Im Alter von 99 Jahren verstarb in Fichtelberg der frühere Kemnather und Tirschenreuther Kreisrat Georg Lippert. Die Familie, der Forst, die Politik und die Jagd prägten das Leben der landauf, landab als "Lippert-Schorsch" bekannten und beliebten Persönlichkeit. Mit unerschütterlichem Humor, immer bereit für einen Spaß und oft mit einem speziellen Spruch auf den Lippen, begegnete Georg Lippert seinen Weggefährten. Bis zuletzt war er durch seinen klaren Verstand, seine Weitsicht und seine Aufgeschlossenheit für Neues ein geschätzter Gesprächspartner und Ratgeber. Um ihn trauern seine zwei Söhne, drei Enkel und vier Urenkel.
Georg Lippert wurde in Kemnath geboren, besuchte nach dem Umzug nach Wunsiedel das Gymnasium in Marktredwitz und machte in Nürnberg sein „Not-Abitur“, weil er als Luftwaffenhelfer eingezogen wurde. Es folgten die Einberufung zur Wehrmacht und später die Gefangenschaft. Nach diesen schlechten Zeiten entwickelte sich sein Leben positiv. Lippert absolvierte die Ausbildung zum Revierförster an der Forstschule in Lohr, seine erste Planstelle trat er in Weiden an. Von 1954 bis 1982 wirkte er an der Forstdienststelle Frankenreuth, dann zog die Familie nach Fichtelberg um.
„Das Einschneidendste in meinem Leben war der Tod meiner Ehefrau im Jahr 2008“, sagte er einmal. Später lernte Georg Lippert auf einer Kreuzfahrt seine vor zwei Jahren verstorbene Lebensgefährtin Inka kennen. Das Reisen war auch eine seiner größten Leidenschaften. In seinem Berufsleben hat er vieles verändert und weiterentwickelt, sich großes Ansehen erworben und Spuren hinterlassen. „Er war Wegebereiter, hat den Menschen Steine aus dem Weg geräumt“, brachte Wolfgang Lippert, früherer Landrat des Landkreises Tirschenreuth, das Wirken seines Vaters auf den Punkt.
Politisch schlug das Herz von Georg Lippert für die Freien Wähler. 16 Jahre lang vertrat er deren Interessen in den Kreistagen von Kemnath und Tirschenreuth, prägte die Heimatregion mit. Bekannt war der einstige Fraktionssprecher für seine Wortgewandtheit und bildhafte Sprache, ausgezeichnet wurde er für sein Wirken mit der Verdienstmedaille des Landkreises. Dem Bayerischen Landesjagdverband gehörte Lippert 65 Jahre lang an, dieser zeichnete ihn auch mit dem Ehrenzeichen aus. Seit 1954 las er tagtäglich mit Begeisterung den "Neuen Tag", wie es heißt.
Seinen letzten Lebensabschnitt meisterte Lippert trotz altersbedingter Einschränkungen mit lebensbejahender Grundeinstellung und Zufriedenheit mit Bravour – ganz alleine in seinem Haus. Die Kraft dazu schöpfte er aus seinem Glauben und seinem positiven Denken. Selbstverständlich wird sich die Parforcehorngruppe Hohes Fichtelgebirge mit dem Lied „Adieu à la forêt" von ihrem Gründungs- und Ehrenmitglied verabschieden.







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