18.09.2020 - 11:44 Uhr
FlossOberpfalz

Heimatpflege in Raumnot

Der Arbeitskreis „Heimatmuseum Flosser Amt" wird weiter unter Vorsitz von Erich Schieder und Leiterin Karin Pausch Heimatpflege betreiben. Beide drängen auf eine Lösung der Raumprobleme. Ein Ansatz bietet sich förmlich an.

Die unmittelbare Nähe zum Heimatmuseum spricht für die gänzliche Nutzung des bestehenden Nebengebäudes ( frühere fürstliche Stallung ) zur Unterbringung landwirtschaftlicher Exponate.
von Fred LehnerProfil

Bürgermeister Robert Lindner lobte in der ersten Sitzung nach elf Monaten im großen Sitzungssaal des Rathauses die bisherige Arbeit, die von der Leidenschaft für die Förderung der Heimatgeschichte und alles was damit verbunden ist, zeugte.

Zunächst ging es um die Erfüllung des Vermächtnisses von Tobias Gerstl durch Errichtung eines „Gerstl-Zimmers" zur Bewahrung der von seinem Vater, Kunstmaler Gottfried Gerstl, hinterlassenen Kunstwerke und zum anderen um die Unterbringung und der Geräte von Flosser Ackerbürgern, Handwerkern und Bauern im früheren fürstlichen Nebengebäude am jetzigen Rathausplatz. Damit verbunden wurde zugleich die Diskussion über die Erweiterung des Heimatmuseums im „Alten Pflegschloss".

Erich Schieder berichtete im Rückblick, dass die Puppenübergabe von Gertrud Dobmeier durch die beiden Töchter stattgefunden habe. 14 der Unikate wurden in einer Glasvitrine verwahrt, weitere 14 Puppen sind im Museum verteilt. Ferner habe er am 18. November sein Geschichtsbuch „Untergegangene Orte in der Marktgemeinde Floß" vorgestellt. Die Ausstellung der Weihnachtskrippen im Eingangsbereich des Rathauses wurde gut angenommen.

Die Frage wie es mit dem Aufbau des Heimatmuseums im Markt weiter gehen solle, dränge sich förmlich auf. Derzeit sind über 1500 Exponate als Dauer- und Leihgabe gesammelt, registriert, aufbewahrt und teilweise ausgestellt. Ein Teil sei im Pflegschloss unbefriedigend untergebracht. Die erste Ausstellung 1998 wertete Schieder als Erfolg. Weitere Ausstellungen in der Aula der Grund- und Mittelschule und in der ehemaligen Adler-Apotheke folgten. Nachdem die gemeindliche Musikschule vom Alten Pflegschloss in das Zentralschulhaus verlagert wurde, war es möglich, das Museum im Erdgeschoss des Pflegschlosses einrichten zu können. Leiterin Karin Pausch machte sich sehr viel Mühe mit ihren eindrucksvollen Führungen.

Doch Schieder hielt mit seiner Meinung nicht zurück und stellte fest: „Wir haben Raumnot." Die erste ursprüngliche Planung sah das Pflegschloss als Ganzes für das Heimatmuseum vor, wie auch Pausch bestätigte. Dazu gehöre auch das bestehende Nebengebäude (frühere fürstliche Stallungen). Jeder Ort besitze sein eigenes Profil. Wichtig sei, Reste von Spuren der Vergangenheit zu erhalten. Dazu gehören auch die Handwerksberufe und die Landwirtschaft. Wegen der räumlichen Nähe zum Museum im Pflegschloss ist die gänzliche Nutzung des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes sehr wichtig. Dies sollte in jedem Fall in den künftigen Überlegungen berücksichtigt werden.

Bürgermeister Lindner erklärte dazu, dass es derzeit noch keine konkreten Planungen zur Erweiterung und der Nutzung des Nebengebäudes gebe. Hier müssen die Beratungen in den Gremien noch aufgenommen werden, was in der kommenden Klausurtagung des Marktrates geschehe. Dieser allein sei dafür zuständig, sagte Bürgermeister a. D. Fred Lehner. Der Arbeitskreis könne lediglich seine Ideen und Anregungen einbringe. Marktrat Markus Staschewski hielt eine Vorberatung im zuständigen Ausschuss für äußerst wichtig.

Bei den Beratungen im Kulturausschuss wäre es sinnvoll, Vorsitzenden Schieder als Berater hinzuzuziehen. Markträtin Rita Rosner hielt fest, dass die "Aufgabe Heimatmuseum Flosser Amt" in letzter Zeit stiefmütterlich behandelt wurde. In einer nicht repräsentativen Bürgerbefragung im Kommunalwahlkampf wurde die Bedeutung eines Heimatmuseums von den 348 Teilnehmern eher zurückhaltend (29 Prozent) beurteilt. Apotheker Heinrich Günter machte deutlich, dass Heimatgeschichte Verpflichtung sei und als solche auch bearbeitet werden müsse. „Absichtserklärungen reichen mir nicht mehr aus, es müssen Fakten geschaffen werden", stimmte Schieder dem zu.

Das unter Denkmalschutz stehende in den Jahren 1671 – 1673 durch Pfalzgraf Christian August erbaute Gebäude „ Altes Pflegschloss „ soll Heimatmuseum bleiben und später erweitert werden.
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