18.03.2020 - 20:06 Uhr
FensterbachOberpfalz

In der Krise andere Wege zu Gott

Beerdigungen nur in kleinem Rahmen, Gottesdienste ohne Gläubige, Zwangspause für kirchliche Gruppen und Kreise: Das Coronavirus zwingt katholische und evangelische Pfarreien zur extremen Vorsicht. Selbst das Weihwasser muss weichen.

Auch wenn keine Gottesdienste mehr gefeiert werden, so sorgen Diakon Jürgen Weich (im Hintergrund) und andere doch dafür, dass die evangelische Erlöserkirche, die mitten in der Stadt Schwandorf liegt, möglichst häufig geöffnet ist und als Raum für Gebet und Andacht zur Verfügung steht.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Wie der Schwandorfer Dekan Hans Amann in einer Pressemitteilung geschrieben hat, "finden in unserer Pfarrei St. Jakob und in der Expositur St. Peter und Paul Haselbach ab Donnerstag, 19. März, bis auf Weiteres keine öffentlichen Gottesdienste (Eucharistiefeier, Kreuzwegandacht, Rosenkranzgebet etc.) mehr statt. Die Priester der Pfarrei feiern die Hl. Messe im Namen und in den Anliegen der Gläubigen, jedoch ohne Teilnehmer." Die Kirche stehe aber weiterhin offen für das persönliche Gebet. Andachten im Gotteslob oder das Rosenkranzgebet eignen sich gut dafür. Ob die Erstkommunion im Mai und die Firmung im Juli stattfinden können oder ob sie verschoben werden müssen, werde zu gegebener Zeit mitgeteilt. Es finden überdies keine Taufen und Trauungen statt, Beisetzungen nur im engsten Familienkreis und ohne öffentliche Ankündigung statt.

"Auch wir, die Verantwortlichen in der Pfarrei Dürnsricht-Wolfring-Högling, wollen mithelfen, dass sich der Coronavirus nicht weiter ausbreitet," heißt es auf der Homepage der katholischen Pfarrei St. Albertus Magnus. Die Stimme des dortigen Pfarrers hat ebenfalls Gewicht in der Region: Seit 2013 ist Michael Hoch Dekan des Dekanats Nabburg.

Wichtig sei: Die Kirchen der Pfarrei bleiben derzeit geöffnet, schreibt Hoch unter der Kapitelüberschrift "Gottesdienste nur noch ohne Teilnahme der Öffentlichkeit". Gemeint ist, dass ab sofort Gottesdienste nur noch ohne Öffentlichkeit stattfinden würden. "Die Priester beten im Namen der ganzen Gemeinde. Die Kirchen bleiben für das Gebet vor dem Tabernakel und zum Entzünden einer Kerze und zum tröstlichen Verweilen im Haus Gottes geöffnet", laute die neueste Anordnung des Generalvikars. Eine kirchliche Beerdigung könne nur im engsten Familienkreis ohne öffentliche Einladung stattfinden. "Am selben Tag kann der Priester bei seiner Messe - ohne Öffentlichkeit, auch ohne Angehörige - diese Messe als Requiem für den Verstorbenen feiern."

Die geplanten Kreuzwegandachten würden nicht in der Albertus-Magnus-Kirche gefeiert: "Allerdings laden wir alle Gläubigen ein, zur angesetzten Zeit den Kreuzweg im Gotteslob zu Hause zu beten und sich so im Gebet zu verbinden." Michael Hoch fordert die Gläubigen auf, zu beten "für die Kranken, die Pfleger und Ärzte, die Politiker und alle, die mit den Herausforderungen der Krise stark in Anspruch genommen sind". Das Bistum biete überdies in den nächsten Wochen die Übertragung von Gottesdiensten aus dem Dom an.

Die Pfarreien haben seit geraumer Zeit auch Hygiene-Regeln ausgedruckt und an den Kirchentüren aufgehängt. Dazu gehört auch, dass die Weihwasserbecken in den Kirchen geleert wurden und schon bisher unter anderem "Friedensgruß" und Händedruck in der Messe zu unterbleiben hatten.

Auch die evangelischen Kirchengemeinden haben zwischenzeitlich eine Vollbremsung hingelegt. Pfarrerin Heidi Gentzwein, die die Städte Schwarzenfeld, Nabburg und Pfreimd seelsorgerlich betreut, hat nun verlautbaren lassen, dass die evangelischen Gottesdienste in der Christuskirche Schwarzenfeld, der Laurentiuskirche Nabburg und der Pauluskirche Pfreimd bis zum 5. April entfallen. Es finden auch keine sonstigen Veranstaltungen in den Kirchengemeinden statt. Die beiden Pfarrämter in Nabburg und Schwarzenfeld seien aber jederzeit für seelsorgerliche Anliegen und Fragen erreichbar. Diakon Jürgen Weich (Schwandorf) sieht auch ein Problem für die Konfirmationsfeiern, die für den 3. und den 17. Mai in der Schwandorfer Erlöserkirche angesetzt sind. "Gemeinden im Fränkischen haben sie gleich um ein Jahr verschoben", weiß er. Soweit sei man in Schwandorf aber noch nicht. Pfarrer Arne Langbein (Schwandorf) weist darauf hin, dass die Termine des Konfikurses ausgesetzt sind. Auch Karfreitag und Ostern würden nicht in gewohnter gottesdienstlicher Form gefeiert.

Regeln zur Hygiene in der Kirche.: "Kein Weihwasser, kein Friedensgruß". Dieser Aushang findet sich in der katholischen Kirche im Nittenauer Ortszentrum.
"Entfällt! " Screenshot der Homepage der katholischen Pfarrei St. Albertus Magnus in Fensterbach.
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