05.07.2020 - 10:29 Uhr
FlossOberpfalz

Glasvitrine als Puppenhaus im Heimatmuseum Floß

Jede der handgemachten Puppen der früheren Flosserin Gertrud Dobmeier ist ein Unikat. In ihnen stecken Liebe, Leidenschaft und künstlerisches Wirken. Durch puren Zufall ist ein Teil jetzt im Museum zu bewundern.

Freude herrschte bei der Entgegennahme der handgemachten Puppen. Von links: Vorsitzender Erich Schieder, Gabi Merkl und Marlies Kunz , Markträtin Rita Rosner, Leiterin Karin Pausch und Bürgermeister Robert Lindner
von Fred LehnerProfil

Einen Großteil ihrer kleinen Kunstwerke präsentierte Gertrud Dobmeier vor Jahren im Rahmen einer vom Arbeitskreis "Heimatmuseum Flosser Amt" mit dem OWV, Karin Pausch und Peter Pierepioka initiierten Ausstellung in der Apotheke in der Freiherr-von-Lichtenstern-Straße. Die Künstlerin hatte ihre Puppen auch der Polizei-Puppenbühne in Weiden für Ausstellungen zur Verfügung gestellt.

Zudem hatte sich ihre Faszination für die Enkaustik nicht mehr los gelassen. Der Zufall brachte sie zum Wachsbügeln. In einer ihrer letzten Vorführungen im Mai 2013 in der Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbandes in Weiden zog die Künstlerin die Besucher in ihren Bann als sie mit flüssigem Wachs verschmolzene Farbe auf die Leinwand zauberte. Im vergangenen Jahr 19. Juni starb sie bei einem Badeunfall. Zu Dobmeiers Nachlass gehörten viele von Hand gefertigte Puppen und Unikate. Darstellungen einer Reihe Märchenfiguren, Trachten aus vielen Regionen und Ländern, Herrscher und geschichtliche Persönlichkeiten. Dass jetzt 28 Unikate im Heimatmuseum ihren festen Platz fanden, ist reiner Zufall.

14 der 28 kleinen Kunstwerke von Gertrud Dobmeier sind mit dem Bild der Künstlerin in der Glasvitrine im Vorraum des Trauungszimmers zu sehen.

Markträtin Rita Rosner hatte die Töchtern der verstorbenen Künstlerin, Gabi Merkl und Marlies Kunz, getroffen. Beim Gespräch über den Nachlass der Mutter kamen die Beiden der Rosners Bitte nach, die kleinen Kunstwerke dem Flosser Heimatmuseum zu überlassen.

Der Arbeitskreises "Heimatmuseum Flosser Amt" ließ einen eigenen Glasschrank anfertigent. Heute sind in dieser Vitrine 14 Puppen und das Bild der Künstlerin im Vorzimmer des Trauungszimmers im Alten Pflegschloss zu sehen. Weitere 14 Puppen sind in den Räumen des Heimatmuseums ausgestellt. Leiterin Karin Pausch zeigte Geschick bei den richtigen Standorte der Kunstwerke.

Zur Übergabe waren die Töchter der verstorbenen Künstlerin, Bürgermeister Robert Lindner, Rosner, der Arbeitskreisvorsitzende Erich Schieder, Pausch und der Vater des Heimatmuseums Fred Lehner ins Alte Pflegschloss gekommen.

Gerne nehme der Markt diese wertvolle Spende an, dankte Marktoberhaupt Lindner. Dafür gab es auch eine finanzielle Anerkennung. Rosner dankte ihren Freundinnen mit einer Rose. Merkl und Kunz sagten ihr für Anregung, Initiative und jederzeitige Unterstützung mit einem Blumenkorb Dank.

Schieder streifte die Entwicklung des Heimatmuseums und des Arbeitskreises, dem er von der ersten Stunde an vorsteht. Schon 1998 gab es eine erste Ausstellung. Heute verwaltet Pausch über 1500 Exemplare. Schieder betonte, dass das Heimatmuseum immer etwas Neues brauche, damit kommende Wechselausstellungen belebt und angenommen werden. Die Idee, 14 kleine Kunstwerke im Vorraum des Trauungszimmers auszustellen, nannte Lehner großartig. Dazu passe auch der an der Glasvitrine aufgestellte alte Puppenwagen. Er sprach von einem Anreiz für alle Brautpaare, die sich Liebe und Treue bis sie der Tod scheide versprechen, zur Steigerung der Geburtenraten im Markt mit beizutragen.

Pausch hatte berichtet, dass Gertrud Dobmeier aus ihrem Nachlass dem Heimatmuseum einen großen Koffer mit Material zur Wachsmalerei vermachte. Mit Bürgermeister Lindner und Vorsitzendem Schieder war sie sich einig, das Heimatmuseum jeweils am 1. Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr unter Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen ( Mund-und Nasenschutz, Abstand halten ) wieder zu öffnen.

Das größte Puppenmuseum in der Region:

Pleystein
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