23.08.2020 - 14:44 Uhr
FlossOberpfalz

Flosser Kirwa leidet unter Pandemie

Das bedauern Bürger und Gäste: Kirchweih wird in diesem Jahr in Floß nur in den beiden Pfarrkirchen gefeiert. Auf dem Marktplatz herrscht gähnende Leere und es gibt auch kein Festzelt.

Keine Attraktion, kein Stand, kein Karussell. So menschenleer wie am Kirchweihsonntag sah man den Marktplatz seit seinem Bestehen vor über 200 Jahren noch nie.
von Fred LehnerProfil

Gesellschaftliche Events des 1072-jährigen Marktes beherrschten jahrzehntelang die nördliche Oberpfalz, den Neustädter Landkreis und das Flosser Amt. Es waren das Bürgerfest am letzten Samstag im Juli, und am vierten Sonntag im August die traditionelle "Flosser Kirwa" - für viele größte Highlight weit und breit. Weit mehr als 10 000 Gäste und Besucher feierten vier Tage im Festzelt bei Oberndorf und in den Gasthäusern. Das größte Spektakel: Der Frühschoppen am Kirchweih-Montag im Festzelt, der um 10 Uhr begann und erst gegen 17 Uhr endete. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Corona verhindert für die Kirwa-Fans zumindest die weltliche Feier.

Während sich am Kirchweihsonntag mit den Gottesdiensten in den beiden Pfarrkirchen ansonsten die Fieranten und Schausteller in und um den Marktplatzbereich scharten, mit Kinderbelustigungen wie Karussell und Schiffsschaukel, es ein Standkonzert zum Frühschoppen gab und der Auftritt der Flosser Landwehr mit Appell und Ehrensalut einen weiteren Glanzpunkt setzten, machte die Corona-Pandemie dies heuer zunichte.

Bei den Bürgern, insbesondere in Familienkreisen, aber auch bei Stammgästen und anderen Besuchern gab es leidenschaftliche Diskussionen über die Frage, ob es nicht doch möglich gewesen wäre, die traditionellen Attraktionen am Kirchweihsonntag auf dem Marktplatz anzubieten: bei allem Verständnis über die gesetzlich verfügten Einschränkungen und unter Einhaltung aller bestehenden Hygienebestimmungen. So mancher vertrat die Ansicht, Floß hätte sich damit besonders ausgezeichnet.

Jetzt richten sich alle Hoffnungen in der Vorausschau auf das Jahr 2021. Das gilt sowohl für das Bürgerfest als auch für das gesellschaftliche Highlight des Jahres, die Flosser Kirwa. Sie gehört einfach zum Jahresablauf im Markt.

Doch Kirchweih gefeiert wurde in diesem Jahr nur in den beiden Pfarrkirchen. Im katholischen Gotteshaus zelebrierte Heimatpriester Pater Leo Beck das Festamt. Organistin Klara Bäumler erinnerte mit ihren musikalischen Beiträgen an die überraschend in diesem Jahr verstorbenen beiden unvergesslichen Kirchenmusiker Willibald Wirth und Reinhold Maß. Viele Jahre gestalteten sie mit ihren Aufführungen die Festgottesdienste. Pater Leo Beck erinnerte an Bischöflichen Geistlichen Rat, Pfarrer Jakob Raß, den Erbauer der 1912 eingeweihten der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Die Gläubigen stimmten in "Ein Haus voll Glorie schauet" mit ein.

Die evangelische Kirchengemeinde feierte mit Pfarrer Wilfried Römischer und Kantor Andreas Kunz an der Orgel in der St.-Johannes-Baptista-Kirche das Kirchweihfest. In seiner Predigt erinnerte Pfarrer Römischer an das 200-jährige Simultaneum in Floß. Er bezeichnete die Kirche als festes Bollwerk und als Erinnerung an Gott.

In Luhe locken schottische Klänge das Publikum an

Luhe/Luhe-Wildenau
Das Kirchweihfest 2020 wird nur in beiden Gotteshäusern gefeiert. Heimatpriester Pater Leo Beck feiert mit den Gläubigen in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer.

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