Was für ein Boom: Michael van Gerwen, Phil Taylor, Raymond van Barneveld, Peter Wright, Max Hopp oder Gary Anderson – die Größen der internationalen Dart-Szene sorgen nicht nur für steigende TV-Einschaltquoten. Sie sind auch für den in der Arena auf Schalke aufgestellten Zuschauer-Weltrekord verantwortlich. Dort feuerten im Mai sage und schreibe über 20 000 Fans ihre Idole des Dart-Sports an.
„Die gestiegene Präsenz in den Medien macht Dart nach einem Tief in der 90er-Jahren wieder bekannter“, weiß Peter Brenner, Spieler des Dart-Clubs (DC) des Bistros „Bobur“ in Weiden, der selbst seit langem der Faszination der drei kleinen Pfeile verfallen ist und früher zur erfolgreichen Mannschaft des ehemaligen Cafés Sedan gehörte. Zusammen mit seinen Teamkollegen Alexander Lang, Markus Grundler, Gerhard Platzer, Matthias Ott und Manuela Ahlert spielt er in der C-Klasse der Dart-Liga Weiden von Automaten Bauer.
Aktuell sind dort in zehn Ligen 100 Mannschaften mit über 500 Spielerinnen und Spieler am Start, darunter auch die Dartfreunde Eslarn, die mit ihren über 260 Mitgliedern der größte Dart-Verein in Deutschland sind. Der DC „Bobur“ mit seinen drei Teams – eines in der C-, zwei in der A-Klasse – steht dabei exemplarisch für die positive Entwicklung des Dart-Sports in der nördlichen Oberpfalz, in der es inzwischen auch eine Liga von Automaten Brunner, eine offene sowie eine Steel-Dart-Liga gibt.
Dienstag im „Bobur“, es ist Trainingsabend: Links in der Kneipe stehen zwei Dart-Automaten. Nach und nach trudeln die DC-Akteure ein. „Bewaffnet“ mit kleinen Boxen und Köfferchen, in denen sie sorgfältig ihr Spielgerät und das entsprechende Zubehör aufbewahren. Flights (Flügel), Barrells (Schäfte), Plastik- und auch Metallspitzen sind darin. „Wir spielen das sogenannte elektronische Dart, bei dem die Plastikspitzen zum Einsatz kommen“, erklärt Alexander Lang.
Sie sind nur etwa 15 Zentimeter lang und um die 20 Gramm schwer – die besagten drei Pfeile. Allerdings passt sie jeder Spieler seinen individuellen Wünschen entsprechend an. Manche Darts haben einen schmalen oder kurzen Schaft, manche einen längeren und dickeren. Manche sind lediglich 12 Gramm schwer, manche an die 20: „Man testet viel und lange aus, mit welcher Zusammenstellung man am besten werfen kann“, unterstreicht Platzer. „Das bleibt jedem selbst überlassen. Wie man halt damit zurechtkommt“.
Seit knapp zwei Jahren gehen die „Bobur“-Teams auf Punktejagd. Gespielt wird das ganze Jahr über, die Saison ist in zwei Hälften unterteilt, und die Gegner kommen unter anderem aus Mitterteich, Wiesau oder Pfreimd. Eine Hälfte beginnt dabei im März und endet im Juli, die andere findet dann im zweiten Halbjahr statt. „Wir spielen eine Hin- und Rückrunde“, so Brenner. Die dritte „Bobur“-Mannschaft rangiert aktuell in der C-Klasse mit 15 Punkten auf dem zweiten Rang, hat beste Chancen auf den Aufstieg.
„Der Spitzenreiter hat 16 Zähler auf seinem Konto, der Drittplatzierte 14 – es ist also spannend, wobei wir gegen die beiden Mitkonkurrenten noch spielen müssen. Wir haben es selbst in der Hand, Meister zu werden“, sagt Ahlert und lässt schon einen gewissen sportlichen Ehrgeiz durchblicken. Aber nicht nur: „Dart zu spielen, macht einfach nur Spaß“, ergänzt Brenner.
Er erklärt sich die Faszination der drei kleinen Pfeile mit dem „Geselligkeitsfaktor einer Sportart, die in den Kneipen Englands ihren Ursprung hat“. „Man trifft viele andere Leute und verbringt mit denen einen lustigen Abend“, untermauert Lang. Aber er macht keinen Hehl daraus, dass das Darten schon „einen gewissen Suchtfaktor“ in sich birgt.
„Es ist wie beim Golfen: Hat man einmal Lunte gerochen, hört man nicht mehr auf. Im Gegenteil: Man will immer besser werden und genauer treffen“, sagt Lang, der – wie so viele Spielerinnen und Spieler – auch eine Dart-Scheibe zu Hause hat, dort mit Freunden spielt und trainiert. Oder, wie so viele andere auch, einfach nur vorm Fernseher sitzt und mit den Größen des Dart-Sports mitfiebert. (lst)
Informationen und Regeln
In den C-Klassen wird nach den Regeln des „301 Single Out“ gespielt. Der Spieler startet mit 301 Punkten und muss durch zielsicheres Werfen versuchen, exakt auf Null herunterzuwerfen. Pfeile, die im schmalen äußeren Ring landen, zählen die doppelte Punktanzahl des Feldes. Die, die im schmalen inneren Ring landen, die dreifache.
Das sogenannte „Bull“, also die Mitte in der Dart-Scheibe, ist in zwei Punktefelder untergliedert: Das „Single Bull“ bringt 25 Punkte, das „Double Bull“ 50 Zähler. Die höchste Punktzahl mit einem Pfeil kann mit einem Treffer in das „Triple 20“-Feld (also 60 Punkte) erzielt werden. Mit den zur Verfügung stehenden drei Pfeilen pro Wurfdurchgang können maximal 180 Punkte erzielt werden.
In den B-Klassen wird das „501 Master Out“ gespielt: Es muss von 501 abwärts schnellstmöglich die Null erreicht werden, wobei die letzte angezeigte Punktzahl mit einem Dreifach- oder Zweifach-Feld getroffen werden muss.
Ab der A-Klasse aufwärts gelten die Regeln des „501 Double Out“. Sie sind die gleichen wie beim „501 Master Out“, allerdings darf die letzten angezeigte Punktzahl nur mit einem Zweifach-Feld getroffen werden. (lst)

















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