24.04.2019 - 14:58 Uhr
FlossOberpfalz

Burschenverein Floß widerspricht Weidener Festwirt

Der Weidener Festwirt begründet die teurere Mass mit dem Aufwand im Bierzelt. Dadurch habe er mehr Kosten im Vergleich zur Flosser Kirwa, wo "satt was übrig bleibe". Der Burschenverein Floß reagiert mit Unverständnis.

Stimmung bei der Flosser Kirwa. Auch die gibt's nicht umsonst.
von Stefan NeidlProfil

Festwirt Gerhard Böckl erklärte kürzlich, er müsse seine Bierpreise beim Frühlingsfest um 40 Cent auf 8,80 Euro pro Mass erhöhen. Begründet hat er dies mit dem Event-Charakter seines 2000-Mann-Zelts plus Biergarten, der Festanstellung der Mitarbeiter, dem Platzgeld für die Stadt sowie den hohen Kosten für Aufbau und Transport: Dies alles falle wo anders billiger aus. Als Beispiel nannte er Floß: "Da wird der Aufbau mit Nachbars Traktor gestemmt." Außerdem verlange der Veranstalter dort 10 Euro Eintritt, während Böckl nichts für den Einlass will.

Christian Kunz ist frischgebackener Vorsitzender des ländlichen Burschenvereins Floß. Der veranstaltet im Wechsel mit dem Cylinder-Club die Flosser Kirwa. So auch 2018. "Warum Gerhard Böckl die Flosser Kirwa als Beispiel für einen satten Gewinn erwähnt, verstehen wir nicht", schreibt er in einem Brief an Oberpfalz-Medien. Der Burschenverein habe keinerlei Bezug zu dem Festwirt aus Weiden. Durch die Aussagen fühlten sich die Kirwa-Veranstalter persönlich angegriffen.

Kunz widerspricht entschieden, dass "Nachbars Traktoren" in großer Zahl verwendet werden: "Im August ist Hochbetrieb für die Landwirtschaft. Die Bauern brauchen ihre Maschinen meist selbst." Sollten doch welche eingesetzt werden, würden diese wieder vollgetankt und eine Entschädigung geleistet. Ansonsten greift der Burschenverein auf Mietfahrzeuge zurück. Alle Mitarbeiter seien angemeldet und versichert. "Und dennoch schaffen wir es unseren Besuchern ein sehenswertes Event zu erschwinglichen Eintritts- und Getränkepreisen zu bieten."

Der Eintrittspreis von 10 Euro sei völlig aus der Luft gegriffen. Kunz erklärt: "Im vergangenen Jahr verlangten wir 5 Euro am Freitag, um die 7 am Samstag. Der Frühschoppen am Montagmorgen ist komplett frei, am Abend kostete der Einritt 6 Euro." Die Mass Bier war für 5,90 Euro zu haben.

Auch bestreitet der Vorsitzende, dass am Ende "satt was übrig bleibt". Die Gründe: "Immer mehr Auflagen, Aufwand für Sicherheitspersonal, Warenkosten, GEMA, Zeltmiete und schließlich Spesen für Bands". Ansonsten bleibe das Geld immer im Verein. "Kürzlich haben wir eine Lagerhalle für unsere Festausrüstung gebaut. Jedes Vereinsmitglied bekommt die Festtracht bezahlt." Darüber hinaus organisiert der Verein interne Veranstaltungen für den Zusammenhalt, Fahrten zu Festzügen und betreibt Werbeeinnahmen.

Am Ende zeigt sich Kurz versöhnlich: "Wir Veranstalter sitzen alle im gleichen Boot. Es bringt nichts, uns gegenseitig auszuspielen." Und: "Nichtsdestotrotz freuen wir uns auf einen ausgelassenen Besuch des Weidener Frühlingsfestes!"

Zum Weidener Frühlingsfest 2019

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