Fichtelberg
10.04.2019 - 17:06 Uhr

Wenn Oma die "Bild" kauft

Christa Vogl liest vor begeisterten Fans in Fichtelberg. Und die Zuhörer lernen: Die Zeitung ist nicht alleine zum Lesen da.

Christa Vogl (links) begeistert ihr dankbares Publikum mit heiteren und ungewöhnlichen Geschichten. Bild: gis
Christa Vogl (links) begeistert ihr dankbares Publikum mit heiteren und ungewöhnlichen Geschichten.

Jetzt wissen wir, warum sich Oma öfters mal die Bildzeitung kauft. Weil sie sich –„ da können weder der Neue Tag, noch die Süddeutsche Zeitung mithalten“ – am besten zum Fensterputzen eignet. Die Zutaten für Großmutters „Buchtel-Rezept“ allerdings muss man erst umrechnen: Denn wer weiß schon, wieviel „a Trimml Hefe, a Schtruz Milch oder a Trepfl g´schmolzene Butter“ ist.

Solche und ähnliche Geschichten wie aus dem ganz normalen Leben schreibt Christa Vogl. Im gut besetzten Pfarrheim in Fichtelberg hat die Oberpfälzer Autorin, eingeladen vom örtlichen Katholischen. Frauenbund und dem Bücherstadl-Team, Begebenheiten vorgelesen, wie sie (fast) alltäglich passieren können - zum Schmunzeln, lauthals Lachen und angereichert mit so viel knisternder Spannung, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können.

Das Publikum wollte von Christa Vogl aber auch wissen, wann und wo ihr all diese Ideen kommen. „Immer und überall“ sagt sie. „Dann setz´ ich mich an den PC und schreib mir auf, was mir eingefallen ist. Drei Bücher hat sie mit ihren Erzählungen bereits gefüllt („Ein Funken Wahrheit“, „Zwei Pfund Sonne, bitte“ und „ www.kurze-Geschichten.de“, und dank ihrer scharfsinnigen Beobachtung, ihrer phantasievollen Gedanken und ihrem Schreibtalent ein echter Lesegenuss.

Nicht immer aber geht es in ihren Geschichten heiter und lustig zu. So beschreibt die sympathische Autorin „Auf der roten Liste“, die nichts mit Eulen, Wolf, Luchs oder Arnika zu tun hat, liebevoll eine ganz besondere Spezies: „Eine alte Frau mit Kittelschürze, Kopftuch und dicken Strümpfen, wie sie meistens am Samstag nachmittag mit ihrem Reisigbesen den Straßenrand kehrt. Nachdenklich machen auch „der umgedrehte Kragen“ oder das „Frühstück zu zweit" wenn das „Nest“ leer wird. . Weniger besinnlich allerdings ist der gruselige „Mord“ im Schlafzimmer oder der schönste Urlaubsmoment“, der natürlich hier nicht verraten wird, auch nicht die Art des überaus anhänglichen Hundes der Schreiberin….

Bevor sich Frauenbundvorsitzende Karin Müller und Bücherstadl-Leiterin Selma Markhof bei Christa Vogl für die amüsante Stunde bedankten, kam auch - mit einem feinen, phantasiereichen Imbiss der leibliche Genuss nicht zu kurz.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.