18.01.2021 - 11:52 Uhr
FlossOberpfalz

Allrounder für Flosser Feuerwehr

Unter dem Slogan "Sag nicht Fest..." feierte die Feuerwehr 2018 ihr 150-jähriges Jubiläum. Ein weiteres Fest, die Ankunft eines Fahrzeugs, entfällt nun erst einmal wegen der Pandemie. Dabei hat man sich Fahrzeug und Fest redlich verdient.

Ganzer Stolz ist der neue "V-LKW Bayern" der Stützpunktfeuerwehr Floß
von Oliver MuttererProfil

Er ist endlich da! Die Führungsmannschaft der Feuerwehr Floß hat den langersehnten "V-Lkw Bayern" (Versorgungs-Lkw) in Empfang genommen. "Mit diesem Lkw stellen wir uns auf die neuen Wetterkapriolen und veränderten Klimabedingungen ein", sagte Feuerwehrkommandant Felix Müller.

Besonders wichtig könne das neue Fahrzeug in Krisensituationen sein. Zum Transportieren von Hilfsgütern und Verbringen von technischem Gerät ist es als Logistikfahrzeug bei Katastrophenfällen einsetzbar. Waldbränden, Großbränden oder Überschwemmungen kann nun organisatorisch besser und schneller entgegengewirkt werden.

Das Equipment für die Feuerwehr ist dabei auf Rollwagen perfekt einsortiert und gesichert. In Sachen Aufbau und Elektronik ging man beim MAN-Lastwagen einen unkonventionellen Weg mit regionalen Firmen. Über diesen Weg wurde nicht nur an der Lieferzeit sondern auch am Gesamtbetrag gespart.

Die Kosten des Fahrzeugs belaufen sich auf 170 000 Euro. Sage und schreibe 90 000 Euro wurden durch jahrelange Sparsamkeit und Vorbereitung vom Feuerwehrverein selbst übernommen. Auch der Reinerlös des Jubiläumsfests wurde dafür verwendet. Nachdem der Verein laut Satzung zweckgebunden für den Brandschutz handelt, war es den Männern und Frauen der Wehr natürlich ein Ansinnen, den größten Anteil der Kosten zu übernehmen.

Damit hat der Verein nicht nur immer fest an diese Anschaffung geglaubt, sondern sich das Fahrzeug auch redlich verdient, meinten die Offiziellen. Über 25 000 Euro hat die Wehr dazu an Spenden von örtlichen Firmen und Privatleuten eingesammelt. Neben der Förderung durch den Freistaat Bayern über 40 000 Euro hat den restlichen Betrag die Marktgemeinde Floß übernommen.

Mit diesem Sechs-Personen-Fahrzeug (16-Tonnen-Fahrgestell) mit geländegängigem Allrad-Antrieb, mit Zwei-Tonnen-Hebebühne und integriertem Lichtmast ist man nun bei der Feuerwehr Floß bestens aufgestellt. Durch einen 10 000 Liter fassenden Faltpufferbehälter und 1000 Meter Schlauchversorgung entsteht eine bessere Löschwasserversorgung insbesondere in den umliegenden Dörfern (doppelte Schlauchmenge als im vorhergehenden Anhänger). Die aufgeladene Tragkraftspritze kann direkt an einem Weiher/Wasserbehälter abgesetzt und die Schlauchleitung gelegt werden ohne dass weitere Einsatzfahrzeuge beeinflusst werden.

Kurz: Ein weiteres Puzzlestück in der regionalen Bekämpfung von Bränden und Katastrophen, welches leider in der momentanen Situation nicht gebührend empfangen werden konnte. Man hofft nun im Führungsstab der Wehr, dass man im Laufe des Jahres vielleicht einmal einen Tag der offenen Tür abhalten kann, sollte sich die Lage bessern. Auch der V-Lkw dürfte dann eine tragende Rolle spielen.

 

 

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