12.10.2018 - 14:59 Uhr
Oberpfalz

FC muss in die Nachspielzeit

Die Stippvisite des FC Amberg in der Fußballregionalliga 2015/2016 offenbart sich für die TV-Abteilung als existenzbedrohliches Fiasko. Um zu retten, was zu retten ist, muss ein alles entscheidender Termin abgewartet werden.

TV-Vorsitzender Thomas Bärthlein (rechts) ist qua Satzung derzeit Interims-Abteilungsleiter der FC-Fußballer. In einer Versammlung muss er eingestehen, dass die Abteilung mit dem Ausflug der ersten Mannschaft in die Regionalliga an den Rand des wirtschaftlichen Ruins und Image-Totalverlusts getrieben wurde. Gebannt ist die Gefahr beileibe noch nicht.
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Amberg. (zm) Donnerstagabend, 19.30 Uhr, Stadiongaststätte. In einer Abteilungsversammlung wird erst nach und nach deutlich, dass es ans Eingemachte geht. Ein Beispiel: Nach rund einer Stunde haben die Teilnehmer erfahren, dass die Stühle und Bänke, auf denen sie sitzen, weder dem FC, noch dem TV gehören, sondern der Sportpark GmbH. Sie ist Teil eines wirtschaftlichen eng verschlungenen Konstrukts, das geschaffen wurde, um die Risiken zu minimieren, die mit dem semiprofessionellen Gebaren in der Fußball-Regionalliga verbunden waren.

Knall auf Fall

Geklappt hat das nicht, musste TV-Gesamtvorsitzender Thomas Bärthlein vor rund 30 Abteilungsmitgliedern und einigen Spielern aus dem Junioren-Restkader Zug um Zug eingestehen. Er ist derzeit der per Satzung installierte Vorsitzende der Fußballabteilung. Ihm zufolge ist am 2. Februar für ihn völlig unerwartet das Geflecht rund um die erste Mannschaft zusammengebrochen, als die damalige Abteilungsspitze geschlossen zurückgetreten ist. Acht Minuten vor der Veröffentlichung der entsprechenden Pressemitteilung habe er davon erfahren.

Rund um die FC-Fußballer im TV rankten sich damals die Sportpark GmbH, eine Verwaltungs-GmbH und eine Spielbetriebs-KG. Die geschäftlichen Fäden zog maßgeblich Wolfgang Gräf, Hauptgesellschafter war der Sponsor Helmut Schweiger. Auch der TV war und ist noch Mitgesellschafter in diesem Konstrukt, hat laut Bärthlein aber alle geschäftlichen Beziehungen zu diesen Gesellschaften aufgekündigt. Nun sollen die Firmen ordentlich liquidiert werden, was bisher trotz einiger Anläufe nicht geklappt habe.

Banges Abwarten

"Zu dieser Gesellschafter-Versammlung muss der Geschäftsführer einladen. Das hat er aber bisher nicht getan oder Termine sind geplatzt", beklagte sich der Interims-Abteilungsleiter. Derzeit seien für Ende des Monats zwei neue Anläufe vereinbart worden, eine Einladung gebe es aber bis heute nicht. Bärthlein und die FC-Fußballer hängen also gewaltig in der Luft. Ein Zwischenrufer forderte deshalb den radikalen Schnitt, Insolvenz für die GmbHs zu beantragen. " ,Der TV treibt den FC in die Insolvenz', auf diese Schlagzeile wartet Schweiger doch nur", warnte Bärthlein eindringlich vor diesem Schritt und wurde von TV-Geschäftsführer Sven Metzler und einigen Mitstreitern unterstützt.

14 500 Euro hat der FC als TV-Abteilung derzeit noch auf dem Konto. Das Geld sei wohl um die Jahreswende herum aufgebraucht, rechnete der Interims-Abteilungsleiter vor. Alle Anstrengungen müssten deshalb in Bemühungen investiert werden, wieder solide Sponsoren zu gewinnen, appellierte nicht nur einmal Werner Aichner, als der Mann, der wie kaum ein anderer für den FC als Amateurverein herkömmlicher Prägung, statt aufgeblasenen Pseudo-Profigebarens steht. In der Hand, wie es weitergehen soll, haben es derzeit aber offensichtlich ganz andere.

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