18.04.2019 - 18:25 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Frühlingsfest 2019: Mit "Phoenix" & Co. abheben

Ein 45 Tonnen schwerer Vogel soll der Magnet des Frühlingsfests 2019 sein. Und er ist nicht die einzige Attraktion, auf die die Besucher ab Freitag, 26. April, am Conrad-Röntgen-Platz fliegen sollen.

Einsteigen, bitte: Am Freitag, 26. April, wird das Frühlingsfest der Stadt eröffnet. Die Fahrgeschäfte, wie hier das Kopfüber-Gerät "Phoenix", stehen schon bereit.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

„Phoenix“ wie der Vogel aus der Asche heißt das Fahrgeschäft, das es deutschlandweit nur ein Mal gibt. Ab Freitag, 26. April, gastiert es erstmals in Weiden. Es werde zehn Festtage lang die wagemutigen Frühlingsfest-Besucher an einem beweglichen Arm munter durch die Luft wirbeln, sie auch gern mal kopfüber stülpen. „Phoenix ist wirklich eine Ansage“, schwärmt Peter Rackl.

Ja, der Platzmeister der Stadt mag’s abenteuerlich. Auch die Wildwasserbahn hat es ihm angetan. Sie wird immerhin 20 mal 40 Meter Fläche am Conrad-Röntgen-Platz für sich beanspruchen. „Aber unser Angebot lässt grundsätzlich nichts vermissen“, betont Rackl. Nicht einmal die Rückkehr des früheren Kult-Fahrgeschäfts „Allround“, eine Art Karussell mit gewelltem Markisen-Dach für Große: „Seit zehn Jahren war es nicht mehr auf unserem Festplatz. Nun gastiert es erstmals beim Frühlingsfest.“

Insgesamt finden die Besucher bis Sonntag, 5. Mai, sieben Fahrgeschäfte für Jugendliche und Erwachsene, sechs für Kinder. Neben dem Festzelt von Gerhard Böckl lädt ein Biergarten zum Verweilen ein. Das kulinarische Angebot reicht über den ganzen Festplatz verteilt von Langos über Bratäpfel bis zum Steckerlfisch. Ein Feuerwerk steigt am Eröffnungstag, ein weiteres am Freitag, 3. Mai, in den Weidener Nachthimmel.

Festbierprobe

Weiden in der Oberpfalz

Ermäßigte Preise warten wieder einmal am Kindertag auf die Besucher. Dieser verschiebt sich wegen des Mai-Feiertags vom traditionellen Mittwoch aber auf Donnerstag, 2. Mai. Apropos Preise: Die Mass Bier im Festzelt kostet heuer 40 Cent mehr als im Vorjahr. Sie kommt nun auf 8,80 Euro, sagt Festwirt Gerhard Böckl. Dafür koste der Eintritt nichts, wenn Top-Bands wie „Highline“, die „Rotzlöffl“ oder die gerade mehr als angesagte Coverband „Die Draufgänger“ aufspielen. Die letztgenannte Kapelle machte „Cordula Grün“ zum Wiesnhit 2018 und trat auch schon bei Florian Silbereisen auf. „Es war Dusel, dass wir diese Band noch gekriegt haben“, freut sich Böckl.

Trotzdem beschreibt Platzmeister Rackl die Stimmung am Conrad-Röntgen-Platz als „angespannt“. „Weiden ist für viele der erste Platz nach der Winterpause. Der bange Blick der Schausteller geht nach oben.“ Das Wetter sei nunmal entscheidend für eine Outdoor-Veranstaltung, die Prognosen klängen aber vielversprechend. Und auch das Ende der Ferienzeit sowie der 1. Mai als Feiertag dürften der Stadt als Veranstalter in die Hände spielen: „Da haben die Bürger Zeit, bei unserem Frühlingsfest vorbeizuschauen.“ Nicht nur der Riesenvogel wartet.

Schausteller bewegen viel Eisen, heißt es. In der Tat: Allein zum Aufbau des Riesenrads ist hier so einiges zu stemmen.
Hintergrund:

Warum der Masspreis steigt

Die Mass Festbier kostet am Frühlingsfest 8,80 Euro – und damit 40 Cent mehr als im Vorjahr. „Das ist doch klar“, sagt Festwirt Gerhard Böckl. Er nennt Gründe:

• „Was wir machen ist einfach ein Event.“ Ein Riesenzelt mit 2000 Sitzplätzen plus Biergarten stünde zur Verfügung.

• „Bei uns sind alle Mitarbeiter fest angestellt.“

• „Wir bieten ein Top-Programm, ohne Eintritt zu verlangen.“ Auf einer Flosser Kirwa zahlten die Besucher dagegen 10 Euro Eintritt. Der Aufbau würde mit Nachbars Traktoren gestemmt. „Da bleibt am Ende satt was übrig.“

• „Wir meistern bei der städtischen Veranstaltung die Ausschreibung und müssen ein entsprechend hohes Platzgeld bezahlen.“

Kommentar:

Kein maßloser Masspreis

Prost, Mahlzeit: Der Masspreis steigt also weiter. 2017 kostete die Mass am Frühlingsfest noch 7,90 Euro. Heuer kommt sie im Vergleich zu 2018 um 40 Cent teurer und rangiert bei 8,80 Euro. An dieser Preissteigerung von mehr als zehn Prozent in knapp zwei Jahren dürften einige zu schlucken haben.
Nicht zuletzt der Festwirt selbst. Er ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass eine Preiserhöhung nicht gut ankommt. Er ist aber auch schon so lange dabei, dass er gut einschätzen kann, was er alles braucht, um die Festbesucher zu locken. Und das wird immer mehr: angesagte Musikkapellen, ein eingespieltes Personal, das auf Zack ist, wenn der Besucher Durst hat, ein Zelt, das was her macht, Sicherheitspersonal. All das kostet Geld. Geld, das verdient werden will. Auch über die Mass.
Und trotzdem wird keiner gern mehr bezahlen. Vielleicht aber tut’s weniger weh, wenn sich die Festbesucher vergegenwärtigen, dass sie ihr Prosit etwa gerade mit der Band singen, die „Cordula Grün“ zum Wiesn-Hit gemacht hat. Der entscheidende Unterschied zum Oktoberfest aber ist, die Gäste dort zahlten gut 11 Euro für die Mass.

Simone Baumgärtner

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