23.03.2021 - 14:07 Uhr
FlossOberpfalz

Floß kämpft um Erhalt der Mittelschule

Im Schulverbund Neustadt-Altenstadt-Floß fühlt sich die Mittelschule Floß stiefmütterlich behandelt. Der Elternbeirat fürchtet um den dauerhaften Bestand der Bildungseinrichtung und sammelt Unterschriften.

Die Grund- und Mittelschule Floß: Der Elternbeirat kämpft um den Erhalt der höheren Klassen.
von Gabi EichlProfil

Vor kurzem wurden die Eltern benachrichtigt, dass die Schüler der 5. Klasse im kommenden Schuljahr nicht mehr in Floß unterrichtet werden könnten, sondern nach Neustadt oder Altenstadt fahren müssten. Die 6. Klasse ist bereits nach Altenstadt verlegt worden. Das hat die Flosser Eltern jetzt dazu gebracht, Unterschriften zu sammeln für den Mittelschul-Standort. Immerhin wird die Schule in Kürze umfassend saniert. Ein Grund auch für die Gemeinde, sich der Aktion des Elternbeirats anzuschließen.

Schülerzahlen reichen nicht aus

Die Flosser Schülerzahlen reichen im Moment nicht aus für eigene Mittelschul-Klassen. Kein neuer Umstand: Die Zahlen der Mittelschüler des Marktes kratzen immer wieder einmal an der Grenze. Es sei aber fast immer um einige wenige Schüler gegangen, die der Verbund dann der Flosser Mittelschule zugewiesen habe, sagt Bürgermeister Robert Lindner. Schüler aus den Nachbargemeinden Püchersreuth oder Störnstein etwa, die sich in Floß durchaus wohl gefühlt hätten.

Niemand erwarte, dass ein Dutzend Schüler nach Floß verwiesen werde, ergänzt der Zweite Bürgermeister Oliver Mutterer. Aber wenn es hart an der Grenze zur Stichzahl 15 sei und es gerade einmal um ein, zwei, drei Schüler gehe, dann sei es nicht verständlich, dass man ausgerechnet in Pandemie-Zeiten lieber große Klassen bilde und Schüler in überfüllte Busse zwinge, statt sie in kleinen Klassen vor Ort zu unterrichten.

Einerseits kann es dem Markt Floß nur recht sein, wenn die Mittelschul-Klassen kurzfristig nach Neustadt und Altenstadt verlegt werden, denn dann kann die für heuer geplante Renovierung der Schule zügig über die Bühne gehen. Andererseits befürchten die Verantwortlichen, dass die Mittelschüler nicht mehr zurückkommen.

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Mutterer wie auch Lindner betonen, es handle sich um eine Bitte an den Schulverbund, nicht eine Forderung. Beide Bürgermeister verweisen auf die hohen Geburtenzahlen des Marktes (im Jahr 2020 mit 33 Kindern der zweithöchste Wert seit Beginn des Jahrtausends), auf die steigende Einwohnerzahl. Die Grundschule sei in jedem Fall gesichert, wichtig sei aber auch die Mittelschule. Mutterer bezeichnet die Entwicklung des Marktes als „unglaublich“; überall werde ein Leerstand beseitigt, alle Infrastrukturdaten wiesen nach oben.

Knapp über 3400 Einwohner

Lindner argumentiert ebenso; das neue Baugebiet „Am Sonnenhang“ sei bis auf wenige Plätze ausverkauft und auch im Ort seien viele bis dato leerstehende Häuser gekauft worden. „Es bewegt sich was bei uns“, sagt Lindner. Nur im Moment habe der etwas mehr als 3400 Einwohner zählende Markt einen Knick bei den Schülerzahlen. Auch die Zahl der Bauanträge steigt den Worten Lindners zufolge überproportional; in den vergangenen Jahren seien es maximal 30 gewesen, 2020 aber über 40, und heuer zähle man auch schon wieder mehr als zehn. „Lieber drei oder vier (Schüler, Anm.d. Red.) herfahren als 15 reinfahren“, sagt der Bürgermeister.

Lindner lobt seine Schule über den grünen Klee: „Die Lage ist top, die Ausstattung ist top, die Wege sind kurz.“ Er fügt an, dass die Mittelschule jetzt auch über Glasfaser-Anschluss verfüge und somit bestens ausgestattet sei. Die Vorsitzende des Elternbeirates, Ines Gailitzdörfer, sagt, ihres Wissens gehe es „nur um zwei oder drei Kinder“, das müsse machbar sein, dass der Schulverband da aushelfe. Gailitzdörfer ist schon sehr lang im Elternbeirat, kennt die Entwicklung des Schulverbandes. Sie setzt in Pandemie-Zeiten auf kleine Klassen.

Schulleiter Gerhard Steiner hält sich bedeckt; er sagt dazu nur, dass er an die Entscheidung gebunden sei, die der Verbunds-Koordinator fälle.Dieser Verbunds-Koordinator ist aktuell der Rektor der Neustädter Mittelschule, Michael Koppmann. Auch dieser will sich noch nicht zu dem Vorgang äußern; Entscheidungen seien noch nicht gefallen, es sei alles noch in Planung, sagt er. Währenddessen werden in Floß in fast allen Geschäften und Gaststätten des Markts Unterschriften gesammelt. Innerhalb von zwei Tagen haben bisher mehr als 400 Bürger unterschrieben.

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