27.01.2020 - 16:17 Uhr
FensterbachOberpfalz

Genaue Regeln für Transplantation

Zum aktuellen Thema hatte die Katholische Landvolkbewegung eine kompetenten Referenten zur Jahreshauptversammlung eingeladen. Nicht nur die Vereinsmitglieder verfolgen aufmerksam den Vortrag von Xaver Bayer.

Als Transplantations-Koordinator hat Xaver Bayer tiefen Einblick in die Abläufe einer Organtransplantation.
von Heinrich Niebauer (NIB)Profil

Zum aktuellen Thema "Organtransplantation" hatte die Katholische Landvolkbewegung einen kompetenten Referenten zur Jahreshauptversammlung eingeladen. Nicht nur die Vereinsmitglieder verfolgten aufmerksam den Vortrag von Xaver Bayer.

Vorsitzender Thomas Schmid begrüßte die Mitglieder des Vereins und zahlreiche Zuhörer im Albertus-Magnus-Saal. Die Mitgliederversammlung handelte er schnell ab. Die wichtigsten Daten lagen zur Einsicht aus. Der Abend stand im Zeichen des Vortrags von Xaver Bayer, dem regionalen Transplantations-Koordinator. Wie er zunächst ausführte, sei in Deutschland die erweiterte Zustimmungslösung die gesetzliche Grundlage. Allerdings gelte die jeweilige Landesregelung. In vielen Nachbarländern müsse widersprochen werden, wenn man keine Organe spenden möchte. Aus Sicht der Kirchen sei eine Organspende nach dem Hirntod möglich und ein Akt der Nächstenliebe.

Die Frage, ob die Organe gespendet werden sollen, treffe die Angehörigen in einer ohnehin sehr angespannten Situation, führte der Referent weiter aus. Deshalb sollte diese Frage bereits im Vorfeld mit nahen Angehörigen besprochen werden. Gefragt werden die Ehepartner, Kinder und Eltern. Allerdings nur dann, wenn diese in den vergangenen zwei Jahren auch Kontakt mit dem potenziellen Organspender hatten. Das angestrebte Ergebnis sei eine stabile und einvernehmliche Entscheidung im Sinne des Spenders. Der Referent berichtete auch von Fällen, in denen Angehörige lange Zeit große Zweifel hatten.

Wie Bayern weiter sagte, sei Organspende in jedem Alter möglich. Der älteste ihm bekannte Organspender war 95 Jahre. Leber oder Niere könnten bei entsprechender Lebensweise auch in diesem Alter noch gespendet werden. Ein Erwachen nach der Feststellung des irreversiblen Hirntodes sei nicht möglich. Dieser werde durch zwei erfahrene Ärzte unabhängig von einander festgestellt. Angesprochen wurde auch der Betrug im Jahr 2012, der zu einem deutlichen Rückgang der Spenden geführt hat. Bayer betonte, dass nur die Zuteilung der Organe betroffen gewesen sei, bei dem Empfänger durch eine übertriebene Schilderung des Krankheitsverlaufs eher zum Zug gekommen seien. Dies sei jetzt durch veränderte Verfahrensabläufe nicht mehr möglich.

Laut Bayer wurden im Jahr 2018 insgesamt 955 Organe transplantiert. Rund 8000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Drei Patienten auf der Warteliste sterben täglich laut Bayer. Die Wahrscheinlichkeit, ein Organ zu benötigen, sei wesentlich höher, als als Spender infrage zu kommen. Drei Voraussetzungen müssten vorliegen für eine Transplantation: Der Hirntod müsse festgestellt werden, die Einwilligung des Verstorbenen müsse gegeben sein und die Organe müssten gesund sein. Die Empfänger der Organe werden nach einem vielschichtigen Punktesystem ausgewählt.

Mit Beispielen erfolgreicher Transplantationen beendete Bayer seinen Vortrag. Manuala Pronath bedankte sich beim Referenten und auch bei Sandra Schatz mit kleinen Geschenken.

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