25.10.2019 - 13:50 Uhr
FensterbachOberpfalz

Heftige Debatte im Gemeinderat Fensterbach über Schulbus-Wartestelle

Bürgermeister Christian Ziegler hat über viele Wochen hinweg erfolgreich appelliert, persönliche Befindlichkeiten aus der Gemeindepolitik herauszuhalten. Doch nun geraten Emotionen in eine Sitzung. Mit heftigen Worten und harscher Kritik.

von Autor HOUProfil

Der Hintergrund: In Högling gibt es eine Buswartestelle für Kinder, die nun verlegt werden soll. Nicht zuletzt deshalb, weil die Wartestelle nicht überdacht ist und die Mädchen und Buben bei Regenwetter unter einem Garagenvorsprung ausharren müssen. Dieses Gebäude gehört Vizebürgermeister Josef Sturm. Nun war offenbar vor längerer Zeit eines der Kinder aus dem Unterstand verwiesen worden. Mit Sturms Begründung, dass er sich von dessen Angehörigen in seinen ganz privaten Rechten und Befindlichkeiten beeinträchtigt fühle.

Bürgermeister Christian Ziegler hatte im Sommer eine Ortsbesichtigung aller Buswartestellen in der Gemeinde anberaumt, darunter auch Högling. Dort schlug er vor, eine neue Wartemöglichkeit gleich gegenüber dem Gasthaus Hellerbrand zu schaffen. Seither gab es Diskussionen, wurden Für und Wider bei einer jüngst erfolgten neuerlichen Ortsbegehung erörtert. Dies geschah in Anwesenheit eines Verkehrssachbearbeiters der Polizei.

Diese Ortsbesichtigung griff nun Vizebürgermeister Sturm in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf, schilderte den Ablauf und monierte, dass der ebenfalls aus Högling stammende Gemeinderat Florian Adam quasi im Alleingang eine Stellungnahme des Nabburger Busunternehmers Herbert Lang zur örtlichen Lage der neuen Wartemöglichkeit angefordert habe. Diesen solchen Schritt nannte er "unkollegial".

Adam konterte postwendend und machte deutlich, dass er sich als gewählter Mandatsträger eine solche Möglichkeit nicht nehmen lasse. Zumal sie für ihn persönlich gedacht gewesen sei. Ein Durchschlag war aber auch an Bürgermeister Ziegler gegangen, der das Schreiben in der Sitzung verlas. Ergebnis des Busunternehmers: Bei An- und Abfahrt am neu angedachten Buswartehäuschen werde es Schwierigkeiten geben.

Dann wurde es heftig in der von Josef Sturm ausgelösten Debatte. Gemeinderat Thomas Wifling ging in die Offensive und entrüstete sich: "Es ist verwerflich, wenn man mit einem kleinen Kind ein Problem hat. Dafür habe ich kein Verständnis." Jochen Zaremba pflichtete ihm bei. Er sagte an Sturms Adresse: "Wir müssen hier Geld ausgeben, bloß weil Du im Clinch mit der Nachbarschaft liegst." Josef Sturm bekräftigte erneut, dass man ihm vonseiten der Nachbarn Ungutes wolle und er deswegen zu einer solchen Reaktion gezwungen gewesen sei.

Die Stimmung war aufgeladen. Gemeinderat Carl zu Eltz mischte sich ein und riet, ohne auf Einzelheiten näher einzugehen: "Wir müssen wissen, was wir wollen - eine neue Bushaltstelle oder nicht." Das könne man nur durch Fakten festmachen. Damit war eine Debatte beendet, die es so in den vergangenen Jahren nicht gegeben hatte.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.