Der Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens Abwasserwirtschaft Fichtelberg hat sich bei seiner Sitzung mit der Festsetzung der Abwassergebühren für die neue Kalkulationsperiode von 2026 bis 2030 befasst. Bei der Festsetzung im Jahr 2022 hatte es eine deutliche Erhöhung des Kubikmeterpreises um circa drei Euro auf 7,69 Euro gegeben. Dies dürfte auch der Grund gewesen sein, warum rund 20 interessierte Bürger zur jetzigen Sitzung gekommen waren.
Zunächst erläuterte Simon Kohl von der "Dr. Schulte Röder Kommunalberatung" aus Veitshöchheim, der Preis für die Abwassergebühren (Kubikmeterpreis) sei so zu kalkulieren, dass weder ein Gewinn (Überdeckung) noch ein Verlust (Unterdcckung) entstehe. Es dürfe aber eine Rücklage gebildet werden, die aber in die nächste Abrechnungsperiode zu übertragen sei. Sinn dieser Rücklage sei, im neuen Kalkulationszeitraum größere Preissprünge zu verhindern, weil zum Beispiel eine erhebliche Unterdeckung aufgelaufen sei.
"Gut gewirtschaftet"
Dies zeige sich auch am Beispiel des Fichtelberger Kommunalunternehmens Abwasserwirtschaft. "Hier wurde gut gewirtschaftet und eine Rücklage von 700.000 Euro gebildet", stellte Kohl fest. So wäre theoretisch eine Senkung des Kubikmeterpreises Abwasser auf 6,16 Euro für die Gemeindeteile Fichtelberg und Neubau möglich. Kohl plädiere aber dafür, den Abwasserpreis von derzeit 7,67 Euro moderat auf 7,45 Euro zu senken, um wieder eine Rücklage bilden zu können. Das würde auch für die Zukunft stabile Abwasserpreise gewährleisten. Bürgermeister Sebastian Voit erklärte, die Gemeinde habe in den vergangenen Jahren versucht, die Betriebskosten zu senken. Als Beispiel dafür nannte Voit die Installation einer PV-Anlage zur Senkung der Stromkosten.
Der Ortsteil Hüttstadl sei nicht an die Fichtelberger Kläranlage angeschlossen. Hier wird das Abwasser über die Kläranlage der Gemeinde Mehlmeisel entsorgt. Für Hüttstadl könnte der Kubikmeterpreis von gegenwärtig 7,86 Euro auf theoretisch 7,23 Euro gesenkt werden. Sinnvoll sei aber ein Preis von 7,45 Euro. Somit gäbe es im gesamten Gemeindegebiet in Zukunft einen einheitlichen Abwasserpreis. In der anschließenden Aussprache erklärte Verwaltungsrat Bernhard Kraus von den Freien Wählern: "Die Gebührenkontinuität ist wichtig und eine gewisse Senkung des Abwasserpreises wurde erreicht".
Gebühren bis 2030
Der Verwaltungsrat beschloss einstimmig, die Gebühr für einen Kubikmeter Abwasser im Kalkulationszeitraum vom 1. November 2026 bis zum 31. Oktober 2030 für das gesamte Gemeindegebiet auf 7,45 Euro festzusetzen. Ebenfalls einstimmig beschloss das Gremium, die Grundgebühren für den Ortsteil Hüttstadl auf den gleichen Betrag wie für Fichtelberg und Neubau zu erhöhen. Dies bedeutet, dass sich die Grundgebühr bei einem Wasserzähler mit einem Nenndurchfluss bis zu fünf Kubikmeter pro Stunde von 44,40 auf 88,80 Euro erhöhen wird.
Zum Schluss der Sitzung teilte Bürgermeister Sebastian Voit mit, dass die Zahlen zur die Ermittlung der Verbesserungsbeiträge für die erfolgten Kanalbaumaßnahmen noch immer nicht vorlägen. Das Kalkulationsbüro musste seinen Angaben nach zuerst die Geschoß- und Grundstücksflächen ermitteln und das dauere seine Zeit. "Ich werde mich an keinen Spekulationen über die Höhe der Verbesserungsbeiträge beteiligen, aber sobald die Zahlen vorliegen, wird es eine Extra-Informationsveranstaltung dazu geben", so seine Zusage.













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