Floß
31.10.2023 - 08:32 Uhr

Flosser Archivar kämpft sich durch die Ortsgeschichte

700 Ordner und Tausende Bilder erinnern an alte Zeiten in Floß. Und Archivpfleger Siegfried Schuller hat große Mühe, alles zu ordnen. Im Gemeinderat berichtet er von seiner Arbeit

Seit Anfang 2022 bearbeitet Siegfried Schuller als Archivpfleger die Registratur- und Archivräume des Marktes. Nun berichtete er in der Sitzung des Marktgemeinderats über seinen Arbeit.

Der ehemalige Marktrat ist seit 2022 dabei, das Archiv zu durchforsten und aufzuarbeiten. Die Aufgabe hat es in sich. "Jedes Jahr hat viele Baustellen und diese galt es anzugehen", sagte er. "Vor mir standen 300 Meter Aktenordner, die bis 1776 zurückreichten", so Schuller. Unordnung habe er aber nicht vorgefunden.

Vor seinem Antritt hat er an einem Bildungsseminar über Archivarbeit teilgenommen. Hierbei konnte er sich über Fristen und Vorgaben informieren, die zu beachten sind. 700 Ordner wurden von ihm bisher gesichtet und das Bildarchiv mit Tausenden von Bildern bearbeitet. Fünf Kilo Büroklammern habe er verbraucht.

Sensationelle Funde seien nicht dabei gewesen, dafür aber viel Historisches. Interessant waren schon die polizeilichen An- und Abmeldungen ab 1942 sowie die Einwohnerlisten ab 1900. Da konnten etliche Familien zurückverfolgt werden. Historisch wohl, dass es als Vorgänger der Kraftfahrzeugsteuer in Floß ab 1850 einen „Pflasterzoll“ gab. Ein Pferdegespann hat mehr gekostet als etwa ein Ochsengespann.

Schuller ging auch die Protokolle der Marktratssitzungen von 1922 bis 1937 durch. Da wurde 1926 im Gremium über die bestehende Schulraumnot nachgedacht. Da sind auch Industrie- und Gewerbeansiedlungen im Gespräch. Sowohl von Betrieben, die man heute noch kennt, oder gar nicht mehr.

Als langwieriger Akt geht auch der Bau eines Freibades hervor, der elf Jahre, von 1933 bis 1944, dauerte. Schuller sicherte auch das Strafregister und die Sühneverfahren der Flosser. Außer kleineren Vergehen sei nichts Großes dabei gewesen, meinte er. Es fanden sich im Archiv auch der Beginn der Bürger- und Heimatfeste.

Tausende an Bildern sind zu allem Möglichen im Archiv hinterlegt. Die galt es ebenfalls auszusortieren und in Spezialfolien einzulegen. "Im kommenden Jahr werde ich den Focus auf das historische Archiv legen", kündigte Schuller an.

Auf Antrag könne auch Bürgern ein Einblick ins Archiv gewährt werden. Allumfassend der Kommentar von Bürgermeister Lindner: „Wir haben den Richtigen gefunden“, sagte er anerkennend. Großes Lob der Fraktionen von CSU und SPD bündelte Heinz Kett (FDP/UB) mit den Worten: der Sigi blüht im Archiv auf. Kett regte an, Gesammeltes, Historisches in einer Veranstaltung vorzutragen. "Unsere Bürger wären da wohl sehr interessiert", meinte Kett.

 
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