Fichtelberg
28.06.2018 - 16:11 Uhr

"Diese Partei wählen"

Ortspfarrer Anton Winkler gründet vor 70 Jahren in Fichtelberg die CSU

Bürgerpreisauszeichnung von links:  
Dr. Silke Launert, Siegbert Schöler, Martin Schöffel, Rudolf Kiesewetter, Hans-Peter Reichenberger, Gerlinde Kiesewetter, Gudrun Brendel-Fischer, Helmut Hempel gis
Bürgerpreisauszeichnung von links: Dr. Silke Launert, Siegbert Schöler, Martin Schöffel, Rudolf Kiesewetter, Hans-Peter Reichenberger, Gerlinde Kiesewetter, Gudrun Brendel-Fischer, Helmut Hempel

(gis) „Der damalige Ortspfarrer und spätere Monsignore Anton Winkler gründete vor 70 Jahren – unterstützt von Franz Achatz und Josef Reichenberger - den CSU-Ortsverband und hatte sogar keine Scheu davor, den Gläubigen von der Kanzel herunter zu predigen, dass sie diese Partei wählen sollen“, blätterte Ortsvorsitzender Siegbert Schöler in der Chronik. Gründungssort war - nach „guter Sitte“- das Brauhaus, wo auch regelmäßig nach der Abendandacht die Vorstandssitzungen stattfanden. Da meist zwölf Männer zusammenkamen, sprach man bald nur noch von den „zwölf Aposteln“.

Seitdem habe der Ortsverband in der Gemeinde viel bewegt und mitgestaltet, wie Gemeinderat Hans-Peter Reichenberger später in seiner Festrede betonte. Seit vielen Jahrzehnten arbeitet auch Rudolf Kiesewetter in seiner zweiten Heimat Fichtelberg mit, hat zusammen mit vielen Heimatvertriebenen die Region wesentlichbereichert. Für seine vielseitigen Verdienste hat ihm nun der CSU-Ortsverband den Bürgerpreis 2017 verliehen (siehe nebenstehenden Bericht)

Geburtstag und Preisverleihung mit hochkarätigen Gästen wurden nach einem Wortgottesdienst, gestaltet von Franz Lautenbacher in der Antoniuskirche, im Gasthof Sprecht, begleitend von Saitenmusik, gebührend gefeiert.

Hans-Peter Reichenberger listete auf, wie unter den bisherigen CSU-Bürgermeistern Sigmund Reichenberger, Karl Glaser, Hans Reichenberger – der jetzige Bürgermeister Georg Ritter ist derzeit krank - „die bodenständige, aber stetige Gemeindeentwicklung erfolgreich weitergeführt wurde mit politischer Bildung und Aktivitäten wie Straßenbau und –sanierungen,, Hallenbad- und Sportplatzneubau, Erweiterung des Fichtelsees, politischer Aschermittwoch, Wanderungen und eine Berlin-Fahrt, über die viele Anwesende noch heute schmunzeln, weil sie wegen Ortsunkenntnis des Busfahrers über Schotterpisten in Gebiete führte, wo noch nie ein Bus gewesen war. Franz-Josef Strauß war schon zweimal in Fichtelberg zu Gast, 1975 als Festredner beim CSU-Bezirkstag und als Gymnasiast übernachtete er einmal beim Moosmüller.

„Die derzeitige Situation des Ortes sei gepaart mit den Auswirkungen der Bundespolitik – extrem schwierige Rahmenbedingungen, teils auferzwungen, die es unbedingt zu meistern gelte, so Reichenberger. „Hier ist dringend Handlungsbedarf angesagt, ein Befreiungsschlag notwendig“ wandte er sich an die anwesenden Abgeordneten mit der Bitte „uns hierbei weiterhin wirkungsvoll in der aktuell schwierigen Lage beiseite zu stehen“, was ihm auch zugesagt wurde. Reíchenbergers besonderer Dank galt allen, die den Ortsverband unterstützt haben - vor allem Ehrenmitglied Heinrich Scharf für sechs Jahrzehnte Rat und Engagement - verbunden mit dem Wunsch für ein soziales und gerechtes Miteinander und für den Zusammenhalt der Bevölkerung – gegen eine ideologische Zersetzung.

