12.07.2021 - 11:42 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Museumsfachstelle: Marktrat Falkenberg einstimmig für Kostenbeteiligung

Die Museumsfachstelle der Ikom Stiftland soll fortgeführt und zur Dauereinrichtung werden. Weil es aber keine staatliche Förderung mehr gibt, sind die Kommunen am Zug. Um die konkrete Kostenbeteiligung ging es nun im Marktgemeinderat.

Das Museum in der Burg Falkenberg gehört seit 2020 zum Museumsverbund "Das Zwoelfer". Um die Betreuung kümmert sich auch die Museumsfachstelle der Ikom Stiftland - deren Finanzierung war jetzt ein Thema im Marktgemeinderat.
von Werner RoblProfil

Der Zweckverband Ikom Stiftland beschäftigt seit Herbst 2018 Barbara Habel als wissenschaftliche Museumsfachkraft sowie Stefanie Schreiner als deren Assistentin. Zum Aufgabengebiet der beiden gehört auch die Betreuung von zwölf nichtstaatlichen Museen im Landkreis Tirschenreuth, die sich seit 2020 "Das Zwölfer" nennen. Die künftige Finanzierung der Museumsfachstelle war nun ein Thema im Falkenberger Marktgemeinderat.

Drei Jahre lang bezuschusste die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen das Ikom-Projekt mit einer 50-prozentigen Kostenbeteiligung. "Diese Förderung läuft zum Jahresende aus und kann nicht mehr verlängert werden", informierte Bürgermeister Matthias Grundler mit Bedauern. Darüber, dass die Museumsfachstelle beibehalten werden soll, sei man sich im Landkreis einig. Frühzeitig habe sich die Ikom an die Landesstelle gewandt und um eine Verlängerung der Bezuschussung gebeten, was aber abgelehnt worden sei.

5200 bis 5400 Euro

"Für eine Fortführung der Museumsfachstelle wurde beim Landkreis Tirschenreuth alternativ eine 50-prozentige Kostenbeteiligung beantragt", teilte Grundler weiter mit. "Der verbleibende Rest müsste von den beteiligten Museumskommunen getragen werden." Die geschätzten Gesamtkosten für die nächsten drei Jahre bezifferte Grundler auf rund 124 000 bis 128 000 Euro. Die Hälfte davon, rund 62 000 bis 64 000 Euro pro Jahr, bliebe für die Kommunen übrig. Falkenberg müsste einen anteiligen Betrag von rund 5200 bis 5400 Euro tragen. Rückblickend verwies Grundler auch auf die bereits geleisteten Beiträge für die Jahre 2018 bis 2020 in Höhe von durchschnittlich rund 2210 Euro. Die geleistete Vorauszahlung für 2021 bezifferte der Bürgermeister auf 2820 Euro.

Zuvor hatte Grundler Barbara Habel in der Sitzung willkommen geheißen. Sie stellte das Aufgabengebiet der Fachstelle in Wort und Bild vor und warb auch für die finanzielle Beteiligung der Marktgemeinde Falkenberg. Als besonders wichtig bezeichnete Habel die Vernetzung und den permanenten Austausch mit den jeweiligen Museumleitern. "Daraus entstand eine kleine Museumsfamilie", bekannte sie. Mit Blick auf die Öffentlichkeitsarbeit betonte die Referentin: "Gemeinsam für die Museen im Landkreis zu werben, macht Sinn."

Steigende Zugriffszahlen

Gut unterwegs sei man im Internet und den sozialen Medien. Die steigenden Zugriffszahlen seien ein Beweis für das zunehmende Interesse. Die stets aktuell gehaltene Internetseite (www.daszwoelfer.de) betrachtete Habel als "verlängerten Arm" der neuen Informationsbroschüre. Habel hatte einige Exemplare mitgebracht, damit sich das Gremium ein Bild von den Inhalten machen konnte. Eingebunden war dabei auch der örtliche Museumsleiter Reinhard Schabl. Vorgeführt wurde den Gemeinderäten dann der mit Schabl gedrehte Kurzfilm über die Burg.

"Es macht richtig Lust, wieder loszulegen," bemerkte Bürgermeister Grundler zum Imagefilm. "Die Besucher, die durch Falkenberg gehen oder in der Burg verweilen, müssen das Faltblatt in die Hand gedrückt bekommen", machte Grundler deutlich. Man müsse es dort auflegen, wo das Publikum unterwegs sei.

"Die Marktgemeinde Falkenberg ist im Boot", kommentierte Grundler den am Ende einstimmig gefassten Beschluss des Gemeinderats für eine Kostenbeteiligung in Höhe von 5 200 bis 5 400 Euro - sofern, wie vorgesehen, der Landkreis 50 Prozent der Gesamtkosten übernimmt. Das Geld wird in den Gemeindehaushalt 2022 eingeplant.

Im Marktgemeinderat ging es auch um das Thema Familie

Falkenberg
Die Arbeit der Museumsfachstelle der Ikom Stiftland stellte wissenschaftliche Fachkraft Barbara Habel im Marktgemeinderat Falkenberg vor.
Hintergrund:

"Das Zwoelfer"

  • 2020 schlossen sich zwölf Museen im Landkreis Tirschenreuth zu einem Verbund zusammen, der als "Das Zwoelfer" auftritt.
  • Dabei sind die Grenzlandheimatstuben in Bad Neualbenreuth, der Sengerhof in Bad Neualbenreuth, der Geschichtspark Bärnau/Tachov, das Deutsche Knopfmuseum in Bärnau, das Heimat- und Bergbaumuseum in Erbendorf, das Museum Burg Falkenberg, das Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum in Kemnath, das Gelebte Museum in Mähring, das Museum für Porzellan, Glas und Handwerk in Mitterteich, das Museum im Rathaus Plößberg, das Museumsquartier in Tirschenreuth und das Stiftlandmuseum in Waldsassen.
  • Im aktuellen Flyer der Ikom Stiftland sind auch drei Museen erfasst, die sich noch im Aufbau befinden: das Dokumentationszentrum Flucht und Vertreibung in Erbendorf, das Theres-Neumann-Museum in Konnersreuth und der Kulturbahnhof in Wiesau.

 

 

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