Werbung für Natur- und Artenschutz – ohne schlechtes Gewissen und erhobenen Zeigefinger: Ein neues Veranstaltungsformat soll am 19. September für Nordostbayerns Natur und die verschiedenen Möglichkeiten, sie zu schützen, werben. Obwohl die Organisatoren ein ernstes Thema mit pädagogischem Ansatz verfolgen, soll der Tag bei freiem Eintritt vor allem Spaß und Freude bereiten. „Wir wollen, dass sich unsere Besucher noch lange und gerne an diesen Tag erinnern“, sagt Johannes Bradtka.
Der Vorsitzende des Vereins für Artenschutz, Landschaftspflege und Biodiversität (VLAB) mit Sitz in Erbendorf ist einer der Ideengeber des großen Artenschutztags. Die Burg Falkenberg im Landkreis Tirschenreuth soll dafür den passenden Rahmen bieten. VLAB, Naturpark Steinwald und die Steinwald-Allianz veranstalten den Tag gemeinsam. Der Eintritt und alle Veranstaltungen sind kostenlos.
Drei Säulen
Das Konzept des Tages basiert auf drei Säulen: Rund um die Burg bieten 15 lokale Naturschutzorganisationen ein Programm, das Besucher jeden Alters ansprechen soll. Neben den Naturparks der Region stellen Ortsgruppen verschiedener Naturschutzorganisationen sich und ihre Arbeit vor. Das Ziel sei, den Besuchern zu zeigen, welche positive Arbeit für Natur und Artenvielfalt bereits geleistet wird. Es gibt Fotoausstellungen, Experten stehen für Gespräche bereit und für Kinder warten Mitmachprogramme.
Die zweite Säule richtet sich an Besucher mit vertieftem Interesse. Ausgewiesene Experten leiten vier Fachexkursionen. So wird der stellvertretende Leiter des Naturparks Bayerischer Wald, Professor Jörg Müller, gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Naturparks Steinwald, Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg, unter dem Titel „Wald im Fokus“ die Einzigartigkeit der Wälder der Region vorstellen. Die weiteren Fachexkursionen befassen sich mit der Vielfalt von Pilzen, Flüssen und Bächen sowie Rindern und Wasserbüffeln auf wilden Weiden. Bei allen vier Ausflügen bringen kostenlose Shuttlebusse die Teilnehmer in die Natur, wo die Experten tiefere Einblicke vermitteln.
Am Abend spielen die Experten erneut eine Rolle bei einer Podiumsdiskussion. Matthias Glaubrecht, ein Biodiversitätsforscher, eröffnet das Abendprogramm mit einem Vortrag. Die Besucher haben anschließend die Möglichkeit, Fragen an die Fachleute zu stellen.
Fachwissen, aber fesselnd
Mit dem Professor an der Universität Hamburg habe die Idee zur Veranstaltung ihren Anfang genommen, erinnert sich Bradtka. „Im vergangenen Jahr habe ich sein neues Buch in einem Stück durchgelesen“, sagt der VLAB-Vorsitzende und fügt hinzu: „Am meisten hat mich beeindruckt, dass das Thema nicht negativ transportiert wird.“ Stattdessen werden Lösungsansätze für den Schutz der Artenvielfalt gezeigt. Der Titel des Werkes lautet: „Das stille Sterben der Natur: Wie wir die Artenvielfalt und uns selbst retten“. Es verbindet laut dem Experten fesselnde Sprache mit Fachwissen.
Bei den Vorstandskollegen des VLAB habe er einen Vortrag von Glaubrecht vorgeschlagen. Gleichzeitig sei ihm klar gewesen, dass ein einfacher Vortrag fast zu wenig wäre. Im Austausch sei dann die Idee entstanden, die positive Stimmung des Buches in einem Aktionstag zu vermitteln. Am Ende des Ideenprozesses mit den Mitorganisatoren stand der Aktionstag für den 19. September.













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