04.02.2020 - 16:55 Uhr
FichtelbergOberpfalz

Eine echte Qualitätsregion

Das Fichtelgebirge will sich herausputzen. Gäste sollen aber nicht nur eine tolle Landschaft bekommen. Viele andere Wohlfühlfaktoten kommen hinzu.

Bildtext: Liane Jordan vom Deutschen Wanderverband informiert in Bischofsgrün über das Prozedere, wenn das Fichtelgebirge "Qualitätsregion Wanderbares Deutschland" werden will.
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Das Fichtelgebirge möchte seinen Wandergästen bestmöglichen Service bieten und dazu ein Angebot des Deutschen Wanderverbandes nutzen. Angestrebt wird die Zertifizerung als "Qualitätsregion Wanderbares Deutschland" - ein Prädikat wie es deutschlandweit bislang nur vier Regionen erreicht haben. Wobei mit dem Frankenwald eine davon direkter Nachbar ist.

Liane Jordan vom Deutschen Wanderverband vermittelte bei einem Infoabend im Bischofsgrüner Kurhaus an Bürgermeister, Touristiker und Vereinsvertreter einen Eindruck, was auf das Fichtelgebirge zukommt. Klar wurde: Eine Qualitäts-Wanderregion muss einen Katalog von 43 Kriterien erfüllen. Grundsätzlich sind sich Tourismuszentrale Fichtelgebirge, Naturpark Fichtelgebirge und Fichtelgebirgsverein einig, den Weg für Fichtelgebirge und möglichst auch Steinwald gehen zu wollen. Eine Lenkungsgruppe gibt es schon.

Bei einem wichtigen Kriterium, dem Ausweisen von zertifizierten Einzelwegen, ist ein Anfang bereits gemacht. Der Fränkische Gebirgsweg ist bereits zertifiziert, hat sogar frisch die alle drei Jahre nötige Bestätigung erhalten, dass er noch den Qualitätskriterien entspricht. Und auch erste örtliche zertifizierten Touren gibt es. Auch die einzelnen Wege müssen einem Kriterienkatalog genügen, müssen naturnahe Wegeführung mit einer nutzerfreundlichen Markierung kombinieren. Entlang des Wege sollen schöne Aussichtspunkte liegen und dem Wanderer kulturelle Highlights offenbart werden.

Dazu gehören auch Rastpunkte und Einkehrmöglichkeiten. „Wenn die Wanderer schöne Touren finden, wenn sie bestens versorgt sind, stellt sich die besondere Atmosphäre ein“, so Jordan. Und mehr als die Hälfte der Bevölkerung sagt bei Befragungen übrigens, sie gehe auch zumindest ab und zu wandern.

Wenn eine Region Qualitätsregion werden will, hat sie eine bis zu dreijährige Planungs- und Umsetzungsphase vor sich. Die Hauptherausforderung: „Die Interessen aller Akteure auf einen Nenner zu bringen.“

Die ersten kommenden Schritte sind jedenfalls: „Wir brauchen Zertifizierer“, so Ferdinand Reb von der Tourismuszentrale. Die Gruppe, die sich ehrenamtlich um die Zertifizierung des Fränkischen Gebirgsweg gekümmert hatte, braucht noch zahlenmäßige Verstärkung. Die Kosten werde laut Ferdinand Reb die Tourismuszentrale übernehmen. Relativ zeitnah soll es eine zweitägige Schulung in der Region geben. Dazu gilt es, Wege die in Frage kommen zu melden. Neben zertifizierten Wege muss auch ergänzend ein Netz von Qualitätstouren vorhanden sein.

Ziel ist es, insgesamt 30 Wandermöglichkeiten anzubieten.

Aber auch genügend Gastgeber, die sich ebenfalls einer Zertifizierung unterziehen, müssten vorhanden sein. Zwei pro 100 Quadratkilometer Fläche sind die Vorgabe. Im Fichtelgebirge wären das 24, ein Viertel der benötigen Anzahl gibt es bislang.

Bei einer Umfrage unter den Gemeinden kam jedenfalls bei 51 angeschriebenen 24 die Rückmeldung das machen wir. „Die anderen haben nicht geantwortet“, so Ferdinand Reb. Der deshalb von breiter Unterstützung ausgeht. Vor Ort befragt sagte beispielsweise Bernhard Kraus, FGV-Vorsitzender in Fichtelberg: „Es ist auf jeden Fall eine gute Sache“. „Ich sehe es positiv“, unterstützt ihn auch Karl-Heinz Glaser, Zweiter Bürgermeister in Fichtelberg. An dem Abend gab es jedenfalls auch in der Tat keine kritische Stimmen zu hören.

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