Vom Markt Floß bekäme Corinna Loewert jetzt schon die Bestnote für ihre Masterarbeit. Schade nur für die Studentin, dass die Gemeinde nicht über die Arbeit zu befinden hat. Sie profitiert allerdings von den Ergebnissen.
Die Studentin hat für ihre Masterarbeit wie mehrfach berichtet untersucht, wie verschiedene gemeindeeigene Flächen am Bockl-Radweg, die derzeit von Landwirten entweder überackert oder anderweitig unrechtmäßig genutzt werden, ökologisch bewirtschaftet werden können. Loewert hat zu dem Zweck in den vergangenen Monaten Gespräche mit den Bauern geführt, mit Behörden und mit der Bevölkerung.
Die Arbeit ist weitgehend deckungsgleich mit einem Antrag der SPD-Fraktion, der dieselbe Absicht verfolgt. Beiden geht es darum, diese Flächen, meist Randstreifen, einer Bewirtschaftung zuzuführen, die der Natur hilft.
SPD-Sprecher Robert Lindner sagte in der Marktratssitzung nach der Vorstellung von Loewerts Ergebnissen, man erkenne durchaus, unter welchem marktwirtschaftlichen Druck Landwirte heute stünden. Es handle sich aber dennoch um Flächen im Besitz des Marktes Floß. Die Gemeinde solle versuchen, für das Vorhaben entsprechende Fördertöpfe anzuzapfen.
Loewert machte den Markträten konkrete Vorschläge, wie die insgesamt sieben Flächen umweltfreundlicher genutzt werden können. Sie sprach unter anderem von der Möglichkeit, Flächen zu tauschen, Blühstreifen anzulegen und auch die Bevölkerung entsprechend zu sensibilisieren. Die Studentin hat auch mit den betroffenen Landwirten gesprochen und dort eigenen Worten zufolge zu hören bekommen, dass diese unter starkem wirtschaftlichen Druck stünden und sich als Buhmänner sähen, etwa dann, wenn sie ihre Flächen mit Chemikalien behandelten und sich von Spaziergängern "blöd anmachen" lassen müssten.
Bürgermeister Günter Stich sagte, das meiste aus Loewerts Arbeit sei denk- und machbar. Manfred Venzl (CSU/FL) forderte erneut, mit den Landwirten das Gespräch zu suchen, denn auch die ökologisch genutzten Flächen müssten gepflegt werden.
Die Betriebskostenabrechnung 2017 des Kindergartens St. Johannes M. Vianney, die mit einem Defizit von 24.300 Euro schließt, war für den Marktrat eine Formsache. Die Gemeinde trägt wie vereinbart 80 Prozent des Defizits. Das sind nicht ganz 19.500 Euro. Das Defizit sei vor allem den Personalkosten geschuldet; die Einnahmen deckten nicht die Kosten des Personals. Der Sprecher der FDP/UB-Fraktion, Heinz Kett, sprach in diesem Zusammenhang von "Schlamperei" und stimmte als einziger gegen die Übernahme des Gemeindeanteils am Defizit. Bürgermeister Günter Stich erwiderte, dass eine Reduzierung der Personalkosten unmittelbar Auswirkungen auf die Arbeit mit den Kindern habe.
Qualifiziertes Eigengewächs
(eig) "Wir sind wieder mal einzigartig", kommentierte CSU/FL-Sprecher Harald Gollwitzerdie Ernennung der ehemaligen Verwaltungsangestellten Andrea Stichzur Verwaltungsinspektorin auf Probe. Das gebe es in keiner Gemeinde dieser Größe, dass man einem Eigengewächs wie Stich die Möglichkeit biete, sich in dieser Weise zu qualifizieren. Auch Bürgermeister Günter Stichsprach mit sichtlichem Stolz von "etwas Besonderem". Andrea Stich durfte mit Genehmigung des Marktes 2015 an der Fachhochschule in Hof ein Beamtenstudium beginnen, das sie nun mit Erfolg beendet hat.













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