02.02.2020 - 14:38 Uhr
FalkenbergOberpfalz

„Auf einen trockenen Sommer folgt ein viel zu trockener Winter“

Das oft heiß diskutierte Wetter war nur ein Punkt beim Pflanzenbautag des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Zudem versprach der Vormittag geballte Information und reichlich Stoff für einen Dialog mit den vier Referenten.

Referenten waren (von links) Ludwig Peter, Reinhard Ostermeier, Johannes Schrems und Michael Lukas.
von Werner RoblProfil

Rund 100 Landwirte aus der Region folgten einer Einladung in den Falkenberger Prockl-Saal, um sich durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) umfassend informieren zu lassen. Die Themenbereiche beleuchteten Pflanzenanbauberater Johannes Schrems und der Wasserberater des Landkreises, Michael Lukas vom AELF. Referenten waren zudem Reinhard Ostermeier vom Bayreuther Fachzentrum für Pflanzenbau und der Pflanzenbauberater des Erzeugerrings Oberpfalz, Ludwig Peter.

Die Landwirte plagen derzeit viele Sorgen. Dazu gehören nicht nur die Erzeugerpreise und der Rückgang der Zahl der Landwirte. Für Stirnrunzeln sorgt auch der Klimawandel. "Dessen Folgen spürte man auch im vorigen Jahr deutlich." Dazu merkte der Pflanzenanbauberater am AELF, Johannes Schrems, weiter an: "Die Niederschlagsmengen sind im Landkreis zwar unterschiedlich, überall aber deutlich zu gering."

Wassersparen

In der Vortragsveranstaltung bedauerte er: Auf den Äckern verdunste mehr, als von oben herabkomme. "Auf den trockenen Sommer folgte ein derzeit noch viel zu trockener Winter." Schrems fasste zusammen: "Über das Wetter können wir kräftig reden, ändern können wir das überall gleiche Problem aber nicht." Schrems bilanzierte: "Wassersparen wird ein großes Thema werden."

Kein Freund der Landwirte - trotz des wohlklingenden Namens - sei das "Getreidehähnchen", informierte Schrems an anderer Stelle über einen Schädling, der sich mehr und mehr ausbreite. Die Käfer-Weibchen legen bis zu 200 Eier einzeln oder in kleinen Gruppen bevorzugt auf Getreideblättern wie Hafer, Gerste und Weizen, aber auch auf Gräsern ab. Die Larven schlüpfen nach rund einer Woche. Anhand von Bildern erklärte Schrems Anbaubeispiele und Befallarten auch von anderen Schädlingen. Mit Diagrammen untermauerte er das mitgebrachte Zahlenmaterial.

Nächstes Thema waren die Düngung und die dazugehörigen Verordnungen und Meldeformulare. Zudem schnitt Schrems noch einmal das Volksbegehren an. Er befasste sich mit den Auswirkungen bei der Gesetzesänderung, zum Beispiel beim Mähen und der Düngung an Gewässern. "Schaut in den Mähknigge", empfahl der Fachberater beizeiten die Handlungsempfehlungen zur tierschonenden Mahd näher zu studieren. "Die Kulisse Fließgewässer bedarf jedoch einer Überarbeitung", appellierte der Fachmann an die Gremien, den in seinen Augen noch strittigen Punkt auf den Prüfstand zu stellen. Angeschnitten wurde auch das Walz- und in bestimmten Monaten verhängte Mähververbot. "Achtet auf diese wichtigen Dinge, die uns alle betreffen", mahnte Schrems eindringlich, die Verordnungen einzuhalten.

Dem Thema "Kulap" (Bayerisches Kulturlandschaftsprogramm) stellte sich der Wasserberater im Landkreis Tirschenreuth, Michael Lukas. "Was ist neu, wie können Fehler bei der Antragsstellung - Stichworte Neu- und Anschlussverpflichtung - vermieden werden?"

Michael Lukas befasste sich zudem intensiv mit dem Thema "Vielfältige Fruchtfolge mit blühenden Kulturen". Im Verlauf seines Referates erklärte er, welche Pflanzen (zum Beispiel Klee, Luzerne, Sonnenblumen, Leindotter) dazu zählen. Wie sein Vorredner empfahl auch Lukas, den "Mähknigge" zu studieren.

Verstärkt kontrollieren

Nach einer kurzen Pause stellte der am Bayreuther Fachzentrum für Pflanzenbau tätige Reinhard Ostermeier die verschiedenen Pflanzenschutzmittel vor. Zudem folgten Tipps, wie Schädlinge und Pflanzenkrankheiten zu kontrollieren beziehungsweise zu behandeln seien. Ostermeier warnte: "Die Behandlungen müssen sich auch rechnen." Welche Mittel besser und welche schlechter seien, könne auch er nicht mit Bestimmtheit sagen. In den Blick rückte er zudem die landwirtschaftliche Versuchsanlage in Wolfsdorf (Landkreis Lichtenfels) und die dort erzielten Ernteerfolge.

Ludwig Peter, Pflanzenbauberater des Erzeugerrings Oberpfalz, beleuchtete im letzten Fachvortrag die effiziente Stickstoffausnutzung bei der Ausbringung von organischen Düngemitteln. Zudem zog er ein Fazit bei der Mulchsaat von Sommergerste.

Über die aktuellen Themen im Bereich Pflanzenschutz referierte Reinhard Ostermeier vom Fachzentrum für Pflanzenbau in Bayreuth.
Die Veranstaltung, bei der auch Fragen gestellt wurden, leitete Johannes Schrems vom AELF Tirschenreuth.
Nach seinem Referat übergab Johannes Schrems das Wort an den Wasserberater im Landkreis, Michael Lukas (links), der über die Details bei der Kulap-Antragsstellung informierte.
Rund 100 Landwirte folgten der Einladung in den Falkenberger Prockl-Saal.

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