Floß
02.07.2018 - 10:55 Uhr

Großer Bahnhof für Schwester Ellen

Die gebürtige Flosserin Schwester Ellen, mit bürgerlichem Namen Dr. Maria Lindner, feiert am Mittwoch, 11. Juli, um 18 Uhr in ihrer Heimatkirche St. Johannes der Täufer 40-jähriges Professjubiläum.

In ihrem Geburtsort Floß und in der Gemeinschaft fühlt sich Schwester Ellen  wohl. Eine letzte dankbare Erinnerung war für sie die Übergabe einer großen Spende der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer und des Katholischen Frauenbunds im Jahre 2012. Von links: Helmut Weig (Männerverein), Pfarrer Norbert Große, Schwester Ellen, Christina Schaller (Frauenbund), Peter Pierepioka und Kirchenpfleger Anton Eismann. le
In ihrem Geburtsort Floß und in der Gemeinschaft fühlt sich Schwester Ellen wohl. Eine letzte dankbare Erinnerung war für sie die Übergabe einer großen Spende der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer und des Katholischen Frauenbunds im Jahre 2012. Von links: Helmut Weig (Männerverein), Pfarrer Norbert Große, Schwester Ellen, Christina Schaller (Frauenbund), Peter Pierepioka und Kirchenpfleger Anton Eismann.

(le) Ihr zweites Zuhause ist seit ihrem 17. Lebensjahr die südafrikanische Provinz KwaZulu-Natal, wo sie einst ein Praktikum absolviert hat und wo der selbstlose Einsatz der Nonnen und Ärzte sie tief beeindruckt haben. Maria Lindner erlebt mit, wie sich Ordensschwestern und Ärzte in überfüllten Krankenhäusern um schwerkranke und unterernährten Patienten kümmern. Das wurde ihr zur Lebensaufgabe. Maria Lindner tritt dem Orden der Franziskanerinnen bei und legt im September 1978 in der Klosterkirche Mallersdorf unter Weihbischof Karl Flügel ihr Professjubiläum ab. Sie studiert Medizin und geht als Ärztin in die Missionsstation der Nardini-Schwestern nach Südafrika. Aus Maria Lindner wird nun Schwester Ellen.

Seit vier Jahrzehnten kämpft sie gegen Armut und eine der höchsten Aids-Raten der Welt. Sie hat ein Missionskrankenhaus geleitet, ein Hauspflegeprogramm für Aids-Patienten gestartet und Tausenden Aids-Waisen ein Zuhause geschenkt. Die Mallersdorfer Schwestern in Nikandla/Südafrika nennen es ein "kleines Wunder": Weltstar Elton John hat seine Zusage wahr gemacht und den Ordensfrauen für ihre Arbeit in den Zulu-Siedlungen einen fabrikneuen Nissan zur Verfügung gestellt. Der britische Sänger engagiert sich seit Jahren im Kampf gegen HIV und unterstützt mehrere Stiftungen.

Immer wieder spricht Schwester Ellen von den leidenden Kindern. „ Sie müssen zusehen, wie ihre Eltern sterben. Und dann sind sie ganz allein" Kraft für ihren Einsatz schöpft die Franziskanerin aus ihrer tiefen Nächstenliebe. Das zeigte auch die am 2. Juni 2010 im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlte Sendung „ Stationen" mit dem Titel „ Gott spielt Fußball". Die heute 63-Jährige hat das Motto des Ordensgründers in Südafrika, Paul Josef Nardini, „Caritas Christi urget nos („ Die Liebe Christi drängt uns") verinnerlicht. „Mit Ihrer Hilfe kann ich in Südafrika viel Gutes tun", dankt sie allen Spendern.

Seit einigen Wochen hält sich Schwester Ellen in ihrer Heimat auf, wo ihre Geschwister Elisabeth und Anton leben. Die Grabstätte ihrer Eltern Anton und Maria Lindner befindet sich im katholischen Friedhof. Am Samstag, 23. Juni, feierte Ellen im Orden der Armen Franziskanerinnen in Mallersdorf mit Weihbischof Reinhard Pappenberger ihr 40-jähriges Professjubiläum. Mit dabei war die frühere Flosser Kinderschwester Berchmana. Pfarrer Max Früchtl vertrat die Heimatpfarrei. Ellen freut sich nun über jeden Besucher nach der Eucharistiefeier im Pfarrheim St. Josef.

Die katholische Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer ist nach den Worten von Pfarrer Früchtl dem Herrgott stolz, dass Flosser wie Pater Leo Beck (Kloster Schönau), Pfarrer Wolfgang Gebert (Pfarrei Wemding), Schwester Ellen und Ordensfrau Ottilia Wirth (Theresien-Krankenhaus Nürnberg ) ihren geistlichen Beruf als Berufung sehen.

Schwester Ellen kümmert sich mit Hingabe um Aids-Waisen. le
Schwester Ellen kümmert sich mit Hingabe um Aids-Waisen.
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