04.06.2019 - 10:19 Uhr
FichtelbergOberpfalz

Kult und Rarität

Münch 4 Club in Fichtelberg.

Organisator Ralph Blum und Michael Sattler (von links).
von Gisela KuhbandnerProfil
Von links: Club-Vorstandsmitglied Peter Schmidt, Organisator Ralph Blum, Michael Sattler und Paul Brinkmann.

In diesem Fall muss man nicht tierlieb sein, um Mammuts zu mögen - denn gemeint ist hier das Münch-Mammut, ein Kult-Motorrad, das mittlerweile wohl zu den teuersten und seltensten der Welt zählt:

Michael Sattler ist totaler Münch-Fan. „Da ist keine Vernunft dahinter, nur Herz, Liebe und Leidenschaft“ gesteht der Mühldorfer, der zusammen mit weiteren Besitzern dieser Kult-Motorräder vor allem aus Deutschland - aber auch Österreicher und Holländer sind dabei an einer viertägigen Rundfahrt, die der Münch 4 Club jährlich veranstaltet, teilnimmt. Sie führt vom Steinwald über Fichtelberg, Weidenberg, Kirchenpingarten, Kulmain, Waldsassen zurück zum Ausgangspunkt. „Eine wunderschöne Tour“ schwärmt Sattler und stellt beim Zwischenstopp am örtlichen Automobilmuseum seine Maschine vor, auf die er mächtig stolz ist. Und er hat Zeit, ein wenig in der spannenden „Münch-Geschichte“ zu blättern: Erbauer der schon legendären Motorräder war Friedel Münch, der die Idee hatte, den luftgekühlten Vierzylindermotor eines NSU Prinz in einen Motorradrahmen einzubauen. In der Zeit von 1966 bis 1980 entstanden genau 478 Maschinen, keine mehr und keine weniger. Davon existieren weltweit nur noch 250 Motorräder – Raritäten deren Preis im sechsstelligen Euro-Bereich liegt. Und – dass der – laut Michael Sattler Münch 4 Club Nachwuchssorgen hat, ist daher wohl leicht verständlich.

Und bei einen Gewicht von über 300 Kilo wird es sicherlich schwer sein, diese Motorräder, die 200 Sachen schnell sein können, zu steuern? „Nein, es fährt sich leicht“, hat Michael Sattler langjährige Erfahrung. Dem stimmt auch Paul Brinkmann zu, der aus Schleswig-Holstein kommt. „Hier gibt es nur noch zwei dieser legendären Maschinen“ sagt er.

Was ist, wenn ein Motorrad - jedes ist ein Unikat - in die Werkstatt müsste? „Dann sind wir aufgeschmissen“ sagt er. „Aber jeder von uns ist meist firm genug, den Schaden selbst zu beheben. Ersatzteile zu bekommen, ist nach über 40 Jahren äußerst schwierig.

Die Clubmitglieder kommen gerade aus dem Automobilmuseum im Nageler Weg. „Klein aber fein“ sagt der Münch-Fan, ersetzt das „klein“ allerdings später mit „imposant“ nachdem er auch noch die neue große Ausstellung in der Bayreuther Straße besucht hatte und sich nun auf die Weiterfahrt freut. ..

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