Fichtelberg
09.03.2026 - 16:18 Uhr

Neue Quartiere für Fledermäuse im Fichtelgebirge

Der Forstbetrieb Fichtelberg stärkt mit über 200 neuen Quartieren die Lebensräume heimischer Fledermäuse. Ein Beitrag zum Artenschutz im Fichtelgebirge.

Fledermäuse verbringen den Tag in einem Spaltenkasten Bild: Martin Hertel
Fledermäuse verbringen den Tag in einem Spaltenkasten

"Wenn in der Dämmerung über der Königsheide bei Weidenberg die ersten Schatten lautlos durch die Luft huschen, beginnt die Arbeitszeit einer hochspezialisierten Jägergruppe: Fledermäuse", schreibt Martin Hertel vom Forstbetrieb Fichtelberg. Der führt laut einer Pressemitteilung sein umfangreiches Artenschutzprojekt zugunsten der Fledermäuse weiter, um diese streng geschützten Tiere gezielt zu fördern. Mehr als 200 neue Nisthilfen für Fledermäuse und andere Tierarten wurden demnach in den vergangenen Tagen in den Wäldern des westlichen Fichtelgebirges aufgehängt. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Fledermäuse seien die einzigen aktiv fliegenden Säugetiere der Erde. In Bayern gebe es über 20 Arten, viele davon stünden auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten. Laut Hertel ernähren sich die Tiere ausschließlich von Insekten und leisten damit einen erheblichen Beitrag zur natürlichen Regulation von Insektenpopulationen, ihre Beute orten sie mittels Echoortung. Wissenschaftliche Studien zeigten, dass einzelne Tiere pro Nacht mehrere Tausend Insekten erbeuten können.

Strukturreiche Wälder

„Fledermäuse sind eng an strukturreiche Wälder gebunden“, wird Christoph Mende, örtlich zuständiger Förster im Revier Weidenberg, in der Mitteilung zitiert. „Besonders Laub- und Mischwälder mit alten Bäumen bieten ideale Voraussetzungen: Spalten im Holz, sich ablösende Rinde oder Spechthöhlen dienen als natürliche Tagesquartiere.“

Doch solche Strukturen entstünden erst im Laufe von Jahrzehnten. In Wirtschaftswäldern fehlten sie mancherorts oder seien noch im Aufbau. Genau hier setze das Projekt an: Mit unterschiedlichen Kastentypen würden verschiedene Fledermausarten und ihre spezifischen Ansprüche berücksichtigt. Wie Hertel weiter informiert, wurden teilweise die Kästen als Gruppen an einem Standort angebracht. Diese „Quartierkomplexe“ kämen dem sozialen Verhalten der Tiere entgegen, "denn Fledermäuse leben gesellig und wechseln ihre Hangplätze je nach Witterung, Temperatur oder Sonnenstand".

Sommer- und Winterquartiere

Im Sommer bilden Weibchen Wochenstuben, in denen sie gemeinsam ihre Jungen aufziehen. Diese Quartiere benötigen ein stabiles, warmes Mikroklima. Tagsüber ruhen die Tiere oft in Gruppen in Spaltenquartieren. Im Winter hingegen ziehen sich viele Arten in frostfreie Felsen, Stollen oder Höhlen zurück, wo sie im energiesparenden Winterschlaf mehrere Monate überdauern. Die Region rund um die Königsheide und das Steinachtal biete durch ihre abwechslungsreiche Landschaft gute Voraussetzungen. Mit den neu geschaffenen Nisthilfen werde das Angebot an geeigneten Tages- und Fortpflanzungsquartieren nun deutlich erweitert.

Sabine Schulze von der Fachstelle Waldnaturschutz der Bayerische Forstverwaltung in Bamberg begleitet das Projekt. Die Auswahl der Standorte erfolge auf Grundlage fachlicher Kriterien: Nähe zu geeigneten Jagdhabitaten, ausreichende Besonnung einzelner Kästen sowie ein strukturreicher Baumbestand. „Künstliche Quartiere ersetzen keine alten Bäume, aber sie überbrücken Engpässe und unterstützen bestehende Populationen“, wird sie zitiert. Entscheidend sei zudem eine naturnahe Waldbewirtschaftung, die Alt- und Biotopbäume erhält und langfristig neue Habitatstrukturen entwickelt. Kommendes Jahr sollen in Zusammenarbeit mit der Hochschule in Freising die Fledermausvorkommen untersucht und die Wirksamkeit der Artenschutzmaßnahmen überprüft werden.

Das Projekt ist Teil einer umfassenden Strategie zur Förderung seltener und geschützter Tierarten im Wald. Für Förster Christoph Mende ist klar: „Artenschutz gehört heute selbstverständlich zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Wir denken in Lebensgemeinschaften, nicht nur in forstlich nutzbaren Waldbeständen.“

Diese Meldung basiert auf Informationen der Bayerischen Staatsforsten und wurde mit Unterstützung durch KI erstellt.

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