„Das hat mich schwer getroffen“, sagt Pröls (CSU/FL) am Ende der Marktratssitzung. Seine Familie habe in der Weihnachtszeit „sehr gelitten“. Er sei mehrfach angesprochen worden: „Walter, was treibst denn?“ Viele hätten geglaubt, er sei der in dem Artikel beschriebene uneinsichtige Landwirt. Pröls gibt zu, auch schon auf Gemeindegrund geackert zu haben, aber das habe man längst abgestellt. Ihm sei vollkommen klar, dass das nicht in Ordnung sei. „Tut mir leid“, sagt er.
Unter Generalverdacht
Pröls sieht die konventionelle Landwirtschaft unter Generalverdacht. Dabei habe diese inzwischen mehr Auflagen zu beachten als jeder Bio-Landwirt. Sein Betrieb unterhalte Blühstreifen, nehme an verschiedenen Naturschutz-Programmen teil, habe eine gute Million Euro investiert in eine tiergerechte Haltung.
Pröls ist nicht der Landwirt, der in dem Artikel beschrieben ist. Das betonen Bürgermeister Günter Stich wie auch der Artikelverfasser Markus Staschewski. Stich sagt, es tue ihm sehr leid, wenn Pröls ungerechtfertigt angefeindet worden sei.
Der Lehrer Staschewski, der als Parteiloser der SPD-Fraktion angehört, rechtfertigt seinen Artikel, für den er eigenem Bekunden nach sehr viele positive Rückmeldungen bekommen hat. Es sei eine Tatsache, dass Wege unter Äckern verschwänden, dass nach wie vor unberechtigt auf Gemeindegrund angebaut werde. „Es geht um die illegale Bewirtschaftung von Gemeindeflächen, Flächen, die den Flosser Bürgern gehören“, sagt Staschewski.
Härtere Sanktionen
In dem Artikel mit der Überschrift „Ein fremdes Auto in Ihrer Garage?“ fordert Staschewski für die SPD-Fraktion die Kontrolle der gemeindeeigenen Flächen und deren Grenzen durch die Verwaltung, eine Anzeige bei anhaltenden Verstößen und die Kündigung der Pachtverträge mit Landwirten, die sich nicht an diese Grenzen halten.
Im Marktrat waren die Überackerungen im vergangenen Jahr mehrfach Thema. Staschewski führt in dem Artikel an, dass der Marktrat schon im Sommer 2017 einstimmig beschlossen hatte, alle Landwirte anzuschreiben, dass nach der Ernte die Grenzen eingehalten werden müssten. Daraufhin hätten einzelne Bauern den Kontakt zur Verwaltung gesucht, um Lösungen zu finden. Mehr oder weniger sei aber alles beim Alten geblieben.
Braugerste statt Kartoffeln
Staschewski führt ein konkretes Beispiel an: Der Bürgermeister habe einen Landwirt, der etwa 500 Quadratmeter Gemeindegrund am Bocklradweg seit Jahren unberechtigt bewirtschafte, gebeten, sein Kartoffelfeld im Frühjahr nicht wieder über seinen eigenen Grund hinaus auszudehnen. „Die Kartoffeln hat dieser Landwirt dann auf unserem Grund nicht angebaut - aber dann halt Braugerste“, schreibt Staschewski im „Kontakt“.
Der besagte Landwirt ist nicht Walter Pröls, aber zu Pröls´ Leidwesen haben das offenbar Leser des SPD-Blattes unterstellt. Und das hat Pröls und seiner Familie Weihnachten verhagelt.













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