01.03.2022 - 16:32 Uhr

Frau und drei Kinder sterben bei Brand

Brandgeruch liegt in der Luft, einige Schaulustige sammeln sich an der Polizeiabsperrung: Ein Wohnhaus in Kraichtal ist in Flammen aufgegangen. Eine Mutter und drei Kinder sind tot.

Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen einen Brand in einem Einfamilienhaus im Kreis Karlsruhe. Drei Tote sind nach Angaben der Polizei dort geborgen worden. Bild: Einsatz-Report24/dpa
Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen einen Brand in einem Einfamilienhaus im Kreis Karlsruhe. Drei Tote sind nach Angaben der Polizei dort geborgen worden.

Bei einem Wohnhausbrand im Landkreis Karlsruhe sind am Dienstag eine Mutter und ihre drei Söhne ums Leben gekommen. Ein Ersthelfer habe schwere Brandverletzungen erlitten, teilte die Polizei mit. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn ins Krankenhaus.

Die Tote ist den Angaben zufolge eine 41-jährige Frau. Zwei ihrer Kinder - Zwillinge - waren sechs, ein Bruder acht Jahre alt. „Das ist alles sehr tragisch“, sagte Polizeisprecher Ralf Minet.

Ein Zeuge habe berichtet, am frühen Nachmittag einen Knall gehört zu haben. Danach habe der Dachstuhl sofort in Flammen gestanden. Dort hätten die Einsatzkräfte zunächst die Leichen der Frau sowie von zwei Kindern entdeckt. Der dritte Junge wurde zwischenzeitlich vermisst. Er sei dann bei der Suche im Haus nach Abschluss der Löschmaßnahmen gefunden worden und habe auch nur noch tot geborgen werden können. „Die Suche gestaltete sich schwierig“, sagte der Sprecher.

Die Familie sei erst vor Kurzem in das Haus gezogen, sagte Minet. Über den Verbleib des Vaters gab es zunächst keine Angaben. Er habe wohl nicht mit der Frau und den Kindern zusammengewohnt.

Der schwer verletzte Mann hatte den Angaben nach das Feuer löschen wollen. In welcher Verbindung er zu den Toten steht, war am Abend noch unklar. „Er ist nicht ansprechbar“, sagte Minet.

Noch viele Fragen offen

Die Brandursache muss nun ebenso ermittelt werden wie die genauen Todesursachen. Ob am Mittwoch schon mit neuen Erkenntnissen zu rechnen ist, ließ sich am Dienstag nicht absehen. „Es ist alles offen“, sagte Minet über den möglichen Verlauf des Geschehens. „Von einem technischen Defekt bis hin zu einer vorsätzlichen Brandlegung ist aktuell nichts auszuschließen“, teilte die Polizei am Abend mit. 

Die Beamten hatten die Straße um den Brandort in der Nähe des Bahnhofes im Stadtteil Unteröwisheim abgesperrt. Feuerwehrleute mehrerer Wehren brachten die Flammen unter Kontrolle. Den Sachschaden an dem älteren Haus bezifferte die Polizei auf mehrere Zehntausend Euro. Über 150 Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren im Einsatz. Die Polizei machte Aufnahmen von der Brandstelle aus einem Hubschrauber heraus und mit Hilfe einer Drohne.

Brandgeruch lag noch Stunden nach dem Feuer in der Luft. Ein paar Menschen kamen an der Absperrung vorbei, darunter auch Mütter mit Kindern. Viele von ihnen zeigten sich entsetzt. Der Betreiber eines nahe gelegenen Hotels berichtete, das Haus habe jahrelang leergestanden. Er habe nicht gewusst, dass schon wieder jemand darin wohnte. Es sei schlimm, ihm fehlten die Worte.

Kraichtal liegt im Nordosten des Landkreises Karlsruhe und hat rund 15.000 Einwohner. In Unteröwisheim selbst leben etwa 3500 Menschen.

Infos der Feuerwehr zum BrandInfos über KraichtalMitteilung der Polizei

Infos der Feuerwehr zum Brand

Infos über Kraichtal

Mitteilung der Polizei

© dpa-infocom, dpa:220301-99-340461/5

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.