08.04.2019 - 16:43 Uhr
Fichtenhof bei AmmerthalOberpfalz

100 Jahre Nachbarschaft im Herzen Europas

Die Niederlage Deutschlands im November 1918 führte zur Revolution in Bayern. Sie führte auch zum Untergang der Donaumonarchie. Jetzt befasst sich die CSU mit diesem Thema.

Helmut Fischer hatte für die Senioren-Union Patrick Reitinger und Christian Doleschal (von links) eingeladen.
von Klaus HöglProfil

Bayern ist als Freistaat innerhalb der Weimarer Republik entstanden, zur gleichen Zeit ist die Habsburgmonarchie in mehrere Nachfolgestaaten zerfallen. Daraus entstand damals die erste Tschechoslowakische Republik. Für Bayern deshalb von besonderem Interesse, weil direkt angrenzend und Nachbar. Grenzübergreifende Handelsbeziehungen zwischen Böhmen und Deutschland mussten so neu geordnet, auf eine neue Basis gestellt werden. Mittlerweile leben Bayern und Tschechien seit 1919 bis 2019 im Herzen Europas, 100 Jahre praktisch in enger Nachbarschaft. Wie war und ist das deutsch-tschechoslowakische Verhältnis seit nunmehr 100 wechselvollen Jahren? Wie waren die menschlichen und Handelsbeziehungen? Wirkten sich die epochalen historischen Veränderungen, die grenzüberschreitenden Beziehungen, die weltanschaulichen Gegensätze des 20. Jahrhunderts aus?

"100 Jahre Nachbarschaft im Herzen Europas, Bayern und Tschechien 1919 bis 2019" - das war das Thema eines Vortrags, zu dem die Senioren-Union in der CSU unter der Regie von Helmut Fischer nach Fichtenhof eingeladen hatte. Mit Christian Doleschal, aussichtsreich auf Platz fünf der CSU ausgewiesen, hatte die "SEN-Union" den jungen Politiker aufgeboten. Und mit Patrick Reitinger (Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Professur für Historische Geografie), einen ebenso jungen wie versierten Haupt-Referenten.

70 Jahre Frieden, das ist ein Geschenk nach schlimmen und schlimmsten Erfahrungen. Gemeinsame Währung, keine Grenzkontrollen innerhalb der EU, wirtschaftlicher Austausch ohne Zollschranken - das und noch viel mehr ist verbunden mit der Europäischen Union" legte Reitinger in Wort und Bild dar. Mit der EU spiele auch das nachbarschaftliche Verhältnis im Herzen Europas zwischen Bayern und Tschechien eine Rolle, und zwar seit 1919. Staatswissenschaftler Reitinger beschäftigte sich ausführlich mit diesem speziellen Thema. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs veränderte sich Europa radikal. Große Imperien und Monarchien seien zusammengebrochen, neue Staaten und Demokratien seien entstanden.

Diese neuen Staatlichkeiten ordneten das Verhältnis zwischen Bayern und Tschechien völlig neu. Reitinger blickte auf zentrale europäische Ereignisse in den letzten 100 Jahren zurück und zeigte deren Auswirkungen auf die bayerische und tschechische Gesellschaft - bis heute. Im Fokus dabei stand dabei, was Bayern und Tschechien trotz vieler Trennungen im Herzen Europas verbindet.

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