10.06.2020 - 13:21 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Zoigl und mehr im Felsenkeller

Über den alten Felsenkeller in der Falkenberger Ortsmitte wird schon lange diskutiert. Dank einer staatlichen Förderung kommt jetzt Bewegung in die Sache. Der Keller soll saniert, ein Nutzungskonzept erstellt werden.

Der Felsenkeller an der Schwaige wird saniert, um ihn danach sinnvoll nutzen zu können. Vorgestellt wurden die Pläne nun in der Sitzung des Falkenberger Marktrates.
von Werner RoblProfil

Das Thema Felsenkeller beschäftigt den Marktrat schon seit einigen Jahren. Ins Auge gefasst wurde auch ein möglicher Rückbau. Den Abriss aber lehnte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege kategorisch ab. Dabei wäre die Abbruch-Lösung wesentlich kostengünstiger, war eines der Argumente in der Marktratssitzung im November 2017.

Statt den Keller abzubrechen, hat man sich jetzt aber doch im Gremium für eine Sanierung ausgesprochen. Um das staatlich geförderte Vorhaben sinnvoll umsetzen zu können, schaltete der Markt Falkenberg das Tirschenreuther Architekturbüro Brückner & Brückner ein. Die überarbeitete Planung wurde nun am Dienstagabend von Peter Brückner und Falk Leopold im Detail vorgestellt. Diplom-Ingenieur Peter Brückner beschrieb den Gewölbekeller mit "erzählende Räume". Er fügte hinzu: "Es wäre doch schade, wenn er nicht mehr genutzt würde." Zwischenzeitlich erfolgte auch eine statische Untersuchung durch das Ingenieurbüro Bodensteiner & Partner. Die Weidener Fachleute empfahlen einen Ringanker, um die Wände zu sichern. Ein besonderes Anliegen der Tirschenreuther Architekten ist der Erhalt des Erscheinungsbildes. Ganz aus dem Blickfeld verschwinden wird aber das derzeit noch vorhandene Blechdach.

Multifunktional

Aus dem Inneren des Kellers könnte ein multifunktionaler Veranstaltungsraum werden. "Das Gewölbe wird freigelegt und sauber gemacht", erklärte Brückner. Um die Innenbelüftung zu gewährleisten, schlug Brückner zwei bis drei kleine Fenster vor, die noch eingebaut werden müssten. Wie der Fachberater an anderer Stelle anklingen ließ, könnte man die hinteren Räume als Zoiglkeller nutzen. Vom Platz her möglich wäre auch der Einbau einer Theke oder einer Toilette. "Darüber und über vieles andere wird man aber noch sprechen müssen", schob Brückner nach.

"Wie ein kleiner Balkon"

Überhaupt noch nicht entschieden wurde die Art der Dachgestaltung. Brückners Idee wäre eine begrünte oder gepflasterte Fläche. "Wie ein kleiner Balkon, den man gesichert nutzen könnte", beschrieb Peter Brückner eine mögliche Form der aber noch nicht geplanten Realisierung. Wie der Fachmann weiter darlegte, könnte durch eine Bodenabsenkung ein erleichterter Zugang für Rollstuhlfahrer ins Innere geschaffen werden. Als dafür geeignet schlug Peter Brückner den Bereich der Fluchttüre vor.

Bericht zur konstituierenden Sitzung des Marktrats Falkenberg

Falkenberg

Vor wenigen Tagen hatten Mitarbeiter des Bauhofs damit begonnen, unter Zuhilfenahme einiger Holzlatten die Umrisse des einmal neu gestalteten Felsenkellers anzudeuten. Die Konstruktion müsse aber noch einmal kritisch überprüft werden, hegte Peter Brückner Zweifel an der korrekten Umsetzung der von ihm vorgegebenen Maße.

Die Empfehlungen werden wir prüfen.

Bürgermeister Matthias Grundler

Es sei eine Fleißaufgabe, aus einem Leerstand etwas Sinnvolles zu machen, fasste Bürgermeister Matthias Grundler zusammen. Er riet auch, die Zoigl-Traditionen in Form einer kleinen Ausstellung mit einzubinden. "Die Empfehlungen werden wir prüfen", kommentierte Bürgermeister Grundler die Ideen der Architekten Peter Brückner und Falk Leopold.

In die Diskussion schalteten sich auch die Markträte Johann Enslein und Johannes Bauernfeind (beide CSU) ein. Geklärt wurden dabei auch die Fragen nach einer sinnvollen Belüftung der Räume und des Frostschutzes in der (möglichen) Toilettenanlage. "Wir werden den Wiedereinstieg in das Thema vorantreiben und es in der Juli-Sitzung noch einmal behandeln", versprach Bürgermeister Matthias Grundler mit Blick auf die Revitalisierung des Felsenkellers beim Tagungszentrum in der Schwaige, nahe der Alten Feuerwache, zwischen Brauhaus und Burg.

Mit der Sanierungsplanung wurde das Tirschenreuther Architekturbüro Brückner & Brückner beauftragt. Peter Brückner und Falk Leopold (von links) stellten die Ideen am Dienstag vor.

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