25.10.2020 - 10:33 Uhr
FensterbachOberpfalz

Gemeinde Fensterbach schon jetzt bei 76 Prozent Strom aus Photovoltaik

Weitere Solarparks haben in Fensterbach wohl kaum noch eine Chance. Obwohl der Gemeinderat ein Gesamtkonzept erarbeiten will, gibt es deutliche Absichtserklärungen.

Wie ein Gebirge wölben sich die Solarmodule, lassen Leben von Fauna und Flora darunter kaum zu: Das ist einer der Gründe, warum der Gemeinderat eine Erweiterung eine Erweiterung der Anlage auf einer Anhöhe bei Wolfring ablehnt.
von Autor HOUProfil

Die Debatte, von Bürgermeister Christian Ziegler eingeleitet, begann mit einem Paukenschlag. Zieglers Stellvertreter Florian Adam hatte beim Bayernwerk Erkundigungen eingeholt und dort sinngemäß erfahren, dass der jährlich in Fensterbach verbrauchte Strom bereits zu 76 Prozent durch vorhandene Photovoltaikanlagen gedeckt wird. Das geschieht durch viele kleinere und eine große Anlage, vorhanden auf einem Berg bei Wolfring. Sie sollte später in der Diskussion noch eine Rolle spielen.

Florian Adam bezog Standpunkt: "Wir haben keinen Anlass, weitere landwirtschaftliche Flächen zu opfern." So lautete sein Beitrag zu künftigem Vorgehen. Ähnliche Argumente waren von weiteren Gemeinderäten zu vernehmen. Doch dazu, praktisch aus dem Stand heraus, ein richtungsweisendes Konzept zu verabschieden, bestand laut Bürgermeister Ziegler "momentan keine Not". Er schlug vor, mit dem Thema in eine Klausur zu gehen. Das wurde dann auch einstimmig beschlossen.

Wenige Tage vor der Sitzung hatte es ein gemeinsames Treffen der Gemeinderatsgremien aus Fensterbach und Schmidgaden gegeben. Der Anlass dafür war: An einer Kreisstraße zwischen beiden Ortschaften will das Unternehmen Unien GmbH aus Oberbayern eine zehn Hektar große Solaranlage auf bisher landwirtschaftlich genutztem Gelände errichten. Zuständig zur Entscheidung ist zwar das Plenum in Schmidgaden, doch Vizebürgermeister Adam machte aus seinem Herzen keine Mördergrube: "Auch das will ich keinesfalls."

Die Duplizität der Ereignisse wollte es, dass es nun in der Sitzung des Fensterbacher Gemeinderates nach relativ kurzer Zeit ein Wiedersehen mit Unien-Geschäftsführer Stefan Milzarek gab. Denn er und sein Unternehmen wollen nicht nur die neue Photovoltaikanlage zwischen Dürnsricht und Schmidgaden bauen. Die Firma ist auch Betreiber des bereits vorhandenen Solarparks auf einer Anhöhe nördlich von Wolfring. An dieser Stelle hat sie einen Antrag auf Erweiterung gestellt.

Das Thema stand bereits im September auf der Tagesordnung. Damals war Stefan Milzarek von Bürgermeister Ziegler heimgeschickt worden mit der Bemerkung, "Hausaufgaben zu machen". Nun kam er wieder, um sein Erweiterungsvorhaben zu erläutern. Doch auch diesmal überzeugte Milzarek das Plenum nicht. Es entspann sich eine kontroverse Diskussion zwischen dem Unien-Chef und mehreren Räten. Dabei ging es unter anderem um die Abstände zwischen den Modulen und der Ansicht, sie stünden viel zu eng beieinander, würden Leben von Fauna und Flora unter den Modulen wenig bis gar nicht zulassen.

Stefan Milzareks Anreise aus Oberbayern war umsonst. Sein Antrag auf Erweiterung des Solarparks wurde einstimmig abgelehnt. "So nicht machbar", hieß es vorher noch aus dem Plenum. Versehen mit dem Hinweis des Bürgermeisters, Milzarek könne sich ja noch einmal melden. Aber erst dann, wenn das erarbeitete Gesamtkonzept auf dem Tisch liege. Der Gemeinderat setzte sich dazu einen Zeitrahmen von längstens 18 Monaten. Deutlich spürbar aber war: Das Thema "Neue Solarparks" dürfte aus Fensterbacher Sicht durch sein.

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