CSU-Bezirksverbandsvorsitzender und Vizepräsident des Deutschen Bundestags Hans-Peter Friedrich, Bundestagsabgeordnete Dr. Silke Launert, Kreisvorsitzende und Ehrenamtsbeauftragte des Bayerischen Landtags Gudrun Brendel-Fischer und Landtagsabgeordneter Martin Schöffel zeigten großen Respekt vor der Arbeit des Ortsverbandes, überbrachten ihm Glück- und Erfolgswünsche. Für langjährige Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet:

für 10 Jahre Andreas Voit und Hans-Peter Reichenberger, für 15 Jahre Markus Specht, für 30 Jahre Rudolf Schreyer und Siegbert Schöler, für 40 Jahre Werner Schnorbach und für 50 Jahre Max Braun

Bürgerpreisverleihung:

Verbunden mit Lob und Dank gratulierte die Jubiläums-Festgesellschaft - mit Bürgermeister-Stellvertreter Karl-Heinz Glaser und Kreisobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft Helmut Hempel - Rudolf Kiesewetter zu seiner hohen Auszeichnung – dem Bürgerpreis 2017, den die örtliche CSU bereits zum 10. Mal verlieh.

Kiesewetter, in Neudorf b. Gablonz geboren, gehörte bereits in jungen Jahren der Sudentendeutschen Jugend an, ist seit 1994 Obmann der sehr aktiven SL-Ortsgruppe, stellvertretender Kreisvorsitzender und wurde - neben vielen Auszeichnungen - vom Verband bereits mit der höchsten, die Rudolf-Lodgman-Plakette“ geehrt. Nach Flucht und Vertreibung und mehreren Stationen kam er nach Fichtelberg, wo er auch sein „Glück für mein weiteres Leben“ , seine Frau Gerlinde fand und ihr beim ersten Kennenlernen einen Heiratsantrag machte. Zusammen mit ihr pflegt er den Gedenkstein für die Vertriebenen auf dem Friedhof. Er engagiert sich im Ferienprogramm und im Waldhaus-Arbeitskreis, organisiert SL-Vereinsausflüge, kümmerte sich um den Moosknockbrunnen und vieles mehr. Dass er gerne im Garten werkelt und den grünen Daumen hat, bemerkt der Besucher gleich an seinem bunt-blühenden Hauseingang. Und die Briefmarkensammlung des ehemaligen Postbeamten, die er auch gerne präsentiert, ist überaus beachtenswert. Ein großer Erfolg war die Ausstellung über „Gustav Leutelt“, die er nach Fichtelberg brachte.

Am Herzen liegt ihm auch die paurische Mundart, wovon er eine kleine Kostprobe gab und sich mit dem „Hut“ von Heimatdichter Franz Kleinert für die hohe Auszeichnung bedankte.

„Sie haben großes Unrecht erlitten, mussten in der neuen Heimat neu anfangen“ wandte sich Martin Schöffel an Rudolf Kiesewetter und betonte, dass „wir Ihnen und allen Heimatvertriebenen viel verdanken. Sie haben zusammengelangt, Gemeinsames geschaffen, die Region bereichert, Kultur und Tradition geprägt – Lob- und Dankesworte, denen sich alle Ehrengäste anschlossen – und nicht zuletzt CSU-Vorsitzender Siegbert Schöler, der ebenfalls seine Wurzeln in „diesem robusten, knorrigen Volksstamm“ hat


Ehrungen CSU von links:
Hans-Peter Friedrich,  Werner Schnorbach, Rudolf Schreyer, Siegbert Schöler, Dr. Silke Launert, Hans-Peter Reichenberger, Gudrun Brendel-Fischer, Martin Schöffel, Andreas Voit gis
Ehrungen CSU von links: Hans-Peter Friedrich, Werner Schnorbach, Rudolf Schreyer, Siegbert Schöler, Dr. Silke Launert, Hans-Peter Reichenberger, Gudrun Brendel-Fischer, Martin Schöffel, Andreas Voit
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