24.09.2019 - 17:54 Uhr
FichtelbergOberpfalz

40 Jahre Oktoberfest

Die Traditionsveranstaltung ist aus Fichtelberg ist nicht mehr wegzudenken. Begonnen hat alles im Jahr 1979 nach einem Martinszug.

Oktoberfest 40 Jahre
von Gisela KuhbandnerProfil
Oktoberfest 40 Jahre
Oktoberfest 40 Jahre
Oktoberfest 40 Jahre

Wenn Theresa mit einer Gruppe junger Leute aus Lyon schon an Weihnachten wieder drei Tische vorbestellt, Gäste aus Südafrika aus ihrem Urlaubsort in Hessen extra nach Fichtelberg kommen, Berliner Sommerfrischler seit Jahrzehnten kein einziges Fest versäumen, das Zelt drei Tage lang proppenvoll ist, dann handelt es sich wohl um eine ganz besondere Veranstaltung – nämlich um das Fichtelberger Oktoberfest, das heuer zum 40. Mal gefeiert und genauso oft von der örtlichen Feuerwehr veranstaltet wird.

„Begonnen hat alles nach einem Martinszug im Jahr 1979“, erzählt Manfred Hautmann, ehemaliger Vorstand und Kommandant. „Eine illustre Runde – darunter Alt-Bürgermeister Hans Reichenberger (verstorben), Alt-Kapellmeister Franzl Pscherer (verstorben), und Alt-Braumeister Horst Nickl (Brauerei Hütten) saßen im ehemaligen Brauhaus zusammen. „Der Hans wollte endlich seinen lang gehegten Traum von einem Oktoberfest nach dem Vorbild des großen Bruders in München verwirklichen, war aber im Vorfeld immer wieder auf einen Sturm der Entrüstung gestoßen“ weiß er noch. „Da ist´s bereits kalt bei uns, vielleicht schneit´s sogar schon – und vor allem: „Das können wir uns doch gar nicht leisten, wobei der größte Kostenfaktur, die Musik, gemeint war“ erinnern sich Jutta und Manfred Hautmann sowie Anneliese und Johannes Zapf, die jetzt, anlässlich des Jubiläums, ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern.

Nun aber sollten endlich einmal Nägel mit Köpfen gemacht werden, zumal Franzl Pscherer, Leiter der ehemaligen gleichnamigen Blaskapelle, versprach, die damals an drei Tagen geplanten Auftritte als Proben zu deklarieren, falls die Bänke wirklich leer bleiben sollten. Auch Horst Nickl wollte der Feuerwehr entgegenkommen…

Ja – und was dann kam, überstieg alle Erwartungen: „Proppenvolles 500-Plätze (jetzt 1500)-Zelt, volle Gänge. Maßkrug-Kisten als weitere Sitzgelegenheiten“ weiß Manfred Hautmann noch. Und an allen drei Tagen Bombenstimmung mit der Blaskapelle Franzl Pscherer, den jetztigen Original Fichtelgebirgsmusikanten, „mit Blasmusik, Big Band Sound, Schlagern und Stimmungsklassikern“, sagt Oswald Köstler, als einziger der Musikanten von Anfang an – und noch bis vor einigen Jahren - dabei.

Dank großer Mühen, viel Kreativität und unzähliger ehrenamtlicher Stunden hat das Oktoberfest nichts von seiner Attraktivität verloren, auch wenn sich im Laufe der Jahre einiges änderte: Gestartet wird am Brauhaus, nicht mehr drinnen, wo die Bräuhaus-Mare früher das Bier spendierte. Den Sternmarsch mit drei Gastkapellen und den Samba tanzenden Majoretten gibt es nicht mehr. „Das ist eine Kostenfrage“ informiert Manfred Hautmann. Auch nicht die geschmückten Themen-Wägen und verkleideten Gruppen beim Festzug, woran sich Jutta Hautmann und Anneliese Zapf noch besonders gerne erinnern und in mitgebrachten Fotoalben blättern: „Einmal kamen wir Feuerwehr-Frauen in Schlafanzügen mit der Botschaft „Tag und Nacht im Einsatz“ schmunzeln sie noch heute. Die Gäste erwartet aber immer wieder Neues, Attraktives (s. Programm). Außerdem kann heuer ein „Tonkrug mit Erstbefüllung“ und dem Aufdruck „Fichtelberger Oktoberfest“ gekauft werden.

Küchenchefs der ersten Stunde waren Friedlinde und Adolf Braun, die bis vor einigen Jahren noch mithalfen. „Für die ersten Bachna Kniala haben wir die Erdäpfel noch mit der Hand gerieben, 450 'Spoutzn'“ für den Mittagstisch mit der Hand gerollt“ erzählt Friedlinde. Ein Schwein wurde geschlachtet, das Fleisch unter anderem zu Pressack, Siedwürsten und über 400 Sülzen verarbeitet. „Keine Gabel voll blieb übrig“ sagt Adolf. Als Friedlinde die Turnhalle übernahm, übergab sie die Küche an die jetzige Küchenchefin Maria Schreyer. Anneliese Zach weiß noch, dass die erste Maß Bier 4,90 Mark kostete, „weil das besser klang als 5 Mark, wie ursprünglich geplant“. Jutta Hautmann berichtet, dass früher 30 – 40 Leute mitarbeiteten, jetzt doppelt so viele. Die Vorbereitungen laufen schon seit Monaten“ sagt Johannes Zach. „Da ist quasi nach dem Fest schon wieder vor dem Fest“ ergänzt Vorstand Christian Schöler, der mittlerweile zur Erzählrunde dazu gekommen ist. „Das Oktoberfest verbindet damals wie heute, jung und alt“ freut er sich und verrät jetzt schon, dass am kommenden Freitag Manfred Hautmann und Johannes Zach das erste Fass anstechen – „als Dank, weil beide seit 40 Jahren den Bierausschank übernehmen“.

Festprogramm vom 27. bis 29. September unter dem Motto: „40 Jahre und kein bisschen leise“:

Freitag:

18.30 Uhr Festzug mit anschließendem Bieranstich und Festkommers zum Jubiläum

Ab 20 Uhr: Stimmung mit dem „Horrido Express“

Samstag:

Ab 19 Uhr: „Bayerischer Bierabend mit den Original Fichtelgebirgsmusikanten“

Sonntag:

Ab 10.30 Uhr: Frühschoppen mit Alleinunterhalter Klaus Rabenstein

Ab 11.30 Uhr: Familienmittagessen

Um 14 Uhr: Start der „horizontalen Bierkistenstapel-Challenge“, Moderation DJ Olly

Ab 14.00 Uhr: Familiennachmittag mit großem Kinderprogramm (Hüpfburg, Schiffschaukel, Autoscooter und vielem mehr)

Ab 16.00 Uhr: Böhmisch-Bayerischer Blasmusiknachmittag mit den „Original Fichtelgebirgsmusikanten“

Ab 18.00 Uhr: Schwammerbrüh´mit „Braunfuchsn“

Ab 19.00 Uhr: Oktoberfestfinale mit den „Original Fichtelgebirgsmusikanten

Oktoberfest
Von links: Manfred und Jutta Hautmann, Anneliese Zach, Vorstand Christian Schöler und Johannes Zach mit dem der von ihm gefertigten Tafel.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.