10.01.2021 - 09:52 Uhr
FensterbachOberpfalz

Amsel wird zum Haustier

Manche Haustiere sucht man sich aus, andere sind auf einmal da. Letzteres war bei unserem Autor Wolfgang Houschka der Fall. Irgendwann hat eine Amsel angefangen, bei ihm in Fensterbach an die Kellerscheibe zu klopfen - sie wollte Futter.

Da ist sie wieder: Bei ihrer Futtersuche nimmt die Amsel auf dem Gitter vor einem Kellerfenster Platz, haut mit dem Schnabel gegen die Scheibe und bekommt gleich darauf ihre Tagesration an Körnern.
von Autor HOUProfil

Irgendwie ist dieser Vogel zum Haustier geworden. Er schimpft laut, wenn man ihn zur Sommerszeit bei seiner Futtersuche am Komposthaufen stört und lässt sich gerne auf Terrassenstühlen nieder. Geht es dann auf Weihnachten zu, bittet die schwarzgefiederte Amsel auf ihre ganz eigene Weise um Futterspenden.

Frost und Schnee sind da, die Amsel auch. Da ist es wieder, dieses "Tock, Tock, Tock" am Kellerfenster. Als diese seltsamen Geräusche vor ein paar Jahren begannen, wurde zunächst das gesamte Untergeschoss abgesucht. Tropfende Wasserleitung? Ein Schaden an der Heizung? Nur durch Zufall offenbarte sich: Da saß ein Vogel auf der Fenstervergitterung und haute mit seinem Schnabel gegen die Scheibe.

Unterdessen ist aus der Suche längst ein Warten auf den in der nahen Umgebung nistenden Gesellen geworden. Nach ihm lässt sich in kalten Wintermonaten fast schon die Uhr stellen. Hunger hat er ständig, die Futtersuche ist zur permanente Aufgabe für ihn geworden. Diese Fahndung nach Fressbarem aber mag sich die Amsel gern bequem machen.

Längst ist klar geworden: Ins Vogelhäuschen, das draußen vor dem Anwesen an einem Ast festgemacht ist, kann sich das unter heftigem Kohldampf leidende Tier wegen seiner Körpergröße nicht zwängen. Da haben es Meisen fast schon paradiesisch. Also muss die Amsel das an Körnern nehmen, was auf dem Grasboden liegt. Viel zu wenig oft, um satt zu werden.

So füttern sie Vögel im Winter richtig

BesserWissen

"Tock, Tock, Tock": Unmissverständlich ist das eine hartnäckige Aufforderung, gefälligst auch an sie, die Amsel, zu denken. Geschieht dies, verstummt das Pochen schlagartig. Dann nimmt die gefiederte Freundin Platz unter einem Rhododendronstrauch, beobachtet die ihr zugedachte Gabe und eilt auf zwei Stelzen wieselflink zum nur für sie ausgestreuten Futtersegen.

Bis morgen also. Denn irgendwie ist dieser Grundstücks-Mitbewohner ans Herz gewachsen. Auch wenn die Kellertreppe und das Fensterbrett nahezu regelmäßig von den Hinterlassenschaften gesäubert werden müssen. Dankbarkeit sieht anders aus.

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Brigitte Meier

Körner und Sämereien sind für Amseln als Futter völlig ungeeignet. Amseln sind reine Insekten-(!) und Früchtefresser, daher am besten getrocknete Mehlwürmer (gibts online am preiswertesten im kilopack) und/oder ungeschwefelte Sultaninen füttern. Körner schaden dem Verdauungssystem von Amseln.

11.01.2021