Wie die Bürgerinitiative mitteilt, kamen am 9. November in Neubau 13 Personen zusammen, um die Bürgerinitiative (BI) "Natürlich Fichtelsee" zu gründen. Ihr gemeinsames Ziel ist der Erhalt des Waldsees für künftige Generationen. "Der kleine See soll nicht überladen werden", sagt Edgar Eckert, einer der Gründer der Initiative. Ziel sei ein Gesamtkonzept, nach dem der auch überregional bedeutsame Fichtelsee nachhaltig entwickelt werden kann.
Nach den Vorstellungen von "Natürlich Fichtelsee" sollen Leitlinien für den Erhalt des See-Charakters festgelegt werden. Der Badebereich soll am Ostufer behutsam weiterentwickelt und der Uferbereich begrünt werden. Für die Besucher soll es ein Lenkungskonzept geben. Eine Toiletten- und Umkleideanlage sowie schattige Liegeplätze müssten geschaffen werden.
Weg für alle offen
"Mit den Flächen am Ufer müssen wir sehr vorsichtig umgehen", sagt Norbert Schindler, Mitgründer der BI. Angesichts der gegenwärtigen Planungen fordert die BI , auf den Bau von Gebäuden direkt am Wasser zu verzichten. Der Fahrzeugverkehr müsse ferngehalten werden. Der Weg um den See müsse für alle offen bleiben und Neubauten dürften nicht den Bestand dominieren. Die Kritik der BI: Die Pläne seien zu unvollständig. "Wir wissen letztendlich nicht, was kommt", so Eckert.
Das sind die aktuellen Vorhaben am See: Der Architekt und Hotelbetreiber Bernd Deyerling will sein Hotel um ein Bettenhaus erweitern. Geplant ist auch ein eingeschossiger Flachbau für Moorbäder, hautärztliche Anwendungen, Sauna und Ruhebereich, so das Landratsamt Bayreuth. Geplant wird auch eine neue Wachstation für die Wasserwacht mit Bootsgarage, Behandlungs- und Bereitschaftsraum mit Schlafbereich für Ehrenamtliche, Schulungs- und Jugendraum. All das soll nach dem Willen des BRK-Kreisverbands in der Nähe des Hotels und direkt am Ufer entstehen. "Bei der Rettung zählt jede Sekunde", lautet der Standpunkt von Kreisgeschäftsführer Peter Herzing nach einem Ortstermin.
Die BI stört sich am geplanten Umfang der Wachstation. Eckert: "Alles zu groß gedacht." Ein anderer Standort am Westufer mit nur einem Boot und kleinem Aufenthaltsraum wäre ausreichend, weil die Ehrenamtlichen ja nur am Wochenende kämen. Wie Manuela Hornung bereits früher sagte, gibt es für den See einen Bebauungsplan von 1982. Darin heiße es, der Charakter des Fichtelsees als natürlicher Waldsee dürfe nicht beeinträchtigt werden. Zudem müssten Einrichtungen im Uferbereich auf ein noch landschaftsverträgliches Mindestmaß beschränkt bleiben.
Aus Sicht der BI ist der Fichtelsee ein Juwel für die Gemeinde. Deshalb müssten zunächst die Leitlinien und Ziele formuliert werden, bevor der Bebauungsplan geändert werde. Dafür sei ein Planungsbüro einzuschalten. Nur so könnten die Belange der Bürger von Fichtelberg sowie die Erwartungen der Touristen berücksichtigt werden. Hornungs Kritik: Gegenwärtig würden nur die Hotelerweiterung und die Rettungswache betrachtet. Ob diese Vorhaben in ihrer Art, Lage und Größe einer naturverträglichen, zurückhaltenden und damit werterhaltenden Erschließung entsprechen, bleibe derzeit offen.
Sammlung von Unterschriften
Der Kreiswasserwacht hält Manuela Hornung entgegen, die geplante Wachstation müsse auf die künftige Entwicklung des Sees abgestimmt werden. Bislang sei aber über Besucherzahlen und die Sicherheit noch gar nicht gesprochen worden.
Mit einem nächsten Schritt will die BI Mitstreiter suchen. Dazu ist eine Unterschriftensammlung geplant, kündigt Norbert Schindler an. Wie es dann weitergeht, hänge vom Verhalten der Gemeinde ab. Die überarbeitet gerade den Bebauungsplan.
Fichtelberg. (ub) Der Fichtelsee ist ein alter, künstlich angelegter Stauweiher aus dem Mittelalter. Nur der nördliche Bereich liegt im Naturschutzgebiet Fichtelseemoor und im FFH-Gebiet „Schneebergmassiv mit Fichtelseemoor“. Dort sei laut Landratsamt nichts geplant und wäre auch nahezu nichts genehmigungsfähig.
Wie Pressesprecher Michael Benz mitteilt, liegt der ganze See innerhalb des Landschaftsschutzgebiets „Fichtelgebirge“, wo die Verbote nicht so streng sind wie in den erwähnten Schutzgebieten. Dort könnten Projekte aus Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses umgesetzt werden. Die Gemeinde Fichtelberg ändert derzeit den bestehenden Bebauungsplan „Fichtelsee“. Baurechtliche Genehmigungen wurden in letzter Zeit nicht erteilt, sagt Pressesprecher Benz. Die letzte baurechtlich relevante Maßnahme war 2017 die Instandsetzung im und am Hotelgebäude.








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