Fichtelberg
28.09.2018 - 13:21 Uhr

Unrecht beseitigen

„Unrechtsdekrete beseitigen – Europa zusammenführen“. Unter diesem Leitwort stand der „Tag der Heimat“, zu dem der Bund der Vertriebenen in den Goethe-Saal eingeladen hatte. Festredner war Landtagsabgeordneter Martin Schöffel.

Martin Schöffel (rechts), Mitglied des Bayerischen Landtags hielt beim „Tag der Heimat“ des Stadt- und Kreisverbandes Bayreuth des Bundesverbandes der Vertriebenen (BdV) im Goethe-Saal im Gasthaus Specht in Fichtelberg die Festrede. (vorne, Bildmitte), Kreisvorsitzender Helmut Hempel. Bild: Brendel, Hubert (BR)
Martin Schöffel (rechts), Mitglied des Bayerischen Landtags hielt beim „Tag der Heimat“ des Stadt- und Kreisverbandes Bayreuth des Bundesverbandes der Vertriebenen (BdV) im Goethe-Saal im Gasthaus Specht in Fichtelberg die Festrede. (vorne, Bildmitte), Kreisvorsitzender Helmut Hempel.

Dieser spannte einen weiten Bogen und blickte auf die sieben zurückliegenden Jahrzehnte zurück. Anerkennend würdige er, dass die Heimatvertriebenen am Aufbau der Bundesrepublik mitgewirkt und auch Handwerksbetriebe gegründet haben. Wie Helmut Hempel, Kreisvorsitzender des BdV Bayreuth, zum Ausdruck brachte, erinnerte der Verband öffentlichkeitswirksam an das Leid der Opfer, an die Verluste der deutschen Heimatvertriebenen, von Flüchtlingen, Aussiedlenr und Spätaussiedlern und auch jener, die in die Sowjetunion deportiert wurden. Er danke den Gästen für ihre Teilnahme am „Tag der Heimat“ und wertete dies als ein Zeichen der Verbundenheit mit dem Schicksal der Heimatvertriebenen.

Monsignore Herbert Hautmann, als Vertriebenenseelsorger im Erzbistum Bamberg verband sein Grußwort zu „Erinnern – Gedenken“. Er selbst, 1934 in Eger geboren, habe als Zwölfjähriger selbst die Vertreibung miterleben müssen. „Wir, die Heimatvertriebenen, haben allen Grund zu danken“, betonte er und fügte hinzu: "Es ist nicht alles selbstverständlich, was geschehen ist."

Die „Benesch-Dekrete“ stellte Albert Schläger, Vizepräsident des BdV in den Mittelpunkt seines Grußwortes und bezeichnete diese als unrechtmäßig. Er unterstrich: "Es gilt, Unrecht zu beseitigen und Europa zusammenzuführen“. Ferner betonte er, „70 Jahre Frieden, das gab es noch nie“. Gleichzeitig appellierte er, „das vereinte Europa soll sich nicht von Extremisten zerstören lassen“. Fichtelbergs zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Glaser erinnerte daran, dass nach dem Zweiten Weltkrieg im Ort 400 Vertriebe eine neue Bleibe gefunden haben.

In seiner Festrede blickte MdL Martin Schöffel zurück in die Zeit der Vertreibung. Dabei unterstriche er, es gelte nunmehr, Traditionen erhalten und bewahren und verwies in diesen Zusammenhang auf das Egerland-Museum in Marktredwitz. Auch Kultur und Brauchtum seien wichtige Aspekte, die Heimat zu bewahren und würdigte das Engagement der Heimatvertriebenen beim Erhalt von Kulturdenkmälern.

Die Feierstunde nahm Margaretha Michel, Kreisvorsitzende sowie auch Mitglied der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) an die Kaiserkirmst zu erinnern, als das Sudetenland noch zu Österreich gehörte. Ferner stellte sie Zusammenhänge der traditionellen Wallfahrten von Eger nach Marienweiher her.

Die Feierstunde wurde durch Beiträge aus den Reihen der verschiedenen Landmannschaften mitgestaltet und verliehen dem „Tag der Heimat“ eine besondere Note. Es waren insbesondere mehrere Mundartvorträge, zum einen durch Rudolf Kiesewetter als Fichtelberg von der Sudetendeutsche Landsmannschaft und in Nordböhmischer Mundart durch Horst Skripalle aus Bayreuth in Jungbauerntracht aus der Hirschberger Gegend (Riesengebirge).

Umrahmt wurde die Festveranstaltung von der Trachtenkapelle Pegnitz unter der Leitung von Josef Pröll, wo natürlich böhmische Musik nicht fehlen durfte. Zum krönenden Abschluss wurde, stehend, von allen die Deutschlandhymne gesunden.

Kreisvorsitzender Helmut Hempel (links) dankte dem Festredner, MdL Martin Schöffel und überreichte als Geschenk einen „Kutscherkrug“, vergleichbar mit einem Bierglas. Bild: Brendel, Hubert (BR)
Kreisvorsitzender Helmut Hempel (links) dankte dem Festredner, MdL Martin Schöffel und überreichte als Geschenk einen „Kutscherkrug“, vergleichbar mit einem Bierglas.
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