21.08.2018 - 14:28 Uhr
FichtelbergOberpfalz

Whisky im Fels

Es könnte leicht sein, dass ein Scotchwhisky bald „Grubenhunt“ heißt“, meint Hadrian Bromma von Glentaste Würzburg. Das edle Getränk macht nach der Endreifung im Gleißinger Fels seinem Namen alle Ehre.

Gaaaanz vorsichtig muss man mit dem edlen Tropfen umgehen
von Gisela KuhbandnerProfil

(gis)

Bis der Whisky, wie George Bernhard Shaw einmal sagte, „flüssiges Sonnenlicht“ ist, wird es allerdings noch eine Weile dauern – genauer gesagt, bis Mitte Oktober, wenn das erste Fass geöffnet und verkostet werden kann.

Doch der Reihe nach: Es war fast eine kleine Abenteuerreise, als Hadrian Bromma, sein Vater Bernhard und Mitstreiter Burkhard Nöth, geführt von Bergwerksbetreiber Thomas Obermüller, die schweren Holzfässer, die bereits mindestens zehn Jahre in Schottland lagerten, nacheinander durch uralte handgeschlagene Stollen hindurch in den „Bauch“ des Ochsenkopfs rollten und sie neben einem alten Förderwagen (Hunt) über gruseligen Tiefen platzierten.

„Ich hab´einen Luftsprung gemacht, als ich von Obermüller erfuhr, dass die Lagerung klappt“, gesteht Hadrian Bromme, der in Vereinbarungen mit schottischen Brennereinen Whisky importiert, wobei er berichtet, dass Schottland seltsame Gesetze hat: Spirituosen dürfen nicht in Holzfässern die Grenze passieren. Der Whisky kommt also dort in Fässern an, wird in Tanks und dann wieder in Fässer umgefüllt.

Apropos Fässer: Sie haben üblicherweise eine „Vorbelegung“: Es sind Ex-Sherry-Fässer aus Spanien und Bourbon-Fässer aus Amerika, die dem Whisky eine „vanillige“ Note geben. Das kleinste ist ein Rumfass aus Jamaika. Jetzt probiert Hadrian auch einmal das Umgekehrte aus: Wie Wein im Ex-Whisky-Fass schmeckt … Ein spannendes Experiment. Mit der Lagerung über viele Jahre verliert der Whisky an Alkohol, der durch die Fasswand entweicht. Dafür nimmt er aber Inhaltsstoffe aus dem Holz auf, was ihm einen Teil seines typischen Aromas verleiht. Die Fassstärke des jetzt unter-Tage eingelagerten edlen Tropfens von etwa 65 Prozent Alkohol würde vermutlich Zunge und Mund betäuben, weshalb der Whisky bei der Flaschenabfüllung auf 46 Prozent verdünnt wird – natürlich mit „Fichtelgebirgs-Quellwasser“ freut sich Hadrian und verrät schon vorab, was eine 0,7-Liter-Flasche kosten wird: „60 bis 70 Euro oder vielleicht auch etwas weniger“.

Am 13. Oktober um 17 Uhr wird das erste Fass im Rahmen einer „ersten Whisky-Wanderung – Whisky Tasting unter Tage“ geöffnet und verkostet. Weitere Infos und Anmeldung dazu im Internet unter dem Stichwort „glentaste“ und auf facebook unter „Hadrian Bromma"

Weitere Infos:

Thomas Obermüller informiert zudem, dass die laufende 1,6 Millionen teure Generalsanierung des „Gleißinger Fels“ (Bauträger Montan Stiftung Nordbayern - wir berichteten mehrmals ausführlich) „gut voran geht und Hand und Fuß hat“. Derzeit wird im Berginnern gearbeitet, vor allem im Sicherungsbereich. Das Bergwerk bleibt – außer die Arbeiten verlangen kurzzeitig eine Schließung – auch während der Renovierung täglich von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Es zählt jährlich 10 000 bis 15 000 Besucher. „Wir brauchen dringend gutes Personal“, sagt Obermüller.

Infos: www.bergwerk-fichtelberg.de.

Burkhard Nöth, Hadrian Bromma, Bernhard Bromma und Thomas Obermüller (von li nks) sind stolz auf die besonderen Fässer.. .

Whisky

Von links: Burkhard Nöth, Hadrian Bromma, Bernhard Bromma, Thomas Obermüller.

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