22.04.2020 - 10:22 Uhr
FensterbachOberpfalz

Scheidende Fensterbacher Gemeinderäte werden verabschiedet

"Wir hatten uns das alles ganz anders vorgestellt": Dieser Satz des Fensterbacher Bürgermeister Christian Ziegler beschreibt die Tristheit in Corona-Zeiten.

Ein Gruppenfoto, das wohl seinen Platz in der Chronik finden wird. Denn wegen Corona muss auch die Verabschiedung von sieben Gemeinderäten mit dem vorgeschriebenen Sicherheitsabstand stattfinden (vordere Reihe, von links): Uli Bauriedl, Heinrich Niebauer, Josef Sturm und Erich Saffert; stehend (von links): Carl Graf zu Eltz, Hermann Schrott, Hans Hermann und Bürgermeister Christian Ziegler.
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Sieben Gemeinderäte werden nach teils Jahrzehnte langer Tätigkeit verabschiedet. Nicht in festlichem Rahmen, sondern auf dem Parkett einer Turnhalle. Die Kommunalwahl am 15. März hatte für große Veränderungen im Gremium gesorgt. Sieben neue Plenumsmitglieder wird es ab dem 1. Mai geben. Doch zunächst mussten in der letzten Sitzung der zu Ende gehenden Legislaturperiode die ausscheidenden Räte verabschiedet werden. Corona schrieb dazu das Drehbuch.

Diese letzte Sitzung fand nicht im Rathaus statt, sondern wurde, der Not gehorchend, in die Dürnsrichter Schulturnhalle verlegt. Sie ging mit einem Wort des tiefen Bedauerns von Bürgermeister Christian Ziegler einher. Er sagte: "Es hätte einen festlichen Abend im Beisein der Ehefrauen unserer ausscheidenden Gemeinderäte geben sollen." Der müsse nun ausfallen. Doch das Gemeindeoberhaupt stellte in Aussicht: "Wir werden Euch für den 19. November einladen, wenn es zum Jahresabschlussessen der Verwaltung kommt."

Auf den Plätzen der sieben letztmals einer Sitzung beiwohnenden Räte lag ein Geschenk. Eigens angefertigte kleine Kunstwerke mit Symbolen der Gemeinde Fensterbach. In seiner Rede wandte sich Bürgermeister Ziegler zunächst Heinrich Niebauer (Högling) und Hermann Schrott (Knölling) zu. Sie gehörten jeweils sechs Jahre lang dem Plenum an. 14 Jahre hatte Hans Hermann (Wohlfest) Sitz und Stimme im Gemeinderat.

Seit drei Legislaturperioden und damit 24 Jahre waren Uli Bauriedl (Högling) und Erich Saffert (Dürnsricht) im Gremium. In seine grundsätzliche Feststellung "Wir haben Euren Rat sehr geschätzt", band Ziegler auch sie mit ein. Danach wandte er sich zwei Männern zu, die von 1990 an und bis jetzt ein drei Jahrzehnte währendes Stück Fensterbacher Kommunalpolitik schrieben: Carl Graf zu Eltz aus Wolfring und Josef Sturm aus Högling, der zuletzt als Vizebürgermeister amtierte. Christian Ziegler gebrauchte in seiner Laudatio auf ihre für die Gemeinde erbrachte Lebensleistung das Wort "Dinosaurier". Er danke "für alles, was Ihr eingebracht und ehrenamtlich getan habt".

Was danach geschah, wird wohl auch noch künftige Generationen in der Gemeinde interessieren. Es gab ein Gruppenfoto der ausscheidenden Räte, bei dem der Sicherheitsabstand, von der Pandemie diktiert, streng eingehalten werden musste. Erneut ließ dabei Bürgermeister Ziegler den Satz anklingen: "Wer hätte das jemals gedacht." Kein Händeschütteln, kein Schulterklopfen. Auch das schrieb Corona zwingend vor.

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