmählich die Regenwolken verzogen und langsam auch der blaue Himmel nach Falkenberg zurückkehrte. Landrat Wolfgang Lippert überbrachte - im Namen aller Ehrengäste - noch in der Kirche die Glückwünsche. "Wir brauchen dynamische Priester, die aufgeschlossen und modern sind", hob der Landrat an. "Wir brauchen aber auch mutige und entschlossene Geistliche, die sich mit den Veränderungen in der Kirche auseinandersetzen. Ich wünsche dem Neupriester für sein künftiges Wirken Gottes Segen. Da kann auch ein Zoigl durchaus unterstützend wirken." Hannig sagte, er werde sich bemühen ein Handwerker Gottes und des Friedens zu sein. "Ich hoffe nicht, dass ich ein moderner Priester bin. Ich möchte ein zeitloser Priester sein."

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.