Fasching macht's möglich: Unterwasser-Segway in Dietldorf

Ausgebuchte Segway-Unterwassertouren und das Vils-Tiefseeorchester kurbeln den Fremdenverkehr an. Vielleicht aber auch nur in der närrischen Jahreszeit. Die neuen Tourismus-Attraktionen waren Thema beim 48. Dietldorfer Faschingszug.

von Paul BöhmProfil

Viel Lokalkolorit, aber auch die große weite Welt machten den 48. Faschingszug der Neuzeit in Dietldorf am Sonntag wieder zu einem besonderen Spektakulum. Einige Tausend Schaulustige reihten sich entlang der Dorfavenue auf, um den närrischen Catwalk zu bestaunen. Und auch, um zu weinen - weil es derzeit im Dorf kein Bauland gibt. Wenigstens mit dem Fremdenverkehr geht's aufwärts – der Grund dafür sind (nicht ganz freiwillige) Unterwasser-Segway-Touren. Die Dietldorfer wissen genau, wer damit auf den Arm genommen wurde.

Unüberhörbar hallte im Dorf entlang des Zugweges der Schlachtruf „Diti Diti“. Das Kirchdorf schrieb mit vielen originellen Zugnummern wieder einmal Faschingsgeschichte. Da war kein Durchkommen mehr am Dorfstachus - trotz Polizeipräsenz. Ein letztes Mal huldigten Lieblichkeiten und Tollitäten aus Dietldorf, Schmidmühlen und Burglengenfeld samt Garden und Elferräten ihrem närrischen Volk.

Die Dorfthemen standen in der Hitliste mit originellen Fußgruppen und Faschingswägen natürlich ganz oben. Dafür haben die Dietldorfer schon immer ein Händchen gehabt. Gut 30 Zugnummern gab es. Die Blaskapellen aus Schmidmühlen und Burglengenfeld sorgten zusammen mit dem Dietldorfer Vils-Tiefseeorchester unter der Leitung von Volker Schmidt für den richtigen Ton. Für die Dorf-Bienen wurde eine Blumenwiese angesät. Der Dieselrauch wurde als gesünder angepriesen als der Zigarettendampf. Die Bauplatznot wurde beweint, weil dadurch am Ende auch die Vereine aussterben können. Der Whiskey-Klau aus der Emhofer Dorfbar wurde akribisch nachgestellt.

Sägespäne zu den Verflossenen legten eine verräterische Spur. Dieses Brauchtum rief nicht nur die Dorffeuerwehr auf den Plan, sondern auch noch die Polizei. Angst haben die Dietldorfer, dass Donald Trumps Mauer gleich hinter ihrem Dorf mit Klopapier-Sichtschutz gebaut werden soll. Die vergesslichen Kassiere der Emhofer Feuerwehr wurde durch den Kakao gezerrt. Und schließlich galt es noch, die Dietldorfer Wettschulden in Sachen Lanzenrieder Dorffest einzulösen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.